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Da kommt noch was

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDie Bekanntgabe von Jaume Matas über seinen geplanten Rückzug ist für viele hier auf Mallorca beileibe keine Überraschung.

Wer den Mann kennt und insbesondere dessen starkes Ego erleben konnte, der wusste längst, dass der scheidende Balearenpräsident die wünschenswerte menschliche Größe in den Stunden seiner politischen Niederlagen nie hätte zeigen können.

Jaume Matas war zum Schluss immer öfter seiner eigenen Gigantomanie erlegen. Er wollte sich mit einer großen Sydney-Oper am Hafen von Palma sowie einem Schickeria-Ballermann und auch anderen Großprojekten grandiose Denkmäler für eine Mallorca-Ewigkeit setzen. Und nun sieht er sich selbst jäh dem gewöhnlich Irdischen ausgesetzt.

Die harten Oppositionsbänke, wenn auch als Chef, empfindet dieser Mann als einen gnadenlosen Sturz ins Bodenlose, als eine beschämende Niederlage, seinesgleichen unwürdig.

Während der eher stillose Abgang von Jaume Matas als Regierungschef wenig überrascht, sorgt dessen Ankündigung Mallorca und vielleicht sogar Spanien verlassen zu wollen für erhebliche Irritationen. Man spricht es zwar nicht offen aus, aber bei nicht wenigen erweckt diese Absichtserklärung den Eindruck einer Flucht.

Der Mann, der noch vor kurzem Bodenständigkeit und seine Liebe zu den Inseln erklärt hat, dieser will nun plötzlich so schnell wie möglich weg. Weg von Mallorca und auch Spanien, einen gutdotierten Posten in der Privatwirtschaft im Ausland will er übernehmen.

Nicht nur politische Insider, auch ein Kolumnist denkt sich dabei, da kommt noch was nach. Das Leben lehrt, dass es Zufälle im Grunde nicht gibt, und schon gar nicht in der Politik. Noch etwas müde von den Strapazen der gerade erlebten Noche de San Juan blinzele ich auf das offen Meer hinaus, auf diese wunderbare Bucht von Palma, und sinniere über die politische Inselsituation der vergangenen vier Jahre.

Welche dicken Dinger kommen da jetzt noch aufs Tablett, denke ich mir, während ich versuche mir vor meinen noch etwas schläfrigen Augen die politisch-privatwirtschaftlichen Seilschaften der Insel Mallorca mit einem Jaume Matas und seiner Partei PP mittendrin vorzustellen. Vieles davon ist längst kein Geheimnis, zu ungeniert ging man damit um. Anderes wiederum wird man bald erfahren.

Wenn man das unverschämte Verhalten der PP-Ratsherren in Calvia dieser Tage betrachtet, die sich ihre Gehälter per Mehrheitsbeschluß direkt nach der Wahl einfach mal mir nichts Dir nichts und so herrlich ungeniert verdoppelt haben, dann fragt man sich allerdings, wie schlimm kann es denn wirklich werden. Welche Leichen liegen da noch völlig unentdeckt in diversen malloquinischen Kellern herum.

Auch die Rolle des einen oder anderen von spanischen Verlagen kontrollierten deutschsprachigen Printmediums wird brennend interessieren, denn der Verdacht einer regelmässigen Hofberichtestattung im Sinne Jaume Matas und seiner PP war nie so einfach von der Hand zu weisen.

Die Aufräumaktionen beginnen nächste Woche, wenn der neue Balearenpräsident dann endgültig vereidigt wird. Danach wird Klartext geredet, und darauf sind viele Menschen hier auf der Insel Mallorca ganz besonders gespannt. Umgangssprachlich sagt man, jetzt mal Butter bei die Fische, und genauso so lautet es bald. Bis zu einer realtitätsnahen Situationsbeschreibung der tatsächlichen Verhältnisse auf den Balearen und Mallorca kann es nun, endlich, nicht mehr lange dauern.

Damit grüße ich heute einmal zunächst diejenigen, die hier bald die neuen Besen schwingen. Diejenigen des neuen Linksbündnis, die mit kräftigem Besenschwung nun Kehrhaus betreiben werden. Ich hoffe ihr legt die Fakten knallhart auf den Tisch, schonungslos, ohne Wenn und Aber. Denn dann wird bald jeder wissen, welche der einstigen Meldungen waren denn seriös, und welche waren einfach nur Augenwischerei.


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