Die Sau muss durchs Dorf

Die nächste Sau wird durchs Dorf getrieben. Diesmal triffts Raucher. Gnadenlos. Sage ich als Nichtraucher. Getrieben und gehetzt von Menschen, die einmal von Freiheit redeten, früher. Lange scheint es schon her, aber, so lange ist es doch gar nicht.
Die sechziger, welch Träume, welch Visionen, so viele waren sich einig. Der Feind war doch erkannt. Oder nicht. Er hieß Ordnung und Staat, Autorität und Regulierung. Freiheit wollte man. Suchte man. Erkämpfte man. Apo. Man könnte lachen, wenns nicht so traurig wär.
Ausserparlamentarische Opposition. Macht kaputt was Euch kaputt macht, sollte es doch eigentlich heissen. Und jetzt. Ihr, die ihr euch doch so berufen gefühlt, ausgerechnet ihr. Ihr seid die schlimmsten. Machts noch schlimmer. Viel schlimmer. Ihr quält die Menschen immer weiter, immer mehr, habt zuviel Zeit, ihr seid zuviel.
Der Marsch durch die Institutionen. Mit grosser Hast hinein, in Amt und Würden, ran an die Macht, der eine öffnet die Tür, für den Nächsten. Ihr Amigos, denke ich, jetzt habt ihr sie doch, die Macht. Schon so lange schon blast ihr die Märsche. Für uns. Uns. Welch ein Fiasko, welch Treppenwitz der Geschichte ist das doch.
Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber. So heißt es doch. Wir hatten gewählt, euch, die Visionäre von damals, begraben ist alle Hoffung. Es scheint hoffnunglos. Was machen wir jetzt. Aber ja. Jetzt fällt mir was ein, Mensch, das wärs doch, das wäre die Lösung. Warum nicht schon eher.
Seid ihr nicht die Schweine von heute? Wenn ja, wann treibt man euch denn durchs Dorf. Endlich.
Herzliche Grüße von einer Insel der Toleranz, von der Insel Mallorca,
Ihr Marlon
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