www.valentinmoser.com
Suche   

Kackhofe



Er ist ein Mann derber Worte, bekannt dafür kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Zunächst nur regional in Niedersachsen mit der Comedysendung Frühstyxsradio ein Begriff, erlangte er mit seiner Mattscheibe bundesweiten Ruf als Satiriker, der mit seinen bissigen Kommentaren die deutsche Medienlandschaft aufs Korn nimmt.

Seine zumeist hämischen Kommentare richtete er unter dem Beifall einer größeren westlichen Zuschauergemeinde in aller Regelmäßigkeit auch gen Osten der Republik. Mit Sprüchen wie "Saufmusik zum Eierabschrecken von freilaufenden Ossis", "Sachsen-Anstalt" oder "Der gute alte MDR – die Hasenscharte des deutschen Fernsehens" kommentierte er nicht nur Volksmusiksendungen des MDR, sondern traf damit bewusst vor allem die Menschen, die sich in den Jahren des unbarmherzigen Wechsels von Ost auf West ein Stück ihrers gewohnten Lebens, ein Stück Sehnsucht, nach Hause in ihre Wohnstuben holten.

Er traf damit die Menschen in unserem Land, die sich gegen diese ungewohnte Schmäh noch am wenigsten wehren konnten, und erhielt nicht zuletzt auch dafür den Adolf-Grimme-Preis. Zunächst nur ausgestrahlt im Fernsehsender Premiere, ging es nach seinem Wechsel zur ARD nun bergauf mit der Karriere von Oliver Kalkofe.

Als selbst ernannter Medienkritiker legte er für ein breites Publikum nun so richtig los. Er bezeichnete Mitarbeiter des Privatfernsehens schon mal als grinsende Amöben, als schlecht ausgebildete Trickbetrüger oder auch mäßig begabte Hütchenspieler, welche auf der Straße keine zehn Minuten überstehen würden, ohne verhaftet oder niedergeschlagen zu werden.

Über das Publikum zuhause vor den Fernsehschirmen ließ er vernehmen, es sei einfach nur doof, wie zuschauenden Nieten im Loseimer einer Glotzmasse.

Daß ausgerechnet dieser Mann nun in der Hauptrolle des "Inspector Very Long" maßgeblich an Filmen wie "Der Wixxer" und "Neues vom Wixxer" mitwirkte, deren Niveau weit unter dem der von ihm seinerzeit kritisierten Fernsehsendungen liegt, und dies auch in der Würdigung als Persiflage, läßt den erstaunten Betrachter vermuten, daß es Oliver Kalkofe schon immer nur um eines ging. Nämlich mit derben Sprüchen auf Kosten anderer den eigenen Geldbeutel zu füllen.

Oliver Kalkofe, Du sagtest einmal unser Fernsehen sei am Ende, das beste was dies sende, wäre nicht einmal umsonst gerechtfertigt, es sei großkotzige Publikumsverachtung, und man solle den Fernsehzuschauern doch bitte einen Teil der Gebühren zurück erstatten.

Ich für meinen Teil finde, Du hast schon recht. Aber noch richtiger ist, daß auch Du am Ende bist. Und Du solltest denjenigen, die in Erwartung guten Humors dieser Tage wieder einmal in die Kinos gehen, ihren Eintrittspreis wieder zurück erstatten. Schon alleine aus Selbstachtung, darf Dich hier noch mal zitieren, willst Du doch nicht das Bezahlen Deiner dreisten Dämlichkeit mit animieren.

Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser
Lesen Sie weitere Kommentare von Valentin Moser »


Weitere Artikel in der Rubrik Fernsehen:
© 2007 power-labels.com