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Europa sei Dank

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenHoffnungslos überschuldet ist man auf Mallorca. Vor allem die junge Generation soll davon in einem erschreckenden Maße betroffen sein. Das spanische Statistikamt veröffentlichte jetzt erschütternde Zahlen über die finanzielle Situation im Land, und damit auch hier auf den Balearen.

Und dort, wie auch gerade hier auf unserer Insel Mallorca sieht es ganz besonders dramatisch aus. Das Traurige daran, es betrifft hautpsächlich junge Familien. Diese haben sich nach spanischer Tradition Wohneigentum gekauft, zumeist ist es die Eigentumswohnung. Dies ist und war immer ein wesentliches Element der eigenen Altersvorsorge, die in unserem deutschen Sinne hier in Spanien gar nicht existiert.

Wie es bei Traditionen so üblich ist, werden diese von den älteren auf die jüngeren Generationen übertragen. So ist es in einem besonders starkem Maße auch hier der Fall. Das gesamte Kreditfinanzierungs-System in Spanien war aufgrund besonders niedriger Zinsen geradezu präferiert für diese im Grunde auch sinnvolle Geldanlage.

In einem europäischen Kontext jedoch ist die autonome Stellung des nationalen Geldmarktes passè, die Abhängigkeit von Brüssel führt zu veränderten Rahmenbedingungen, deren Opfer unter Anderm jetzt auch die spanische Zinspolitik ist. Mit den seit einiger Zeit steigenden Zinsen kommen nun immer mehr, wie erwähnt, vor allem junge Menschen, aber nicht nur, in die gnadenlose Schuldenfalle.

Wenn ein Haushalt dreiundachzig Prozent seines Gesamteinkommens für die Kreditrückzahlung aufwenden muß, dann sind dies höchst arlarmierende Zahlen. Und da dies nur Durchschnittszahlen sind, die veröffentlicht wurden, dann kann man sich das gesamte Ausmaß des Elends erst recht so richtig vorstellen.

Es kommt nun, wie es in diesen Fällen auch in Deutschland kommt. Man wird umschulden müssen, wenn man den finanziellen Ruin überhaupt noch vermeiden kann, denn die Kreditrichtlinien sind unter wachsendem Einfluß eines EU-Europas erheblich verschärt worden.

Dies hat zur Folge, daß in diesen Tagen vielerorts gerade die jungen Menschen schon jetzt vor den Scherben ihres gesamten Lebens stehen. Die einzigen, die wie immer von dieser Situation profitieren werden, sind diejeinigen, denen Kapital im Überfluß zur Verfügung steht.

Es sind dies, wie könnte es auch anders sein, die Banken und die institutionellen Anleger, und natürlich alle diejenigen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer reicher dadurch wurden, indem sie von dem Leid zahlloser Menschen in einem von wachsender Massenverarmung gekennzeichneten Globalisierungszeitalter profitieren konnten.

Diese wenigen Gewinner eines freien Europas und der freien Globalisierung werden immer reicher, und damit immer mächtiger, während der Durchschnittsbürger bei Nettoeinkommen von oft nur 600 bis 800 Euro immer ärmer wird.

Mein Gruß mit Appell-Charakter geht heute daher erneut an die Politik in Brüssel und vor allem nach Deutschland und Frankreich, und damit in die Länder, die dieses Europa so gnadenlos in diese massenverarmende Globalisierung hineintreiben.

Ihr habt euch längst zum Handlanger der Hedge-Fonds und der Großaktionäre gemacht. So ist meine Sicht der Dinge. Kehrt endlich um und fahrt das Rad der Geschichte wieder zurück. Den Menschen zuliebe. Ungarn löst Spanien als Immobilienkäuferland ab, so ist es in diesen Tagen zu lesen. In Osteuropa ist vieles noch viel billiger, die Menschen sind dort noch ärmer.

Den Gesetzen des freien Marktes zufolge, einen Markt, den ihr mit der EU-Erweiterung geschaffen habt, greifen die Deutschen nun dort in Ungarn zu, und verlassen nach und nach dieses Spanien. Und sie verlassen damit auch die Balearen und Mallorca.


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