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Die Playa und die Steuern

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenZuckerbrot und Peitsche, dies scheint die Strategie der neuen politischen Kräfte auf den Balearen und Mallorca zu sein. Nach ein paar deftigen Tönen, die für nicht wenige die Qualität eines Donnerhalles hatten, folgen nun Veröffentlichungen moderateren Inhaltes.


Die darin enthaltene Botschaft, man denkt pragmatisch, keinesfalls weltfremd-idealistisch, so oder so ähnlich werden es die strategischen Berater der Mitte-Links-Regierung unter Francesc Antich den Menschen auf der Insel, wie auch den Touristen vermitteln wollen. Diese Strategie ist nicht neu, aber auch nicht schlecht, alleine nur Gräben aufzureissen würde den Balearen und Mallorca nur weiteren Schaden bescheren.


Polarisiert haben die Vorgänger genug. Jaume Matas und seine PP, selbst im Abgang blieb man sich da seiner Linie treu, mit der überaus peinlichen Präsentation der völlig überflüssigen Sydney-Oper. Die alte Balearenregierung hatte doch tatsächlich diese Chuzpe genau diese unsägliche Hafenoper am letzten Tage ihrer Regierungszeit, am Tage des Abgangs und Abgesangs, doch noch einmal zu präsentieren.


Die Oper, deretwegen sie unter Umständen sogar die Wahl verloren hatten, nein, eigentlich ganz sicher sogar war dies so. Ich denke mir, in diesem Augenblick noch einmal einige Wochen zurückschauend, wenn diese Oper nicht einmal sogar ganz alleine dieses halbe Prozentpünktchen verursacht hatte, welches der PP am Ende zu einer Verlängerung ihres absoluten Mehrheitsmandates fehlte.


Obwohl diese Oper bereits im Hafenbecken von Palma versunken war, mehr als zwei Monate sogar lag sie da schon auf dem Meeresgrund, mussten sie dieses Schickeriabauwerk unbedingt uns, dem Inselvolk, nochmal unter die Nase reiben. Die nun Regierenden haben sich hierüber sicherlich gefreut, nur zu gut ist Ihnen bekannt und vor allem bewusst, dass fast ganz Mallorca über diese Oper die Nase rümpft.


Ganz anders geht es der abgewählten PP, denn diese scheint selbst in der Stunde ihrer Niederlage nicht fähig zu sein, klug und besonnen zu agieren. Man gibt sich trotzig, fast wie ein pubertierendes Kind, schlägt noch dazu lieber verbal weiter um sich, wie es die ersten Verlautbarungen der PP als neue Opposition in Palma de Mallorca erkennen lassen.


Zurück zu dem neuen Bündnis auf der Insel, die Playa de Palma braucht neue Impulse, sagte denn auch der soeben neu berufene balearische Tourismusminister Francesc Buils von der Unión Mallorquina. Er will die Playa de Palma moderner gestaltet sehen und gegen illegalen Tourismus vorgehen.


Im letzteren sind sich anscheinend alle immer einig, denn man will ja immer den Steuersäckel besonders gut und stattlich füllen. Den Kongresspalast in Palma bezeichnet er als wichtigen Motor des Tourismus, vielleicht sogar eher deshalb, weil hier das Rad der Geschichte nur noch schwer zurückzudrehen ist. Wer weiss dies letztendlich wirklich so genau, was genau hinter derartigen Verlautbarungen steckt.


Es sind halt doch alles auch Diplomaten, egal welcher Coleur, denkt sich ein Kolumnist heute. Mein erster Gruß gilt dem neuen Tourismusminister Francesc Buils. Viel Glück im neuen Amt, jedoch lass Dir sagen, lass es lieber ruhig angehen in diesen Schwarzvermietungsfragen.


Übertreibe es nicht mit der Verfolgung derjenigen, die in stiller Eintracht und spanischer Gewohnheit Jahrzehnte lang einfach so für sich vermietet haben. Volkswirtschaftlich gesehen war dies gar nicht einmal so dumm. Ausserdem und noch viel wichtiger, eurer Volk ist überschuldet, dies ist jedem nur zu gut bekannt. Und die Menschen hier können jetzt alles andere gebrauchen, nur nicht die harte Steuerhand.


Mein nächster Gruß geht wie immer nach Deutschland. Und dort liegen wieder ein paar neue Wahrheiten auf dem Tisch. Der Bund der Steuerzahler hat neueste Zahlen veröffentlicht, das mit dem permanenten Aufschwung ist wohl ein Schwindel, denn die Menschen in Deutschland haben heute noch weit weniger Geld zur Verfügung als noch im letzten Jahr.


Vielleicht will Frau Merkel auch deshalb möglichst schnell die Online-Durchsuchungen gesetzlich verabschieden, wie nun plötzlich bekannt wurde. Wer weiss, vielleicht ist die Angst vor Regierungskritikern schon so gross, das man nun den Terrorismus nach Deutschland zitiert, wo gar keiner ist, um dann auf genau diesem Argumentationsrücken diese verfassungswidrige Bürgerüberwachung einzuführen.


Diese Sichtweise mag etwas übertrieben sein, aber wer weiss, es ist in den letzten Monaten schon jede Menge politischer Anstand und Verhaltenethik auf der Strecke geblieben. Wundern würde es mich in jedem Fall mal nicht.



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