Bild Dir eine Qualle
Da war es nun also doch um Mallorca geschehen, und viele auf unserer schönen Baleareninsel hatten lange Angst davor, dass genau dies geschehen würde.
Die gute, alte Bildzeitung, nicht gerade bekannt für eine ausgewogene und überlegte Berichterstattung, hat sich nun endlich und leider Gottes der Quallenplage auf Mallorca angenommen.
Und wenn das geschieht, das wusste jeder, dann kostet das alle, die hier vom Tourismus leben, unter Umständen bares Geld. Dabei war genau dies abzusehen, und eher ein Wunder, dass dies nicht schon viel früher so gekommen ist.
Bildhaft, so schön illustrativ im formulieren drastischer Redewendungen schreibt dieses Blatt nun, nach der vorherigen Feststellung, dass an der Costa Brava bereits 5000 Badegäste von den Quallen verletzt wurden, jetzt treibt’s die Qualle auch nach Malle. Wie man sie halt so kennt, man kann auch bei den schlimmsten Ereignissen nicht nur mit der Stirn runzeln, sondern oft auch noch ein wenig Schmunzeln.
Das wirklich Schlimme dabei, auch wenn wir es hier auf unserer paradiesischen Insel gar nicht so gerne wahrhaben wollen, diese glibberigen Quälgeister kommen in diesem Jahr wirklich mit aller Macht auf uns zu.
Fast der gesamte Südwesten wird derzeit von Quallen heimgesucht und es muss schon wirklich schlimm sein, wenn die Gemeinde Calvià nun selbst und eigenmächtig reagiert. Sie kündigen Gegenmassnahmen an, alleine ich vermute ganz stark, dass man gegen diese kleinen Biester nicht viel ausrichten kann.
Das wird so sein, wie der gerne zitierte Satz vom aussichtslosen Kampf gegen Windmühlen. Sie können im Winter überleben, die Quallen. Und dies ist ein riesiges Problem. Vor allem im vergangenen Winter war es einfach zu warm, da starben sie nicht ab, wie dies von der Natur hier im Mittelmeer eigentlich vorgesehen ist.
Nun stellt die Bildzeitung schon die Frage nach der Möglichkeit von Urlaubsstornierungen, nicht wenige halten dies für ziemlich link und hinterlistig, aber mit Mallorca lässt sich halt immer noch so manche Schlagzeile verkaufen. Na ja, so sind sie halt, die zuweilen derben Sprücheklopfer aus dem Hause Springer, da kann man nichts machen, oder halt das Lesen lassen.
Noch schlimmer findet ein Kolumnist allerdings die in dem Artikel enthaltene Werbung für eine Sonnencreme, die angeblich vor Quallen schützen soll. Das ist nun ausserordentlich starker Tobak, könnte allerdings auch wieder einmal nur ein Beweis dafür sein, wie dämlich das Blatt seine Leser hält. Die meisten jedenfalls, so genau weiss ich das nicht, weswegen ich das auch nur einmal als Vermutung in den mallorquinischen Raum stelle.
Die, die sie kaufen und sie benutzen, werden dann beim ersten Quallenbad so richtig stutzen. Wenns dann ordentlich weh tut, weils tierisch brennt, der besser Wahrheit und Dichtung das nächste Mal noch besser trennt.
Ja, ja, so ist dies nunmal. Wer nicht hören will, muss fühlen, so lautet ein altes Sprichwort. Lassen Sie mich das heute einmal etwas umformulieren, wer nicht viel besser als ein Affe denkt, der sich mit einer Creme dann seinen Pelz verbrennt. Klingt zwar deftig, ist aber durchaus so gemeint. Denn wer bei der Yellowpress alles glaubt, was er da liest, muss sich nicht wundern, dass man ihm mal ordentlich Leviten liest.
Damit geht ein permanent kopfschüttelnder Insel Mallorca Gruß heute einmal an alle die, die glauben mit einer Creme sich vor den giftigen Tentakeln der gemeinen Feuerqualle schützen zu können. Eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass dies überhaupt jemand glaubt, aber wenn etwas Jahrmillionen Jahre überlebt hat, dann ist es die Dämlichkeit der Menschen. Und von dieser sagt man nicht ohne einen Grund, sie kenne wirklich keinerlei Grenzen.
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