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Es lebe der König

Mallorca und das K&oenigshaus mit Juan Carlos als KönigEs ist als wenn sie sich noch so einmal richtig ausregnen wollte. Seit etwa einer Woche nun schon regnet es herab, Aprilwetter, mal mehr, auch mal nicht, oft jedoch in gar tropischer Manier. Noch einmal so richtig ausregnen, bevor es dann richtig los geht. Die Wasserspeicher randvoll füllen, die, so sagt man hier, gut gerüstet sind, für den kommenden schönen, heißen Sommer, hier auf der Insel Mallorca.

Die Sonne, meist gut versteckt, zeigt sich, dann und wann. Und sie lässt keinen Zweifel daran, wer hier bald engültig das Sagen hat, hier auf der schönen Baleareninsel. Daher geniessen alle den Regen, Wasserknappheit will man nicht, hat man auch noch nicht. Zum Glück muss man sagen, denn, nicht überall im Land, nicht überall hier in Spanien, ist man mit Wasser derart reichhaltig gesegnet.

Ich schaue mich in der Welt herum, lese das Eine, dann das Andere, auch Merkwürdiges, gar Schauriges, mal wieder mit dabei. So hat man einen vorgeführt, einen Schweizer, in Thailand ists gewesen. Schwer in Ketten, einem Schwerverbrecher gleich, orangene Sträflingskleidung, man kennt das ja aus alten Filmen.

Zehn Jahre setzte es sodann. Jetzt fragt man sich, zehn Jahre, Mann, siebenundfünfzig soll er sein, der Mann, lebt zehn Jahre schon in diesem Land. Ganz schön heftig. Warum tat man ihm dies alles an? Es muss wohl eine ganz schlimme Straftat sein, denkt man sich, Banküberfall, Mord und Tot- oder sonst ein Anschlag, war es das?

Nein. Eine Sprühdose war es, zu falschen Zeit in der falschen Hand, die war dran Schuld, und, er natürlich, dieser Mann, er tat es. Er benutzte sie, er schritt zur Tat, zur schlimmsten Straftat, wie man nun wohl weiß, in diesem allseits bekannten Monarchenland. Volltrunken war er, so wirds überliefert, dies war wohl auch nicht relevant.

Der Mann übersprühte damit mehrere Porträts des thailändischen Königs, bedeckte sie mit schwarzer Farbe, und dies auch noch am Geburtstag des Regenten. Wahrlich ein großer Frevel in jenem Land. Eigentlich setzt es dafür 75 Jahre Gefängnis. Konnte man so lesen. Er war jedoch geständig, hatte also Glück?

Nein, hatte er nicht, denn, auch das ist überliefert, aufgrund der schrecklichen, menschenunwürdigen Verhältnisse in thailändischen Gefängnissen soll ein Europäer dort nicht einmal fünf Jahre überleben können.

Es gibt Fälle im Leben, da fällt die Meinung schwer, auch hier, über den Sachverhalt an sich, und das Strafmaß, dass doch ziemlich deftig scheint, für mich. Ich sag mir nur, bleibt doch daheim, was wollt ihr denn in so einem Land, kommt doch hierher. In unser Land, auf unsere doch so schöne Insel. Aber wenn, ja wenn.

Wenn ihr dann kommt, auch dann, sag ich euch jetzt, habt bloss Respekt vor einem Mann, den man verehrt. Auch hier. Habt Respekt vor dem Regenten, dann.

Herzliche Grüße, heute auch an das spanische Königshaus, nach Madrid. Ich für meinen Teil, ich lebe gerne hier, auf der schönsten Insel in Eurem Land, Grüße von der Insel Mallorca,

Ihr Marlon


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