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Harte Bandagen 2

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenHarte Bandagen im Internet Business, und da vor allem in der Online-Werbung. Dies war Inhalt meiner gestrigen Kolumne, in der ich meine frisch erworbenen Kenntnisse über die Werbebranche im Internet zum Besten gegeben hatte.

Eine Branche, in der es um das ganz große Geld geht, um unvorstellbar viel Geld, und in der daher die Methoden, die da so angewendet werden überhaupt nicht die feine englische Art zu sein scheinen. Obwohl das mit dem Schein stimmt ja eigentlich nicht, denn das ist sozusagen real, sprich recht schmutzig, die Methoden, die da zumindest teilweise an der Tagesordnung sind.

Was also war geschehen, dies war die entscheidende Frage zum Abschluß meiner gestrigen Kolumne. Da kommt also ein Anbieter mit einem, wie es mir als neutralem und, leider oder auch zum Glück, völlig unbedarftem Betrachter ins Auge stach, fast schon genialen Konzept einer Online-Werbeplattform.

Und, das was ganz sicher manchen der alten Hasen, also der Platzhirsche in dieser Internet-Werbebranche mächtig gefuchst hat, da steckte anscheinend auch noch eine fortschrittlichere Technik als bei allen anderen drin. Technik, so nennt man das wohl, oder Technologie.

Ist im Prinzip egal, denn die Fachleute sprechen da von Programmen und Scripten, richtig komplizierte Sachen in Programmiersprachen, die findige Zeitgenossen irgendwann einmal extra für das Internet erfunden haben. Damit das überhaupt so alles richtig funktioniert, wenn Sie und ich im Internet surfen.

Nun stellt also der Newcomer seine Website online, und die soll nicht nur konzeptionell und technisch geradezu der Hammer sein, sie sieht auch noch gut aus. Ja, ja, das habe ich mir sogar selbst einmal angeschaut. Ein Kolumnist im knallharten Werbegeschäft, auf einer brandneuen Website für Onlinewerbung, das hatte schon etwas.

Als ich das erste Mal die wichtigsten Anbieterseiten angeschaut hatte, und mir dann die Fachterminologie zu Gemüte führte, erschien mir die viel zitierte Kuh in meinem Geiste. Ich meine die Kuh, die da mit großem Unverständnis auf ein vor ihr stehendes Fahrrad glotzt.

Mit etwas Expertenrat, und so ganz dumm bin ich ja auch nicht, konnte ich Stück für Stück dann zumindest schon einmal die wesentlichen Zusammenhänge begreifen. Dann meldete ich mich hier an, und dann einmal da, dann dort. Alle wichtigen Platzhirsche wollte ich einmal unter meine gnadenlos scharfe Journalistenlupe nehmen, bevor ich dann diesen einfallsreichen neuen Anbieter besuchte.

Ich war dann letztendlich auch bei diesem neuen Anbieter drin, habe mir da einfach gleich ganz frech einen vollumfassenden Agentur-Account angelegt. Werden die bei so vielen Kunden ja nicht unbedingt merken, hatte ich mir gesagt. Und Sie, verehrte Leser, wollen mich doch etwa auch nicht verraten.

Und dann fing ich recht schnell an zu Staunen, denn da begriff ich, dass so eine schwierige Materie auch leicht verständlich dargeboten werden kann. Dann habe ich mir alle Informationen durchgelesen, und mit dem verglichen, was es da so alles sonst so in dem Geschäft gibt.

Und, meine abschließende Einschätzung, sagenhaft kann ich da nur sagen, aber wieso erzähle ich das hier überhaupt, denn wichtig ist etwas völlig anderes. Man hat nämlich mit aller Macht versucht diesem neuen Anbieter von Anfang an den Weg mit ganz schön gemeinen Tricks zu verbauen.

Wie man dies im Internet am besten macht, können Sie recht schnell in Erfahrung bringen, wenn Sie sich einmal die Blogger-Welt anschauen, oder auch das eine oder andere Forum im World Wide Web. Da kann man dann ruhig einmal so richtig schön hinterhältig alles mies reden, ganz anonym versteht sich.

Und das geschah dort sogar schon am allerersten Tag des Markteintritts, obwohl diejenigen, die dies gemacht hatten ganz genau wußten, dass so ein Markteintritt einige Wochen oder sogar Monate in Anspruch nimmt.

Rom wurde ja schließlich auch nicht einem Tag erbaut. Das ist Ihnen, verehrte Leser, und mir natürlich auch längst bekannt, aber wer denkt bei sowas denn schon an Rom, vor allem, wenn es ums knallharte Business geht.

Ein ganz besonders schlimmer Finger hat so wunderbar in Yello-Press Manier veröffentlicht, dass dieser Anbieter nach nur vier Tagen bereits am Ende sei. Eigentlich rufschädigend, ein Straftatbestand, aber was solls, da verläßt sich so ein Schmierfink wahrscheinlich darauf, dass der Betroffene einfach darüber hinweg sieht, aus Angst vor noch weiteren anonymen, linken Dingern.

Doch, das ist bei weitem noch nicht alles. Nachdem ein wichtiger Konkurrent, der sich noch kurz zuvor als Lieferant für lukrative Werbung angeboten hatte, und den man nicht nur fest einplante, sondern für den man viel Geld in Programmierarbeit investierte, drei Tage vor dem offiziellen Start lapidar und grundlos mitteilte, man habe es sich anders überlegt, stand man zum Startschuß zwar mit genügend Werbung da, jedoch die wirklich lukrative war dann mit einem Schlag nur noch spärlich vorhanden.

Ein anderer Konkurrent kübelte tonnenweise Schmutz in einem hierfür anscheinend speziell geschaffenen und bekannten Internetforum über dieses innovative Unternehmen. Dies tat er, indem er dessen Existenzberechtigung von vorn herein und gar grundsätzlich verleugnete, weil nämlich die lukrativen Werbeanzeigen gleich ab der ersten Stunde noch gar nicht vorhanden waren.

Gleichzeitig bot er dann diesem arg Gebeutelten in mehreren E-Mails ganz jovial seine Hilfe an. Er wollte nämlich plötzlich lukrative Werbung bereitstellen, in einer sogenannten Kooperation. Ja, ja, ein Schelm, der Böses dabei denkt, vor allem, wenn man das Kleingedruckte des Angebotes unter die Lupe genommen hat. Denn dadurch wurde der gesamte Sachverhalt nochmal dreimal zu mies und gemein.

Wiederum ein anderer Konkurrent ersann einen Grund die Telefonnumer des Entwicklungschefs zu erhalten, mit dem Vorwand technischer Fragen, da man eine Zusammenarbeit wolle.

Da man als Newcomer eine Tür, die sich öffnet nicht gleich fahrlässig von sich aus zuschlagen sollte, gab er diese Rufnummer ohne Zögern heraus. Woraufhin man dann diese Rufnummer an ein anderes befreundetes Unternehmen weitergab, diese versuchten dann über diesen Chefentwickler an technische Geheimnisse zu gelangen. Versuchte Industriespionage nennt man wohl so etwas.

Und das Schlimme hinter der letzten Gesichte, ausgerechnet ein ganz großer Fisch steckt dahinter. Nicht der größte, aber fast. All das wurde übrigens fein säuberlich dokumentiert, und abgelegt, wurde mir gesagt. Und von all diesem liegem einem Kolumnisten Abzüge vor, denn ohne sich persönlich von einem derartigen Sachverhalt überzeugt zu haben, schreibt dieser über so etwas ja nicht.

Wenn Sie mich allerdings jetzt nach den genauen Namen fragen, dann sage ich Ihnen die verständlicherweise nicht. Aber, mit etwas Überlegung und Finesse, wer weiß, nur eines vielleicht, der ganz, ganz Große, Google meine ich, der hatte an alledem verständlicherweise gar kein Interesse.



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