Globalisierungslos

Wie sich die Meldungen der letzten Wochen und Monate, ja der Jahre sogar, doch gleichen. Mit einer Regelmäßigkeit, nach der man die Uhren stellen könnte, vernimmt man die Botschaft vom Aufschwung in unserem Land. Wohlfeil geschliffene Statistiken werden dem Volk präsentiert, sie sollen sagen, seht, ihr Menschen hier in Deutschland, es geht aufwärts, wir sind ja doch auf dem richtigen Weg.
Wirtschaftsweise Männer, Gutachter von Politiker Gnaden, bestätigen gebetsmühlenartig Jahr für Jahr der Regierung Kurs. Aufschwung hier, und Aufschwung da, schreit auch die hinterste Politikerbank, ihr sehts ja selbst, der Globalisierung sei so sehr gedankt.
Das Volk vernimmts, und wundert sich, wenns doch so schön in dieser Welt, warum habe ich denn dann kein Geld. Den einzigen Aufschwung, den ich hier seh, alles was sich Unternehmer nennt, ins Ausland rennt wie's scheue Reh.
Und auf der Strecke bleibt, wie immer dann, der sich nicht wehrt, weil ers nicht kann. Es ist ja nur der kleine Mann. Wer jung genug, und nicht viel Kinder, rennt mit in diese fremden Länder. Doch viele gibts, die könnens nicht, sie hatten schon Jahrzehnte Schicht. Und ganz besonders triffts die dann, wo schon das Alter nicht mehr kann.
Immer mehr Menschen rutschten in die Armut ab, obwohl sie hart arbeiteten, lauten die neuesten Meldungen aus Frankreich, einem Land im Präsidentsschaftswahlkampf. Einem Land, welches gemeinsam mit Deutschland, beide als Vorreiter, die EU, die EU-Erweiterung und die Globalisierung als heilbringend versprachen.
Der Bürger da, der Bürger hier, Sorgen und Ängsten drücken ihn schier, sagt nun zu recht, will länger nicht sein euer billiger Knecht. Du Pensionen-fette Politik, gefeit vor der Global-Kritik, wir Menschen, die von euch gehetzt, gebt zurück die Würde, die ihr uns genommen, und zwar ganz schnell, gleich hier und jetzt.
Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser
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