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Schweinehunde

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenRichtige Schweinehunde sind diese Leute, die man immer wieder einmal dabei erwischt, wie sie fremde, kleine Kinder fotografieren. Oft auch noch nackte Kinder. Leider auch hier an den Stränden unserer Insel Mallorca, in kurzer Zeit gab es nun bereits zwei Vorkomnisse dieser Art.

Ein Kolumnist auf Mallorca hat, genauso wie hoffentlich alle meine Leser auch, keinerlei Verständnis für das Verhalten derartiger Sittenstrolche. Schmutzig ist das, ganz besonders schmutzig und verurteilungswürdig.

Da fehlen mir im Grunde einfach die Worte, aber das ist ein Thema, mit dem man sich aus verschiedenen Erwägungen heraus unbedingt befassen muss. Nicht nur wegen den leider zu oft abscheulichen Motiven, die Kinderpornografie ist hiermit selbstverständlich gemeint.

Die wichtige Diskussion über Kindermissbrauch hat in unseren Breiten elementarste Auswirkungen auch für diejenigen Eltern, und da vor allem für alle Väter, denen derart perverse Gedanken völlig fremd sind. Und dies sind zum Glück weit mehr als neunundzeunzig Prozent aller Väter.

Das Schlimme ist dabei nur, wegen einigen wenigen Strolchen müssen alle unter der Diskussion über Pädophilie und Kinderpornografie leiden. Nicht selten kommt es vor, dass Väter dumm angesehen werden, wenn sie ihr eigenes Kind, oder vielmehr noch, ein Kind aus befreundeten Familien aus einem Gefühl der Kinderliebe auf den Schoss nehmen.

Wie oft ist diese väterliche Geste in der Öffentlichkeit bereits unterlassen worden, aus Angst irgend jemand könne sich etwas Schlimmes dabei denken, dies fehlinterpretieren. Soweit ist es seit einigen Jahren schon in unserer Gesellschaft.

Neben vielen berechtigten Anzeigen gibt es daher auch immer wieder unberechtigte, wie man dies mittlerweile weiss. Für die betroffenen Familien eine Katastrophe, nicht nur für zu Unrecht verdächtigte Väter, sondern auch für Kinder und andere Angehörige.

Mit dem Einzug des Internet bauen sich anscheinend eine ganze Reihe internationaler Kinderpornografie-Ringe auf. Und mit jeder Erfolgsmeldung der Strafverfolgungsbehörden, die sich im internationalen Zusammenspiel zum grossen Glück für uns alle darüber einig sind, dass man bei diesen Straftaten unbedingt zusammen arbeiten muss, spüre ich ein grosses Stück Erleichterung darüber, dass man wieder einige dieser Schweine gefasst hat.

Und dennoch geht mit dieser Erleichterung ein erheblicher Anteil an Verklemmung daher. Verklemmung und Verbitterung darüber, dass Kinder missbraucht wurden. Missbraucht von Menschen, für deren Geistes- und Seelenzustand ich keinerlei Verständnis haben kann und will. In keinster Weise, ja mehr noch.

Jedesmal, wenn ein Täter derartig abscheulige Missetaten wiederholt, sollten die Gutachter, die diese vorher auf die Gesellschaft erneut losgelassen haben, mit auf der Anklagebank sitzen. Genauso radikal denkt ein Kolumnist darüber, egal welche Argumente auch immer wieder genannt werden, ob Resozialisierung, operative Eingriffe, ethische Gesichtspunkte, was weiss ich noch alles.

Die Unversehrtheit der Menschen, und da noch viel mehr unser aller Kinder, die muss absoluten Vorrang haben. Und wenn dafür auch die lebenslange, und vor allem reale, sprich tatsächliche Sicherheitsverwahrung notwendig ist, ohne ein Wenn und ein Aber.

Und diejenigen, die sich, wie hier geschehen, mittels Fotografieren der Opfer daran beteiligen, wenn auch als Lieferant von Bildern fürs Internet, oder was auch immer, diese sollten ebenfalls die ganze Schärfe des Gesetzes spüren. Und dabei belassen wir es am besten heute bei diesem traurigen Thema.

Mein erster Gruß geht daher heute auch zunächst an diejenigen, die aufmerksam genug waren, derartiges Treiben an unseren Stränden zu beobachten. Ihr habt richtig gehandelt, wenn ihr das unserer Polizei meldet.

Beim letzten Ereignis fanden die Beamten Fotos von nackten oder mit Badehose bekleideten Kindern auf der Kamera. Und das dürfte kaum zu erklären sein, wenn es nicht die eigenen Kinder sind, die dort abgelichtet wurden. Nicht zu wissen, dass man fremde Menschen nicht ohne deren Erlaubnis, oder, im Falle von Kindern, der Erziehungsberechtigten fotografieren darf, dies kann es eigentlich nicht geben. Das dürfte hinlänglich bekannt sein.

Mein Gruss nach Deutschland verbindet sich heute mit grossem Entsetzen über den Inhalt der Ansprachen anlässlich der Trauerfeier für die in Afghanistan ermordeten Beamten. Einmal mehr frage ich mich, wo ist in der Politik in Berlin das Gewissen abgeblieben. Wann endlich stellt man den unsäglichen Einsatz deutscher Soldaten dort in Afghanistan in Frage, und sich selbst gleich mit. Wieviel unschuldige Menschen will man noch opfern.

Wie immer auch Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel. Einer Insel, auf der das Leben an Tagen wie heute einfach keine Freude bereiten will.



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