Festspiele
Anstatt ob des Zustandes ihres Landes still und leise, sprich eher verschämt aus ihrem Urlaub zurückzukehren und ihren Arbeitsplatz aufzusuchen, gibt sie eine Presseerklärung heraus, in der sie verkünden lässt, dass sie nun wieder arbeitet.
Bundeskanzlering Merkel hat einen langen und vermutlich auch wunderbaren dreiwöchigen Urlaub verbracht, nach Besuchen der Festspiele in Bayreuth und Salzburg hat sie dann die Entspannung in Südtirol gesucht.
Ein Kolumnist fragt sich angesichts der sich häufenden schlimmen Meldungen der jüngsten Zeit, Meldungen, die so gar nicht auf ein Sommerloch schließen lassen, ob eine Bundesregierung, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht dieses Jahr hätte eine anderes Zeichen setzen müssen.
Ob sie nicht hätte einfach einmal auf den Urlaub verzichten sollen angesichts der Lage des Landes. Wenn man nur einmal die Meldungen vom heutigen Tage nimmt, dürfte im Kanzleramt in Berlin nun ganz schnell wieder die Ernücherung einkehren.
Schon wieder mußten deutsche Bürger in Afghanistan ihr Leben lassen, in einem Kriegsgebiet, in das sie die Deutsche Bundesregierung gesandt hat. Erneut werden einige Familien hierzulande um das Leben ihrer Angehörigen trauern, Familienangehörige, die vom Kommandostand Berlin aus in einen völlig fragwürdigen Einsatz nach Afghanistan befohlen wurden.
Während Angela Merkel auf den Festspielen den süßen Opernklängen lauschen durfte, leben viele Millionen Bürger und Bürgerinnen in ihrem Land in großer Zukunftsangst, an einen Urlaub vermögen diese Menschen schon lange nicht mehr zu denken.
Sie haben Angst um ihren Arbeitsplatz, Angst vor weiter sinkenden Löhnen, Angst vor der Billiglohn-Konkurrenz aus Europa, Asien wie auch Übersee und Angst vor der wachsenden Kriminalität.
Und sie haben noch vielerlei Ängste mehr, ganz besonders vor dem Rentenalter, in dem sie dann vollends vor den Scherben ihres Lebens stehen, ein Leben, in dem sich bereits heute viele selbst den normalen Arztbesuch nicht mehr leisten können.
Die nackte Angst bewegt die Menschen, und Entsetzen, angesichts der jüngsten Worte von einem Wolfgang Schäuble, von dem sich nicht wenige in diesen Tagen verhöhnt gefühlt haben dürften, als dieser ihnen von der Absicht der Bundesregierung erzählte bis zum Jahr 2029 einige der satten und reichlichen Mehrleistungen der deutlich besser versorgten Beamtenschaft in unserem Land abzubauen.
Nur eine Absichtserklärung, nur ein vielleicht und dann bis zu einer Zeit, die Millionen Bürger gar nicht einmal mehr erleben werden. Selbst wenn diese Kürzungen sofort umgesetzt würden, selbst dann wäre dies viel zu wenig.
Arbeitsplatzabbau, wo immer man auch hinsieht, die heutige Meldung der Deutschen Telekom, dass sie zwei Drittel ihrer Arbeitsplätze in Bonn abbaut, sie spricht Bände. Viele andere Unternehmen lagern ebenfalls Arbeitsplätze aus. Neu geschaffen werden vor allem Billigstjobs mit Stundenlöhnen, nicht einmal genug um ein menschenwürdiges Leben zu führen.
Die Finanzkrise in den USA bedroht unser Land, die dramatischen Ereignisse an den Börsen werden alleine nur kaschiert aufgrund des beispiellosen Eingreifens der Zentralbanken, die den angeschlagenen Banken riesige Kreditbeträge zu Niedrigstzinsen zur Verfügung stellen. Millionen Kleinanlegern wird der Zugriff zur ihren Geldanlagen verwehrt, während die Großen, so scheint es einmal mehr, ihr Schärflein als allererstes ins Trockene bringen werden.
Überall wo man auch hinschaut brennt es im Land, und ich frage mich, in was hat sich unsere Politik in den letzten Jahren bloß verrannt.
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