www.valentinmoser.com
Suche   

Hintern hoch

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenWir alle kennen den Begriff des Sommerlochs, welcher in der Begriffsdeutung als ein Phänomen der Medien bezeichnet wird. Damit ist das Sommerloch etwas, was es eigentlich nicht gibt, eine Erfindung der Medien, wie Presse, Funk, Fernsehen und Internet natürlich.

Das Sommerloch symbolisiert die üblicherweise nachrichtenarme Zeit, die durch die Sommerpause aller politischen Institutionen und der Haupturlaubszeit in den Somnmerferien bedingt ist. Nachrichtenagenturen haben wenig Arbeit, auch sie sind von der Urlaubszeit betroffen, jedoch, alle Medienplätze müssen irgendwie mit Nachrichten, Berichten, Kommentaren und anderen Stories gefüllt werden.

Dies wiederum eröffnet vor allem Hinterbänklern in Politik und Wirtschaft die Möglichkeit einmal eine Schlagzeile über die eigene Person, über das eigene Denken und Handeln zu lesen. Vielleicht wird das dann ja sogar veröffentlicht, zumindest wenn gar nichts Besseres vorhanden ist.

So wie es eine der jüngsten Meldungen geschafft hat veröffentlicht zu werden, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands betreffend, auch kurz SPD genannt.

Die ehemals große Volkspartei ist nämlich gar nicht mehr so groß. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, eine soziale, sozial-ethische und vor allem ihrem eigenen Berliner Programm entsprechende Politik praktiziert diese Partei seit vielen Jahren schon nicht mehr.

Wehmütig erinnern sich daher nicht nur alte Sozialdemokraten an die Zeiten eines Willy Brandt zurück, der große Mann der SPD, für den die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität Mittelpunkt seines Wirkens und Schaffens gewesen sind.

Die logische Folge der real praktizierten SPD-Politik, der Partei laufen seit Jahren ihre eigenen Mitglieder davon. Wieso sollen sie auch in einer Partei verbleiben und diese vor allem finanziell auch noch unterstützen, wenn diese quasi ununterbrochen ihre eigenen Grundwerte verrät.

Und da dies in Scharen geschieht, spürt es die Partei in ihrem Geldbeutel, und zwar gewaltig. Wenn nun aber jemand geglaubt hätte, dass dieser Umstand zu einem Denkprozess geführt hätte, der irrt sich gewaltig. Die nun mitten in dem zitierten Sommerloch publizierte Meldung beweist dies.

So hat doch die künftige SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks angesichts der Mitgliederverluste ihrer Partei und den damit verbundenen sinkenden Beitragseinnahmen tatsächlich und allen Ernstes gefordert, diesen Umstand durch höhere Staatszuschüsse auszugleichen.

Der Steuerzahler müsse dafür aufkommen, denn Demokratie braucht Organisation, und Organisation kostet Geld. Wenn sich Bürger nicht mehr als Mitglieder in Parteien engagieren, müsse dies zumindest zum Teil durch öffentliche Mittel ausgeglichen werden. Dies hat diese Dame genau so gesagt.

Ein Kolumnist ist genauso wie viele andere fassungslos über das immer offensichtlicher zu Tage tretende mangelnde Verständnis von Demokratie unserer Politikvertreter, insbesondere der der großen Volksparteien.

Dies Aussage von Barbara Hendricks offenbart erneut den Sittenverfall in der deutschen Politik, in der es schon lange nicht mehr um hehre Grundwerte geht, sondern alleine nur um die Frage, wo bitte kann ich mich überall möglichst reichlich und ungeniert bedienen.

Während die Volkserziehung der gleichen Damen und Herren Politikvertreter darauf ausgerichtet ist, dass alle Bürger und Bürgerinnen des Landes gefälligst ihren Hintern hochzubekommen haben, wenn sie in den Zeiten der Gobalisierung einem gnadenlosen Lohndumping und dem mit diesem verbundenen Zukunftsängsten ausgesetzt sind, verweigern sie selbst das Anlegen der gleichen Maßstäbe. Das Leistungsprinzip darf anscheinend nicht für sie selbst gelten.

Ich sage dazu, schauen Sie einmal in Ihr eigenes Grundsatzprogramm, Frau Hendricks, in das Ihrer Partei der SPD. Nein, noch besser, befassen Sie sich doch einmal gründlich mit den Wurzeln ihrer Partei, mit der Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und da vor allem mit dem wichtigsten aller Gründerväter.

Und da ich Grund zu der Annahme haben, dass Sie diesen Namen längst vergessen haben, Frau Barbara Hendricks, darf ich Ihnen diesen hier nochmals nennen. Ferdinand Lassalle hieß dieser Mann, dessen Geist in ihrer Partei mittlerweile völlig verschwunden ist, und der sich angesichts des derzeitigen Zustandes der SPD ganz sicher ohne Unterlass in seinem Grabe drehen wird.

Das letztere befindet sich übrigens auf dem jüdischen Friedhof in Breslau. Und es würde Ihnen und allen anderen führenden Parteimitgliedern der SPD gut zu Gesichte stehen, dieses Grab schnellstmöglich aufzusuchen und dort für eine längere Zeit Buße zu tun.

Vielleicht dämmert es Ihnen dann allmählich wieder, welches die Beweggründe eines Ferdinand Lassale, oder August Bebel und Wilhelm Liebknecht, aber auch Willy Brandt einst gewesen sind.



Weitere Artikel in der Rubrik Gesellschaft:
© 2007 power-labels.com