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Achthundert netto

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenMallorca ächzt unter der großen Hitze, nach wie vor muss man leider konstatieren. Wohl dem der klimatisierte Räume sein eigen nennt, die Kosten für den Betrieb hunderttausender entsprechender Anlagen auf der Insel sind immens.

Nicht nur in dieser Hinsicht stellt sich die Frage nachhaltigen Handelns seitens aller Verantwortlichen, nicht zuletzt der Politik in Palma de Mallorca.

Die Resultate des Baubooms der vergangenen Jahre zeigen leider in der Regel genau das Gegenteil. Denn diejenigen, die, zutreffender genannt, eine Bauwut sondersgleichen auf Mallorca unterstützt haben, von ihr gelebt oder profitiert haben, waren augenscheinlich wenig an einem Morgen interessiert. An der Frage, was kommt danach, hinterher.

An der Frage der langfristig besonders wirtschaftlichen Nutzbarkeit, von ökologischen Gesichtspunkten will man da gar nicht erst reden. Da wurde mit Billigstarbeitskräften vom afrikanischen Kontinent tausende Tonnen Beton vergossen, soviel es maximal auch geht. Es ist dies leider vielerorten, in vielen Ländern, eine Zeiterscheinung.

Kostenersparnis bei maximalem Profit lautet hier die Devise, wenn man die Herstellung dieser Standardbauten einmal von der Pike auf mit ansieht. Der Keller wird in Beton gegossen, wie schön waren doch noch die Zeiten, als man da noch die Arbeiter ihre Maurerkelle schwingen sah.

In eben denselben Beton gegossene zahllose Stelzen ragen danach bis nach oben zum Dach hervor, dazwischen kommen dünne Aussen- und noch viel dünnere Innenwände. Billigstmaterial, wo man auch hinschaut, von Baubiologie keine Spur, die Planer müssen ja auch nicht drin wohnen.

Während in früheren Zeiten Häuser derart konstruiert waren, dass die Bewohner auch bei grösster Hitze noch wenigstens ein, zwei kühle Räume zur Zuflucht hatten, ist man mittlerweile gezwungen die im Unterhalt teuren Klimaanlagen zu verwenden. In einem Teil der Häuser baut sie gleich mit ein, zentral, was noch die bessere Lösung darstellt.

Meist jedoch schrauben sich die späteren Mieter oder Besitzer ihre Klimaanlagen selbst an ihre Aussenwand, in der Regel mehrere pro Wohneinheit. Das ganz normale Stadtbild ist dementsprechend grauenvoll, wahrlich, schön ist dies nicht.

Wenn man sich nun einmal die Preise für Eigentumswohnungen anschaut, die nicht selten bis in den siebenstelligen Eurobereich lauten, dann wirkt dies regelrecht grotesk. Zumindest auf mich, denke ich mir in diesem Moment, während ich in meinen Gedanken über die dieser Mallorca-Bauwut zugrundeliegende mathematische Gleichung nachsinne.

Billiglohn plus Billigmaterial gleich maximaler Profit in einem nie zuvor gekannten Ausmasse. So oder so ähnlich müsste diese Gleichung wohl richtigerweise heissen. Nachhaltige Zukunftsplanung Fehlanzeige. Halt, nein, bei einigen wenigen nicht. Denn diese waren so klug und planten zumindest für sich selbst ihre Zukunft schon vorraus. In prächtigen Bauten, errichtet mit Natursteinen des Tramuntana, baubiologisch und nachhaltig, mit wenig Kosten für eine besonders angenehme Klimatisierung..

Und mit dieser Erkenntnis grüße ich heute zuerst einmal denjenigen, der sich zu dem kleinen Prozentsatz derer zählt, die auf Mallorca in besonders ungenierter Weise auf Kosten der Allgemeinheit den ganz großen Reibach machen.

Du bist katholisch, und bin ich sicher, dass Du des Sonntags gelegentlich auch Busse tust. Ich schätze mal, dass Dir's was bringt, während der andere mit achtundert Euro netto in seiner Mietkaserne wohl auf Dauer um sein Leben ringt.


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