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Ohrenschmalz

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDer in den letzten Wochen und Monaten immer ungeneigerte Leser von Meldungen, die für eben diesen Leser den Eindruck erwecken, sie würden nur von einer willfährigen Journaillie verfasst, stellt sich mittlerweile die Frage, ob Teile der deutschen Politik die Bevölkerung hierzulande überhaupt noch ernst nehmen.

Nicht nur ein altes Sprichwort rät uns dazu an Zufälle nur in absoluten Ausnahmefällen zu glauben. An Zufälle unseres derzeitigen Zeitgeschehens zum Beispiel, in der Innenminister Wolfgang Schäuble seine, wie viele meinen, fragwürdige demokratische Einstellung nicht nur dadurch zu erkennen gibt, in dem er an seinen Bestrebungen wesentliche Grundzüge der Deutschen Verfassung zu ändern ganz einfach fest hält, obwohl es von allen Seiten heftige Proteste hagelt.

Just in dieser Zeit begegnet dem wenig darüber amüsierten Leser das Wort Terrorismus, wo er denn auch hin schaut, so daß er schon fast den Eindruck erhält, man sei bereits von Terroristen umzingelt.

Ob es nun die Warnungen der ohnehin macht- und kontrollbesessenen Amerikaner sind, ob es nun Äußerungen einzelner Politiker sind, die in schon fast unappetittlich anmutender Parteiraison Schulterschluß gegenüber ihrem Parteigenossen und Innenminister zeigen, oder ob es nun sogar der Präsident des baden-württembergischen Verfassungsschutzes, Johannes Schmalzl ist.

Dieser Mann stellt sich nun, obwohl ihn aus dem Volk sicherlich niemand hierzu berufen hat, ebenfalls vor die Presse, um vor einem neuen Linksterrorismus in Deutschland zu warnen. Daß dies ein Mann ausgerechnet aus dem sogenannten Ländle äußert, welches die Heimat Schäubles ist, mag nun wirklich Zufall sein. Dies glaubt sogar ein Kolumnist.

Wenn er denn aber weiter ausführt, daß es noch Reststrukturen aus dem damals großen Unterstützer- und Sympathisantenkreis der Roten-Armee-Fraktion gäbe, und daß wir nun aufpassen müßten, dass jetzt nicht ehemalige RAF-Terroristen wie zum Beispiel Christian Klar als Ikonen der gewaltbereiten linksextremistischen Szene herumlaufen oder sich von dieser Szene instrumentalisieren lassen, dann müßte eigentlich allerortens schallendes Gelächter ausbrechen, wenn nicht die tatsächlichen Umstände dazu führen würden, daß dem Leser genau dieses Lachen dann im Halse stecken bliebe.

Ein RAF-Sympathisantenkreis ist seit Jahrzehnten schon nicht mehr auszumachen in unserem Land, in dem wohl niemand Verständnis für die Motive und Taten dieser verabscheuungswürdigen Schergen haben dürfte. Mit Ausnahme des Bundespräsidenten Horst Köhler sehe ich zumindest momentan auch weit und breit niemanden, der sich mit dem Thema RAF befasst, einmal abgesehen von den Vertretern aller Medien, die dieses Thema verständlicherweise dankbar aufgreifen.

Stefan Raab, der sich hier in gewohnt geschmackloser, wie perfider Art und Weise seine Zuschauerquote auf Kosten der RAF-Opfer erhalten wollte, wird er wohl auch nicht gemeint haben. Und so bleibt nur der bittere Nachgeschmack von unnötigem Theaterdonner, diesem altbekannten Geschrei um Nichts, und beim Lesen derartiger Meldungen natürlich auch die wieder einmal so unnötig verwendete wertvolle Zeit.


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