Hintermänner
Die ETA will nun doch wieder zuschlagen, wie man hört. Und es könnte dieses Mal auch die Insel Mallorca treffen, denn sie hat es selbst so erklärt. Sie werde wieder Anschläge verüben, die einseitig von ihr selbst vor gut einem Jahr verkündete Waffenruhe sei jetzt endgültig passè, und der nächste Anschlag sei besonders spektakulär. Touristische Ziele schließt sie dabei ausdrücklich mit ein.
Na ja, Waffenruhe ist gut, sage ich mir, während ich kopfschüttelnd versuche mir die mehr als achthundert Tote vorzustellen, die bisher als schauriges Ergebnis der Anschläge dieser baskischen Untergrundorganisation ETA zu Buche stehen. Sogar ein anderthalbjähriges Kind war mit dabei. Diese grauenvolle Vorstellung will mir jedoch, oder zum Glück, jetzt einfach nicht gelingen.
Bereits im vergangenen Dezember hatte sie in spektakulärer Manier ein Parkhaus am Madrider Flughafen in die Luft gejagt. Zwei Tote waren es damals, unzählige Verletzte, und es hätte wohl noch schlimmer kommen können.
Wieviele Opfer werden es beim nächsten Mal sein, und vor allem, wieso wird es so sein. Wieso sind es immer die Unschuldigen und Wehrlosen, die es trifft, frage ich mich noch, und was sind denn die tatsächlichen Hintergründe für eine scheints unlösbare politische Situation im nordspanischen Baskenland.
Das Land kassiert fleißig Milliardenbeträge aus den Töpfen eines zusammenwachsenden, grenzenfreien Europas, und ist dabei nicht einmal in der Lage eine barrierefreie Einigkeit innerhalb seiner eigenen Grenzen herzustellen.
Eine große Anhängerschar soll die ETA haben, wie man auch anhand der Resultate der zurückliegenden Kommunalwahl sehen konnte, als ihr politischer Arm Batasuna in den wenigen Gemeinden, in denen diese Partei überhaupt kandidieren durfte, beträchtliche Stimmenanteile erhielt.
Wir deutschen können die Situation hier in Spanien ganz sicher kaum beurteilen. Interessant wäre daher einmal zu erfahren, wer denn genau mit der ETA sympathisiert. Wer sind, wie in derartigen Fällen üblich, die großen Unbekannten im Hintergrund. Die, die das nötige Geld und entsprechende Machtinteressen haben, und dann mit den entsprechenden Parolen den kleinen Mann auf der Straße auf ihre Seite bringen.
So läuft es ja immer ab, wo man auch hinschaut in unserer Welt. Wer hat denn eigentliche Interesse an einem ETA-Terror, könnte man auch fragen. Ein Terror, dessen Ursprünge in die Zeit der Franco-Diktatur zurückreichen. Was ja noch gar nicht so lange her ist, denn die demokratische Verfassung Spaniens ist noch nicht einmal zwanzig Jahre alt.
Wer genau profitiert von den latenten Unruhezuständen, die, wie überall auf der Welt so auch hier, ein ganzes Volk in Angst und Schrecken versetzen. Und, dies ist vielleicht das Entscheidende, die dann auch von anderen wichtigen Dingen ablenken.
Die Anworten auf diese drängenden Fragen geben ganz sicher wichtige Hinweise auf die tatsächlichen Hintermänner und Drahtzieher dieser Greueltaten, in einem Land, welches sich bis heute nicht in der Lage sah die Zeit des Franco-Faschimus endlich einmal aufzuarbeiten.
Mein erster Gruß geht denn heute auch einmal an den sogenannten Kleinen Mann im Baskenland. Lasst euch nicht von den Großen vor einen Karren spannen, den wie immer nur ihr ziehen müsst, und für den auch nur ihr die Opfer bringt. Laßt doch diejenigen die Köpfe hinhalten, die so dringend danach gieren, nach Macht und Geld. Denn um nichts anderes geht es, egal ob hier oder sonst wo in unserer Welt.
Mein nächster Gruß geht auch heute hinüber in das Deutschland des G-8-Gipfels. Auch hier würde ich zu gerne einmal wissen, wer wirklich diese Demonstrationskrawalle schürt, während gleichzeitig jenseits des Zauns, fast unbemerkt von einer weiten Öffentlichkeit, weitreichende Entscheidungen getroffen werden.
Wer genau hat hier ein Interesse an der jetzigen Situation. Die wirklichen Globalisierungsgegener, so meine ich es, sind es ganz sicher nicht.
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