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Der Metzger



Er entspricht bereits seit vielen Jahren dem Idealbild des erfolgreichen Jungunternehmers, der es in einer Gesellschaft wie der unseren einfach geschafft hat. Als Showmaster, Entertainer, Musiker sowie Musikproduzent hat er sich über die Jahre hinweg seinen eigenen Stil bewahrt. Mit diesem scheint er aber nicht selten dem Klischee des Berufes zu entsprechen, aus dem er eigentlich ursprünglich kommt.

Als Sohn einer Metzgersfamilie sollte Stefan Raab, um den es hier geht, dann später selbst die Metzgerlehre absolvieren, bevor er dann endgültig in das oben genannte Fach wechselte. Von Anfang an war einer seiner herausragenden und auch immer wieder kritisierten Tugenden seine Gabe, sich auf Kosten anderer zu amüsieren, und da sehr oft auf Kosten derer, die sich dabei nicht wehren konnten.

So sagte er einmal vor laufenden Kameras, Sachsen sei so schön, daß sogar einmal 1000 Engländer zu Besuch gekommen wären. Er sagte dies bewußt in Anspielung auf das schreckliche Bombardement der Stadt Dresden im Jahre 1945, bei dem mehr als 35000 Menschen zu traurigen Opfern eines grauenvollen Krieges wurden.

Daß er sich hierfür später, nachdem er dazu gedrängt wurde, schriftlich entschuldigte, hielt ihn aber in der Folgezeit nicht davon ab sich weitere wehrlose Opfer zu suchen. Opfer, die nicht die Medienerfahrung wie er hatten, und die dann nicht selten Spötteleien und Beleidigungen, oder gelegentlich sogar Obszönitäten anderer über sich ergehen lassen mussten.

Ausgerechnet für sich selbst nimmt er jedoch genau das Persönlichkeitsrecht in Anspruch, welches er bei anderen immer wieder beschädigt. Man solle ihn als Privatmann gefälligst in Ruhe lassen, dementsprechend streng schirmt er denn auch sein Privatleben ab, was er auch damit begründet, daß seine Opfer ja ihr Privatleben von selbst in die Öffentlichkeit tragen würden, und sie daher selbst an allem Schuld hätten.

Damit meinte er bestimmt auch eine 16-jährige Schülerin, über dessen Name er sich in einer derart obszönen Weise öffentlich belustigt hatte, worauf ihn das Oberlandesgericht Hamm zur Zahlung von zu 70.000 € Schadensersatz verurteilte.

Der in dem Urteil proklamierte Straftatbestand, die schwerwiegende Verletzung der Persönlichkeitsrechte, sollte ihn noch oft auf seinem Karriereweg begleiten. In dem Bewußtsein, daß er den weitaus größeren finanziellen Rückhalt hat, geht er auch schon einmal durch mehrere Instanzen.

Wenn es darum geht, seine Opfer zumindest finanziell zu entschädigen, erweist sich Stefan Raab als besonders kleinlich. Nicht so kleinlich ist er dagegen bei der Wahl seiner Mittel, wenn es gilt andere Menschen zu beleidigen, sie zu demütigen, und ihrer Menschenwürde in nicht selten primitivster Weise zu beschädigen.

So wie es nun wieder, in ganz besonders übler Weise, geschehen ist, als er ein Mord-Opfer der RAF in einer beispiellosen Weise verhöhnte, und mit ihm dessen Hinterbliebenen. Er tat dies mit einer Kopie des damals um die Welt gehenden Erpresserfotos, welches im Original den seinerzeitigen Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer zeigte.

Dieser wurde am 5. September 1977 zunächst brutal entführt, dabei wurden vier Begleiter mit insgesamt 117 Kugeln erschossen. Seine RAF-Entführer hatten Hanns Martin Schleyer in der Folgezeit immer wieder auf Geiselfotos der Weltöffentlichkeit präsentiert. Kurz nach dem überall präsentierten Erpresserfoto, genau das Foto, welches Stefan Raab jetzt für einen geschmacklosen Scherz nachstellen ließ, lag Schleyer im Kofferraum eines Autos, von drei Schüssen in den Hinterkopf ermordet.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach sagte einmal, Was Raab hier macht, ist Unterhaltung nach dem Motto: Je niedriger die Schublade, desto höher die Quote". Damit hat Herr Bosbach zweifellso recht. Und für mich ist dieser Mann, der Stefan Raab, als Mensch ganz einfach schlecht .

Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser
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