Alea acta est
Alea acta est. Auf Mallorca sind die Würfel gefallen. Auch wenn es am heutigen Freitag erst einmal nur beinahe amtlich ist. Die Politik auf den Balearen und unserer Insel Mallorca rückt von rechts nach links. Das wichtigste aller Rathäuser ist gefallen. Das Rathaus in Palma, welches Jaume Matas und seine PP unbedingt und mit aller Macht behalten wollten, dieses ist jetzt weg. Die neue Bürgermeisterin von Palma de Mallorca heisst Aina Calvo und kommt aus den Reihen der PSOE. Mit den Stimmen der UM und dem Linksbündnis Bloc.
Und da in wichtigen anderen Inselorten der Rutsch ebenfalls nach links ging, dürfte es eher mit dem sprichwörtlichen Teufel zugehen, wenn die Balearenregierung der kommenden 4 Jahre trotz alledem noch rechtskonservativ ausgerichtet sein sollte. Andratx, Sóller, sa Pobla, Artà, Sencelles und Son Servera. In diesen wichtigen Orten auf Mallorca wurden längst Linksbündnisse geschlossen.
Auch wenn dem noch amtierenden Balearenpräsident Jaume Matas noch eine Frist bis Montag geblieben ist, wie man es den heutigen Verlautbarungen entnehmen kann, so sind diese Mallorca-Würfel längst gefallen. Und so scheint dies auch eher so eine Art von Anstands-, oder, so könnte man es fast meinen, Galgenfrist zu sein, die Jaume Matas geblieben ist.
Er wird sich bereits jetzt, in diesen Minuten, darüber klar sein, daß er verloren hat. Wenn er sich nicht sogar so richtig verzockt haben dürfte, sinniere ich, während ich mir gerade die Auswirkungen dieser völlig neuen politischen Ausrichtung auf den Balearen und Mallorca vor Augen führe.
Diese Auswirkungen werden erheblich sein. Das geringste, jedoch gar nicht einmal so Unbedeutenste, die Pläne einer Jaume Matas Sydney-Oper segeln gerade in diesem Moment auf das offen Meer hinaus. Dorthin, wohin Matas bereits die bisherigen Planungsmillionen versenkt hat. So drastisch muss man dies ja wohl jetzt einmal sehen.
Nicht nur in diesem Vorgang stelle ich mir immer wieder die gleiche Frage. Die Frage, die da lautet, wann endlich kommt die Durchsgriffshaftung für politische Entscheidungsträger, damit ein derartiger Irrsinn möglichst nicht geschieht. Diese gibts meines Wissens bis dato in Europa alleine nur in Frankreich. Allerdings auch dort nur in einer abgefederten Form.
Die Oper ist damit schon einmal weg. Aber es wird noch einiges mehr folgen, denn jetzt wird auf Mallorca erst einmal so richtig aufgeräumt. Jetzt wird man emsig auskehren, und dabei könnte die eine oder andere Leiche aus einem der Inselkeller zum Vorschein kommen.
Wenn es nicht sogar hier und da zu einer gnadenlosen Abrechnung kommen wird, mit Jaume Matas und seiner PP. Deren absolute Mehrheit scheint dem einen oder anderen in den letzten vier Jahren etwas zu Kopf gestiegen sein. Als scharfer Beobachter konnte man in den letzten Wochen den Eindruck gewinnen, daß einfach viel zu vielen seitens der PP auf die Füße getreten wurde.
Wo getreten wird, da entstehen Wunden, und es hat den Anschein, daß aus dem vor kurzem zu Ende gegangenen Wahlkampf nicht wenige davon noch offen sind. Die werden jetzt erst einmal emsig geleckt. Und dann folgt das oben genannte. Und als Ergebnis wird da noch einiges an unsere Ohren kommen, und dies könnte dann die eine oder andere mehr als unbequeme Wahrheit sein. Die Wahrheit nämlich über den tatsächlichen Zustand einer Insel Mallorca anno 2007.
Der Status Quo der Insel Mallorca im laufenden Jahr ist bei weitem nicht so, wie es Jaume Matas und sein Tourismusministerium im Wahlkampf allen glauben machen wollte. Wie schlimm es genau ausschaut, oder ob sich alles noch in Grenzen hält, dies werden die nächsten Wochen und Monaten zeigen.
Heute grüße ich zunächst einmal alleine Maria Antonia Munar. Der Kolumnist hatte die Entwicklung wohl geahnt, aber wenn ich jetzt einmal ganz ehrlich bin, so richtig zugetraut hatte ich ihr diesen erneuten Richtungswechsel nicht.
Deshalb Hut ab vor einer couragierten Frau, die im jüngsten Inselwahlkampf vielleicht sogar selbst erkannt hat, wie gnadenlos Tagespolitik doch sein kann, und die jetzt den etwas ruhigeren Sessel einer Parlamentspräsidentin einnehmen will. Wer mag es ihr verdenken. Ich ganz sicher nicht.
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