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Carlos Delgado und die Chuzpe

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDies wird sich für die PP auch noch in vier Jahren bemerkbar machen, zumindest hier auf der Insel Mallorca. Ein Kolumnist des Mallorca-Portals kennt die Zusammenhänge auf der deutschen Lieblingsinsel mehr als genau, und daher bin ich auch wenig überrascht über diese masslose Chuzpe, die sich Carlos Delgado vor gut einer Woche geleistet hat.

Carlos Delgado, seineszeichen Bürgermeister von Calvià, einer stark vom Mallorca-Tourismus geprägten Gemeinde. Man spricht deutsch und englisch, genauso wie castellano und catalan in dieser im Südwesten unserer wunderbaren Insel liegenden Region.

Eine schöne Gegend fürwahr, leider sehr verbaut. In dieser Gemeinde hat sich etwas bewegt. Dies kann man schon laut sagen, insbesondere in den letzten zehn Jahren.

Dennoch unterscheidet sich Calvià in dieser Hinsicht nicht vom Rest der Insel, die von einer, man kann fast sagen, Bauwut sondersgleichen gekennzeichnet ist. Und schon überhaupt nicht gibt es auch nur irgendeine Begründung für die derart schamlose Handlung von Carlos Delgado, auch nicht von weit her geholt.

Wer Carlos Delgado kennt, und da vor allem sein schon fast zügelloses Selbsverständnis in der Einschätzung der eigenen Person und Leistungen, der ist von seiner fast schon einem Despoten würdigen Handlung wenig überrascht. Modernes Raubrittertum im Rahmen einer Amtshandlung, so würde ich dies einmal heute bezeichnen, was Carlos Delgado mit Wissen um seine absolute Mehrheit im Rathaus von Calvià vollzogen hat.

Mittlerweile hat sich dies bis weit über die Grenzen der Balearen und Spanien heraus bis in einige andere Länder Europas herumgesprochen. Carlos Delgado genehmigt sich selbst eine Gehaltserhöhung um fünfzig Prozent, auf hohem Niveau wohlgemerkt. Damit Sie, liebe Leser, sich dieser Zahl auch wirklich gewiss werden, nochmals die Veranschaulichung in Zahlen.

50 % mehr Geld in der Lohntüte, wie wäre das für Sie? Unvorstellbar sagen Sie mit Recht, denn es ist ja auch nicht anders. Nicht bei der konservativen Partei PP auf Mallorca. Nach Carlos Delgado, der nun sogar mehr verdient als der spanische Ministerpräsident, haben andere PP-Bürgermeister längst nachgezogen. In Marratxí hat sich José Ramón Bauzá fast dreissig Prozent mehr genehmigt, viele anderen seiner Bürgermeister-Parteikollegen von der PP wollen nachziehen.

Während sich nun nach der Wahl die konservative Partei PP wie eine Horde Wildschweine benimmt, so ist zumindest die Auffassung eines Kolumnisten, behalten die Wahlgewinner, allen voran Bürgermeisterin Aina Calvo, nun kühlen Kopf. Sie scheinen die Zeichen erkannt zu haben, so und nicht anders ist die öffentliche Ankündigung von Aina Calvo zu bewerten, die Gehälter vorerst bis in eine ferne ungewisse Zukunft hinein auf dem Nivau von heute festzuschreiben.

Wer sich Mallorca und seine Menschen anschaut, wer offenen Auges auf die Balearen blickt, dann vielleicht noch nach Europa schaut, der spürt bestimmt, dass sich einiges über den Köpfen dieser Menschen hier zusammenbraut.

Carlos Delgado spürt das nicht, wie man sieht. Und er wird sich vielleicht auch nur denken, ist mein Ruf erst ruiniert, dann lebts sichs weiter ungeniert. Dann wollen wir doch mal sehen, welche Missetat als nächstes bei Carlos Delgado oder seitens seiner Partei, der PP, ansteht.

Nun steht die Welt auf den Balearen und Mallorca Kopf. Man fasst es nicht. Die Großstadt Palma hat etwa vierhunderttausend Einwohner, fast zehnmal soviel wie die Gemeinde Calvià, aber dafür verdient nun Carlos Delgado gut zwanzigtausend Euro mehr als seine Amtskollegin Aina Calvo.

Mit einem alten Sprichwort grüße ich heute einmal diesen ungenierten Zeitgenossen aus Calvià. Carlos Delgado, mein lieber Mann, hör nun gut zu, denn das Wort scheint überliefert alleine nur wegen deines Falles. Es lautet, Der Armut fehlt einiges, der Habsucht gänzlich alles.

Ich grüße als nächstes hinüber nach Deutschland. Dort wäre dies so nicht möglich. Ein Strafverfahren und in der Folge ganz sicher ein Amtsenthebungsverfahren wäre die logische Konsequenz. Für derartige Masslosigkeiten kennt das deutsche Strafrecht einige wirkungsvolle Hebel. Ob es die Untreue ist, Amtsmissbrauch oder auch noch schwerere Geschütze.


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