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Chapeau Jaume

Marlon über die Wahlkampfkommission auf der Baleareninsel Mallorca im Kommunalwahlkampf 2007Nun ist er doch so richtig schön zurück gepfiffen worden. Weil er gegen das bestehende spanische Wahlrecht verstoßen hat, so die Wahlkampfkommision der Balearen.

Ministerpräsident Jaume Matas wollte seine ehrgeizigen Opernbaupläne in Palma de Mallorca in der heißen Schlußphase des Kommunalwahlkampfes noch einmal so richtig ausbreiten. Pressekonferenzen, Interviews, das volle Programm. So hatten es sich seine Wahlkampfstrategen wohl ausgerechnet.

Matas, der Mann mit dem Geld, oder der Mann, der das Geld irgendwie beschafft. So oder so ähnlich sollte dies bestimmt aussehen. Es hätte ihm gut gestanden. So richtig staatsmännisch, man müßte annehmen eigentlich eine Nummer zu groß für Mallorca. Dann sind wir doch froh, daß wir ihn und seine Partei überhaupt haben.

Auch wenn die wütende Opposition einen Punktsieg erzielt hat, hat Matas erreicht was er wollte, denn das Thema ist ja jetzt in aller Munde. Daß die Hundert Millionen Euro Baukosten wahrscheinlich dann schnell einmal auf Hundertfünfzig oder mehr Millionen steigen könnten, dies interessiert momentan sowieso niemanden.

Ebenso wenig die Tatsache, daß das Geld wahrscheinlich vor allem wieder aus Brüssel kommen wird. im Gegenteil, dann klopfen sie ihm bestimmt auch noch alle auf die Schulter. Ich würde ihm wahrscheinlich auch gratulieren, grinse ich still vor mich hin, gerade weil die Balearen mit die wohlhabenste Region Spaniens sind.

Wenn es die anderen Regionen in Europa nicht drauf haben, wie man Lobbyarbeit macht. Wie man sie richtig macht, damit man an das Geld kommt, das man gerne hätte, dann sind sie ja selbst dran Schuld. Sie hier packen es immer wieder seit Jahren, und wie man hört sprudelt die Quelle zumindest erstmal noch für weitere sechs Jahre.

Chapeau, kann ich da nur rufen, Hut ab! So gewitzt wie die hier sind, bauen die diese Hundert-Millionen-Kiste wirklich noch dahin, murmele ich leise vor mich hin. Dann wollen wir mal hoffen, daß es dem riesigen Prestigebau nicht genauso ergehen wird wie dieser bekannten Skulptur vor dem Museum Es Baluard.

Wie hieß die noch gleich, frage ich mich. Ach ja, Bou hieß sie doch, diese Skulptur des valencianischen Künstlers Calatrava wurde ja erst Anfang Februar im Beisein des spanischen Königspaares feierlich eingeweiht. Bevor sie dann wenige Wochen später wegen Baufälligkeit wieder abgerissen werden mußte.

Na ja, die kostete ja keine Hundert Millionen. Bei einem Opernbau wird man ja einen richtigen Spezialisten als Bauplaner zu Rate ziehen. Das ist ja auch logisch. Moment, nein, doch, was lese ich da gerade noch. Santiago Calatrava heißt auch der Opern-Architekt, na hoffentlich wird die Hütte dann nicht wieder gleich defekt.

Und wenn der Bau dann ist gelungen, dann wird sie zunächst halt ohne mich besungen. Und wenn sie dann mehr als nur wenige Wochen steht, schaue ich auch mal nach, wie man dort seine Pirouetten dreht.

Heute grüße ich einmal alle Lobbyisten in der Europapolitik, und zwar mit einem hohen C, ich hoffe ihr könnt umgehen mit meiner auch schon mal ganz deftigen Kritik. Herzliche Grüße hinüber nach Deutschland, und natürlich an alle hier auf meiner Insel, Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,

Ihr Marlon


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