Das Balearen-Ei
Da hat die Balearenregierung auf Mallorca kurz vor den Wahlen ein weiteres Mal so richtig kräftig hingelangt, entfährt es mir heute Morgen. Begierig wie immer auf alles Neue über die Balearenregion, vor allem aber über Mallorca, bin ich es an einem Montag morgen schon gewohnt, etwas mehr Zeit für das Zeitgeschehen unserer Insel zu investieren. Obwohl diese Tatsache einer dreisprachigen Schulpflicht auf den Balearen nicht unerwartet kam, wird diese Meldung ihre Wirkung ganz sicher nicht verfehlt haben.
Wer wird es Jaume Matas verdenken, daß er die Aufmerksamkeit wenige Tage vor der spanischen Kommunalwahl auf dieses Thema lenkt. Das knallharte Politik-Geschäft läßt ihm wohl keine andere Wahl, denn die Konkurrenz schläft nicht und zahlt mit gleicher Münze heim, wenn sie es denn kann.
Matas wird jedoch wissen, genauso wie sicherlich auch die Inselratspräsidentin Munar, daß sie damit den anderen ein weiteres Ei ins Nest gelegt haben. Die anderen, dies sind ganz sicher die deutschen und englischen, aber vielleicht auch anderen Urlaubsgäste, die seit Wochen und Monaten förmlich bombardiert werden von derartigen Inselmeldungen, sowie der damit einhergehenden Berichterstattung und Kommentierungen.
Die letzteren finden natürlich vor allem in den Ländern Europas statt, die mit grimmiger Miene und mit einer gehörigen Portion Argwohn einen Alleingang nach dem anderen hier in der Balearenregion beobachten. Eine Region, der sie seit vielen Jahren in großem Maße finanziell unter die Arme greifen, und die Ihnen nun in aller Deutlichkeit zu verstehen gibt, was man unter einem freien Europa versteht.
Einem Europa ohne Grenzen und Barrieren, einem Europa mit freiem Personen- und Warenverkehr, mit einer liberalen Niederlassungsfreiheit, vor allem aber ohne zusätzliche Barrieren.
Wenn das jetzt nicht einmal Edmund Stoiber auf den Plan ruft. Im Freistaat Bayern dürfte man diese Balearentöne gerne vernehmen, geben sie doch Anlass zur neuen Hoffnung es könne doch noch einmal etwas werden aus den Jahrzehnte alten bajuwarischen Unabhängigkeitsträumen.
Sie werden bestimmt nicht gleich nach dem König schreien, vermute ich jetzt einmal, denn den haben sie ja fast schon. Bayerisch als Pflichtfach in den zahllosen Schulen des Landes wäre allerdings schon einmal ein bedeutender Schritt für ein wenig mehr Unabhängigkeit von den vielen Preussen im ganzen Land.
Und wenn ich mich jetzt so einmal in ganz Europa umsehe, dann gäbe es noch einige anderen, die da jetzt schnell einmal ihre Chance beim Schopfe packen könnten. Vielleicht hat das ganze ja dann doch noch einmal etwas Gutes. Europa am Ende, bedeutet für viele ganz sicher auch ein gutes Stück neuen Mutes.
Heute überreiche ich einmal dieses neue Balearen-Ei an die Menschen da drüben in Bayern, die ich damit auch als Allererstes grüße. Meinen herzlichen Gruß verbinde ich mit der großen Bitte dieses Ei doch jeweils an den eigenen Nachbarn zur Rechten weiterzureichen, damit dieser das auch mitbekommt, wie so ein europäisches Ei ausschaut, und wie es sich vor allem auch anfühlt.
Auch wenn ihr Bajuwaren dieses Ei dann hinterher gar nicht mehr an die anderen herausgeben wollt, an die Saupreissen, die meine ich natürlich. Ich bitte euch, gebt es ihnen doch.
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