Europa 2007 / Teil 5
Europa ist nach wie vor Thema Nr. 1 in den Köpfen vieler Menschen in unserem Land. Dies ist nicht zuletzt das Ergebnis einer deutschen Politik, die unser Land in friedlichem Einvernehmen und mit wachsendem Nachdruck aller Handelnden in eben genau dieses Europa hinein führt. Nicht wenigen unter den deutschen Bürgern ist dabei aber suspekt, daß die Öffnung aller Grenzen nach außen, verbunden mit einem immer weiter wachsenden Verlust von Identität und Orientierung der einzig mögliche Weg sein soll, den dieses Land in Zukunft noch vor sich hat.
Dabei war es doch alleine diese Politik, die diesen Weg vorher bestimmt hat, und die ihn, so scheints, ohne nach links oder nach rechts zu schauen, immer schön stur weiter verfolgt.
Während man in unserem Land Globalisierungsgegner gerne einmal in die terroristische Ecke stellt, und ihnen wie zuletzt sogar Geruchsproben entnimmt, wie es in früherer Zeit nur bei der Stasi üblich war, nimmt man im europäischen Ausland weit mehr Rücksicht auf die Belange der eigenen Bevölkerung.
Immer wieder als gutes Beispiel zu nennen eignet sich die reiche katalanische Provinz in Spanien, von der wir ja bereits wissen, daß sie ihren ganz eigenen europäischen Weg verfolgt. So hat man nach all den bislang schon erlassenen Gesetzen, die alleine den Zweck haben eigene Interessen gegenüber den anderen EU-Staaten zu wahren, nun noch einiges weitere nachgeschoben.
Ab dem kommenden Schuljahr gibt es auf den Balearen die dreisprachige Schulpflicht. Alle Kinder müssen an allen 42 Schulen, wovon etwa 80% Privatschulen sind, in Zukunft spanisch, englisch und auch jetzt katalanisch lernen. Edmund Stoiber und die bayeriche CSU wären begeistert, wenn sie wüßten, daß es in einem Europa ohne Grenzen möglich ist das öffentliche Leben auch in einer regionalen Sprache abzuwickeln.
So ist es weder für einen EU-Bürger, noch für ein Unternehmen aus einem EU-Land möglich alleine mit der spanischen Landessprache zurecht zu kommen. Im öffentlichen Leben spielt sich nach dem Willen der Balearenregierung alles auf Mallorquin ab, einem Dialekt des Katalan.
Dies wäre, als wenn die Bayerische Staatsregierung ein Gesetz verabschieden würde, nach dem nun Bayerisch die wichtigste Landesprache wäre, man aber dann an einem speziellen niederbayerischen Dialekt weder im öffentlichen Leben noch in der freien Wirtschaft vorbeikäme.
Und zwar deshalb nicht vorbeikäme, weil es im Zuge dieses Gesetzes unzählige Durchführungs- bestimmungen gäbe, die bis in das persönliche Leben aller bayerischen Bürger sowie in das Tagesgeschäft aller Unternehmen hineinwirken würden. So wie es die Regierung in Palma de Mallorca in vielen Fällen beschlossen hat.
Selbst ein dramatischer Rückgang der Urlauberzahlen in Folge schikanöser Balearenpolitik gegenüber den EU-Ausländern hat diese Regierung nicht von ihrem Kurs abhalten können. Sie sagen sich, Europa seid da drüben ihr, aber wir in Spanien, auf den Balearen und Mallorca, wir, wir leben hier.
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