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Verdrossen

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenAls wäre es eine Art Zeiterscheinung, für die niemand etwas kann, und vor allem, gegen die man nun überhaupt nichts unternehmen könne. So mutet es zuweilen an, wenn über ein Thema diskutiert wird, dessen Tragweite mit jeder anstehenden Wahl aufs neue sichtbar wird. Sogar Politiker in unserem Land beklagen seit Jahren dieses Problem, um im gleichen Atemzug den Eindruck zu erwecken, daß genau sie am wenigsten Schuld daran haben.

Während also die einen ihre Hände mit nahezu glaubwürdig wirkender treuherziger Miene in Unschuld waschen, reagieren die, die es betrifft, auf Ihre Art. Sie hören erst gar nicht hin, wenn das, um das es hier geht, wieder einmal Gesprächsthema ist.

Die Politikverdrossenheit in Deutschland nimmt mittlerweile bedenkliche Züge an. Nicht nur weil sie, wie eben erwähnt, alleine schon die Grundfesten einer Demokratie erschüttern könnte, sondern auch, weil selbst eine Diskussion hierüber einfach nicht mehr interessiert. Die letzte Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt, bei der nur noch gut ein Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben, war dabei der neuer Tiefpunkt.

Die weitaus größte Teil aller Bürger unserer Republik geht einfach nicht mehr wählen. Und es ist Ihnen dabei auch egal, wenn dann ein Vertreter dieser Politik, die sie nicht mehr interessiert, dann auch noch den Finger auf sie richtet. Wenn sie dann, wie zuletzt sogar geschehen, als faul und träge beschimpft werden.

Ursachenforschung war noch nie die Stärke deutscher Politik, meine ich. Zumindest schon sehr, sehr lange nicht mehr. Dabei wäre Ursache und Wirkung anhand der Tagespolitik leicht zu verdeutlichen. Bei Themen, die eben diesen angeblich geistig faulen Bürger nämlich doch interessieren, und bei denen er den immer wieder gleichen Handlungsablauf bereits vorher kennt. Über den er sich dann auch immer wieder und so oft ärgert, und den er dann eines Tages einfach nicht mehr zur Kenntnis nimmt.

Beispiele davon gibt es zuhauf, jedoch ist das Schema bei allen gleich. Jahrelang wird diskutiert, gefordert und gerufen, und wirklich jeder fühlt sich dabei berufen. Die Kommission am Ende dann, verzögert noch mal jahrelang. Ist eine Lösung dann gefunden, dann kann man vorher schon leicht unken. Ein Kompromiss ist da, präsentiert der Welt. Und der Bürger weiss, verschleudert ist sein liebes Geld.

Die Politik indes bläst Halali, schlägt sich dabei feist aufs Knie. Dann gegenseitig Schulter klopfen, bevor man trinkt den feinen Tropfen. Der Bürger denkt, was soll ich wählen, und dabei mein Gewissen quälen. Es kommt und bleibt wie's immer ist, heraus kommt nur der gleiche Mist.


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