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Rache

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenJetzt ist es amtlich. Die deutsche Geisel in Afghanistan ist auf brutale Weise ermordet worden.

Wer nun jedoch gedacht hat, dass angesichts dieser erschütternden Meldung die Deutsche Bundesregierung, allen voran Bundeskanzlerin Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, nun endlich einmal in sich kehrt, sich jetzt einmal selbst den großen Spiegel vorhält, der sieht sich enttäuscht.

Im Gegenteil. Frank-Walter Steinmeier spricht sogar von Rache, wenn er jetzt in einem Interview ausführt, dass dieses Verbrechen nicht ungesühnt bleiben dürfe. Der sozialdemokratische Aussenminister führt als Begründung für seine Auffassung aus, dass die Entführer den deutschen Bauingenieurs grausam in den Tod getrieben und seinem Leben schließlich in verbrecherischer Weise ein Ende bereitet haben.

Zu diesen Aussagen spricht heute ein Kolumnist einmal mehr das aus, was wahrscheinlich sogar die meisten andere Menschen hierzulande denken.

Ja, Herr Steinmeier, das Verbrechen an der Deutschen Geisel ist ein ganz besonders abscheuliches. Bereits die Geiselnahme war schlimm. Jedoch, die allererste Frage, die Sie sich stellen müssen, wieviel Verantwortung tragen Sie selbst, Sie selbst ganz persönlich daran, dass Deutsche im Ausland zur Zielscheibe werden.

Wieso mussten Sie, gemeinsam mit anderen Politikvertretern unseres Landes Deutschland in einen fragwürdigen Krieg in Afghanistan mit einbeziehen lassen. Einen Krieg, an dem nach offiziellen Angaben mindestens sechs Tornadobomber beteiligt sind. Ein Krieg, in dem in Afghanistan viele Zivilisten Opfer der Nordallianz, und damit auch der Nato und Deutschlands geworden ist.

Zumindest in den Augen der dortigen Taliban wird dies wohl so gesehen. Da muss man kein Prophet sein. Wer will es ihnen verdenken, so schrecklich das Ganze auch ist. Würden wir dies denn im umgekehrten Falle anders sehen?

Wie würden Sie reagieren, Herr Steinmeier, wenn in Ihrer eigenen Familie Frauen, Kinder und Babys durch eine Nato-Bombe getötet würden? Dort ist Krieg, und im Krieg werden leider fast jeden Tag unmenschliche Verbrechen verübt.

Da jetzt von Schuld und Sühne zu sprechen, und diese Worte ausgerechnet aus dem Munde eines deutschen Bundesaussenministers, noch dazu in einem Interview in einem afrikanischen Land, nämlich in Ghana, dies halte ich für ganz starken Tobak.

Da stelle ganz sicher nicht nur ich mir heute die Frage, inwieweit ein Herr Steinmeier überhaupt dazu in der Lage ist, das verantwortungsvolle Amt eines Deutschen Aussenministers mit dem vor allem in Krisenzeiten und bei wichtigen Fragen jederzeit notwendigen Sachverstand auszuüben.

Nach jüngsten Umfragen sind knapp zwei Drittel der Bundesbürger dafür, dass sich die Bundeswehr möglichst schnell aus dem Land zurückzieht. Dies ist Fakt, und beweisst, dass bei den meisten Deutschen der gesunde Menschenverstand zum Glück noch vorhanden ist.

Wenn Sie den Mord an der deutschen Geisel sühnen wollen, wenn Sie ihn rächen wollen, Herr Steinmeier, dann schlage ich Ihnen folgende Variante vor. Sie fliegen jetzt gleich selbst hinüber nach Afghanistan, schnappen sich dort ein Gewehr, und sühnen sodann diesen Geiselmord eigenhändig.

Und, am besten nehmen Sie alle diejenigen aus der Politik mit, die die Kriegseinsätze der Deutschen Bundeswehr mit entschieden haben. Und dazu noch die deutschen Generäle, die dieser Tage nach meiner Auffassung auch jetzt noch die Chuzpe besitzen zusätzliche Soldaten für Afghanistan zu fordern.

Dann haben Sie wahrscheinlich alle diejenigen an Ihrer Seite, die immer noch nicht begriffen haben, dass man für einen Bündnispartner USA, angesichts dessen Politik des Leid und Schreckens der vergangenen Jahre, dass man für einen derartigen Partner den Kopf einfach nicht hinhalten darf.

Aber wie man wieder einmal gesehen hat, es war ja nicht Ihr Kopf, der da auf eine derart schaurige Weise geopfert wurde.



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