Die Blase platzt
Die Immobilienblase in Spanien, und damit auch auf den Balearen, sie platzt. Und das Allerschlimmste, auch und vor allem auf Mallorca wird dies der Fall sein. Dies sind europaweite Meldungen der letzten Wochen, aus verständlichen Gründen liest man sie hierzulande noch nicht. Wer jedoch in den letzten Monaten ganz genau hingeschaut hat wird festgestellt haben, daß täglich neue Immobilienobjekte zum Verkauf angeboten werden. Es sind dies vor vor allem private Eigentumswohnungen mallorquinischer Familien, auf deren Balkone, Terrassen oder Fassaden das bekannte Schild se vende zu sehen ist.
Jeden Tag einige Schilder mehr, anfangs denkt sich der Betrachter noch nicht so viel dabei. Wenn dies jedoch nicht nur an der Küste der Fall ist, sondern genauso im Landesinnern, dann scheint es bereits heute schon überall auf der Insel lichterloh zu brennen.
Wer sich dann noch etwas tiefer in die Materie einarbeitet, dem wird schnell klar, wieso dies alles nun so ist. Im Jahr 2005 wurden in Spanien genauso viele Immobilienobjekte gebaut wie in den Ländern Deutschland, Großbritannien und Frankreich zusammen. Dieses Faktum an sich ist schon ein Hammer, wenn man sich einmal die weitaus stärkere Wirtschaftskraft jedes einzelnen der drei genannten Länder, im Vergleich zu Spanien, vor Augen führt.
Nicht nur daß hierzulande die eigene Eigentumswohnung das wichtige Element der Altersvorsorge darstellen sollte, unzählich viele glaubten, daß man sich darüber hinaus leicht noch ein goldenes Näschen damit verdienen könne. Dies können, wie üblich, jedoch nur die Insider, und damit diejenigen, die in der Lage sind Entwicklungen weit vorauszusehen.
So wie sicherlich Boris Becker oder zumindest seine Berater. Er will seine Millionenfinca jetzt schnell noch mit stattlichem Gewinn verkaufen. Gerade noch rechtzeitig, wenn ihm dies denn gelingt. Jede Menge Immobilien-Spekulanten, Makler, Bauträger, Grundbesitzer, Kommunen und letztendlich auch die Banken schürten in den letzten Jahren eines ungezügelten Immobilien- und Baubooms fleißig einen Hype ungekannten Ausmaßes. Auch jetzt noch wird gebaut, quasi auf Teufel komm raus, als wenn überhaupt nichts wäre.
Selbst die Immobilienblase in den neuen deutschen Bundesländern in Folge der Wiedervereinigung macht sich im Vergleich zu der gigantischen spanischen Blase aus wie ein kleiner Luftballon. Und wir dürfen uns erinnern, als diese seinerzeit geplatzt ist, da gab es einen derart lauten Knall, daß dieser so ziemlich für jeden auf unserem Globus zu hören war.
Wahre Tragödien spielten sich ab, leider bleibt da immer nur das Spektakulärste in Erinnerung. Dr. Jürgen Schneider ist es damals gewesen. Dieser Baulöwe, der äußerst imageträchtige Bauwerke zu neuem Glanz verhalf, und der als eines der prominentesten Opfer einer apruppten Zinsentwicklung nach oben plötzlich Panik bekam und dann sein bei den Banken vorzulegendes Zahlenmaterial manipulierte.
Dieser arme Tropf ging damals wohl vor allem seinen Beratern auf den Leim, wie man es damals aus seinem Umfeld hinter vorgehaltener Hand hören konnte. Diese waren da fein raus und ich frage mich nun, wer ist diesmal hier in Spanien und auf Mallorca letztendlich der Dumme.
Sind es diesmal vielleicht sogar die oben genannten, gemeinsam mit all denen, die wie immer schön die Hand aufgemacht und mitkassiert hatten, oder wird es auch jetzt erneut der kleine Mann sein, der sein gesamtes Erspartes wie auch seine Zukunft nicht nur in die Hände seines Eigentumstraumes, sondern vor allem in die Klauen all derer verteilt hat, die ihr Scherflein im Gegensatz zu ihm auch diesmal wieder im Trockenen haben dürften.
Das letztere vermute ich zumindest einmal ganz stark. Zwar gab es jüngst bereits riesige Aktienkursverluste spanischer Immobilenunternehmen, doch da werden die Macher in weiter Vorrausssicht längst alles geregelt haben. Genauso wie es hier auf Mallorca wohl so sein wird.
Hier auf der Insel gibt es zahllose Immobilenmakler und Bauträger, die längst in schierer Aufregung sind. Man äußert diese, zunächst noch muß man wohl sagen, hinter vorgehaltener Hand. Aber es wird nicht mehr lange dauern, bis das große und vor allem laute Jammern beginnen wird.
Meine Herzlichen Grüße gehen daher heute nochmals an die Inselpolitik. Ihr habt es geschafft, daß die kommende Tragödie nicht zum großen Wahlkampfthema wurde. Vielleicht ist es aber nur so, daß euer Wähler die böse Vorahnung längst gefühlt hatten, aber schlicht und einfach darauf vertrauten, daß die alten Seilschaften, denen sie über lange Jahre die Treue hielten, sie nicht im Regen stehen lassen würden. Und ich bin daher einmal sehr gespannt, wie ihr ihnen diese Treue in den kommenden schweren Jahren zurückzahlen werdet.
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