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Heuchelei

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDer Rechtsextremismus ist mal wieder in aller Munde. So wie dies in den letzten Jahrzehnten immer wieder der Fall gewesen ist, und wie man dies auch in den kommenden Jahrzehnten immer wieder erleben wird.

Einem Kolumnisten bleibt jedesmal schier die Spucke weg, mit welcher Inbrunst dann immer wieder aus allen politischen und journalistischen Ecken diskutiert wird. Dann hat plötzlich jeder etwas zu sagen, moralische Instanzen, wo man auch hinschaut, gegenseitige Vorwürfe, man übt sich in allerlei Klamauk und Schattenboxen.

Nachdem in der sächsischen Stadt Mügeln acht Inder verprügelt worden sind, und es klar ist, dass fremdenfeindliche Motive sicherlich die entscheidende Rolle bei dieser Straftat gewesen sind, beschäftigt sich landauf und landein die Bundes- und Landespolitik, allerlei Institutionen und Organisationen und wer weiß ich noch alles mit diesem Übergriff.

Die gleichen Menschen, denen nichts dazu einfällt, wenn deutsche Tornados in Afghanistan den Natotruppen bei der Bombadierung helfen, und dabei Hunderte Zivilisten, auch Frauen, Kinder und sogar Babys getötet werden.

Die gleichen Menschen, die nichts dazu zu sagen haben, dass Regierungsmitglieder in den USA mit Beteiligungen an Rüstungs- und anderen Firmen direkt vom Krieg der USA im Irak profitieren.

Die gleichen Menschen, denen nichts dazu einfällt, dass die Vereinigten Staaten ohne völkerrechtliche Legitimation Kriege in anderen Ländern führen, gegen einen Feind, den sie davor noch mit erheblichen Waffenlieferungen unterstützt haben.

Die gleichen Menschen, die nichts zu der Tatsche zu sagen haben, das die Politik der Globalisierung und EU-Erweiterung zu einem flächendeckenden Lohndumping in Deutschland, und ganz besonders in Ostdeutschland geführt hat. Auch und gerade in Sachsen, auch und gerade in Mügeln.

Wo immer man hinschaut in der Welt, überall da, wo es soziale Schieflagen gibt, überall da, wo sich ein kleine Minderheit auf Kosten der überwiegenden Mehrheit bereichert, da wird es immer wieder zu Unzufriedenheit, Haß und Mißgunst kommen.

Ein Situation, die dann nicht selten zu Gewalttätigkeiten führt. Gewalt, die sich dann noch dazu meist an der falschen Stelle entlädt. So ist das nunmal, so war es schon immer und wird dies auch immer sein.

Insofern gilt die Prügel von Mügeln oder auch anderswo in Wirklichkeit denjenigen, die für die soziale Schieflage in Deutschland oder wo dies immer auch in der Welt geschieht, verantwortlich sind. Den Verantwortlichen in der Politik und Lobbyismusarbeit. Doch soweit denkt man besser nicht, Selbstkritik war noch die die Stärke der Politik. Im Gegenteil.

Die Vorkomnisse in Mügeln eignen sich wieder einmal vortrefflich dazu vom eigenen Unvermögen abzulenken. Statt Aufschwung- und Klimaschutz-Schaumschlägerei sollten die politisch Verantwortlichen in Deutschland besser dafür sorgen, dass der kleine Mann endlich ein Leben in Würde führen kann.

Mit einem Job, der anständig bezahlt ist, so anständig, dass der kleine Mann, sei es nun Mann oder Frau, mit seinem hart erarbeiteten Lohn wieder eine Familie mit Kindern ernähren kann.



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