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Die Ehrfurcht vor dem Gelöbnis

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenEin ganz besonders schlimmes Thema wurde in jüngster Zeit auch hier auf Mallorca diskutiert. Es geht um eines der abscheulicheren Gewaltaten in unserer Zivilisation überhaupt, auch weil es auf eine ganz abstossende Weise die Abgründe der in diese Schreckenstaten verwickelten Menschen offenbart.

Ein Mallorca-Kolumnist hat es sich lange überlegt, ob er seine Kolumnen mit dem Themenfeld überhaupt in Verbindung bringen soll, und er hat daher hin und her überlegt, mit Herz wie auch Verstand abgewogen, und letztendlich entschieden es doch zu tun.

Vielleicht auch, um Sie, meine verehrten Leser etwas mehr für dieses Thema zu sensibilisieren, und damit hoffentlich auch Ihr persönliches oder sogar erweitertes Umfeld. Wenn mir dies gelingen würde, und dadurch vielleicht sogar irgendwann einmal eines dieser Verbrechen verhindert werden könnte, hätten diese Zeilen bereits Früchte getragen.

Ich spreche heute einmal von Menschen- und Organhandel, und dem damit verbundenen illegalen Adoption sowie, man mag es kaum glauben, dem Handel mit Organen zu wissenschaftlichen Zwecken oder auch für die Kosmetikindustrie.

Und bevor sich der Eine oder Andere nun vielleicht mit Entsetzen abwendet, eventuell auch in Glauben oder Hoffnung daran, dass es ihn auf keinen Fall betreffen könne, diesem kann ich nur zurufen, leider Gottes müssen wir alle uns damit befassen.

Gerade wieder einmal hier auf Mallorca aktuell ist dies Thema geworden, als Ende Juli in Manacor zwei 54 und 25 Jahre alte Frauen verhaftet wurden, kurz nachdem sie versucht hatten einen Säugling zu entwenden.

Den leider bislang immer noch spärlichen Meldungen zufolge brachen die beiden Frauen mit Gewalt in die Wohnung ein, und nahmen das Baby zu sich. Womit sie allerdings nicht gerechnet hatten, die Mutter des Kindes kam doch noch einmal zurück. Die Täterinnen legten sodann den Säugling wieder zurück, und verschwanden auf der Stelle.

Die entsetzte Mutter rief sofort die Polizei, die die beiden Frauen dann kurze Zeit später verhaften konnte. Die vermutlich osteuropäischen Täterinnen hatten anscheinend die Wohnverhältnisse zuvor ausgespäht und nur auf eine passende Gelegenheit gewartet, die dann auch gekommen schien. Und nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass das Allerschlimmste verhindert werden konnte eben weil die Mutter doch noch einmal zurück kam.

Es scheint fast so als ob mit der EU-Erweiterung neben allerlei anderen Kriminellem wie Raubüberfälle und Diebstähle aller Art nun noch ein weitere Verbrechensgattung Einzug auf unsere schöne Insel Mallorca erhalten hätte.

Denn neben Asien, Afrika und Lateinamerika war bisher vor allem Osteuropa einer der schrecklichen Schauplätze, an denen skrupellose Menschenhändler ihr widerwärtiges Handwerk ausüben. Dreitausend Kinder werden jeden täglich Opfer eines miesen Abschaums der Menschheit, in meinen Augen sogar der Abschaum des Abschaums.

Menschen können diese Verbrecher nicht sein, meiner Auffassung nach, und jeder, der in Derartiges auch nur in irgendeiner Form verwickelt ist, sollte für alle Zeiten hinter Schloß und Riegel kommen. Die Kinder werden an anderer Stelle illegal adoptiert, werden als Prostituierte oder Bettler brutal ausgebeutet, oder es geschieht noch wesentlich Schlimmeres mit ihnen. Ich mag es hier gar nicht aussprechen.

Laut Unicef ist das grausame Geschäft des Kinderhandels ein Milliardengeschäft. In einer ganzen Reihe von Ländern Osteuropas wird zum Beispiel den Müttern nach der Entbindung mitgeteilt, ihr Baby sei bei der Geburt verstorben, jedoch, sie dürfen ihren angeblich toten Säugling weder sehen, noch beerdigen.

Verstrickt in das scheussliche Geschäft sind demnach sogar Mediziner. Dies müssen entgegen der allgemeinen Auffassung zwar nicht den Eid des Hippokrates ableisten, sie sind jedoch an eine Fülle von Regelungen gebunden, und da in erster Linie nicht nur an rechtliche sondern vor allem auch an ethische Vorgaben.

Gemäss dem Genfer Gelöbnis, 1949 in Genf vom Weltärztebund beschlossen, legt jeder Arzt ein Gelöbnis ab, welches ich hier einmal im vollen Wortlaut wiedergeben möchte.

"Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben. Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein. Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse wahren.

Ich werde mit allem meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten und bei der Ausübung meiner ärztlichen Pflichten keinen Unterschied machen, weder nach Religion, Nationalität, Rasse, noch nach Parteizugehörigkeit oder sozialer Stellung.

Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden. Ich werde meinen Lehrern und Kollegen die schuldige Achtung erweisen. Dies alles verspreche ich feierlich auf meine Ehre."

So genau lautet es in diesem Gelöbnis. Wieviele Ärzte in unserer Welt verstossen genau in diesem Moment, in dem ich diese Zeilen notiere, gegen ihr Versprechen, insbesondere gegen den Teil des Gelöbnis, der da lautet "Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden."

Ärzte in Krankenhäusern und Labors, in der Kosmetikindustrie, Mediziner, die in den internationalen Menschen-, Kinder- und Organhandel verstrickt sind, und mit ihnen zehntausende Mittäter, die vielleicht gerade jetzt, in diesem Moment, ihr neues Opfer ausspähen. Ein wahrhaft abscheuliger Gedanke.

Meine ersten Grüße gehen daher heute einmal an alle Eltern, an alle die, die Nachwuchs erwarten, und an alle diejenigen, die selbst Kinder haben oder ein Herz für Kinder haben. Gebt gut acht, lasst um Gottes willen eure kleinen Kinder nicht allein. Selbst zuhause sind sie nicht sicher, wie man gerade eben hier in Manacor bei uns auf Mallorca sehen konnte.

Mein Gruß hinüber nach Deutschland verbindet sich einmal mehr mit einem erbitterten Vorwurf an die Politik in Berlin. Ihr habt den Zulauf osteuropäischer Krimineller nach Westeuropa erst ermöglicht, mit euren EU-Erweiterungsbeschlüssen, die die meisten eurer Bürger nie gewollt haben. Eure Politik für die Multis, und einmal mehr eine Politik gegen die Menschlichkeit.

Viele Grüsse wie immer auch an alle anderen hier auf meiner Insel, einer Insel voller Tierfreunde. Menschen, die es mit ihrem Engagement bestimmt gut meinen, die aber hoffentlich um leidende Kinder viel, viel mehr als "nur" um Tiere weinen.



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