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Das ganz normale Müffel-Feeling

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenFäkalien an einem der berühmtesten Strände auf der Insel Mallorca. Nicht dass es die meisten in irgend einer Weise stören würde. Nein, denn die meisten Urlauber und Bewohner der Insel kommen da unten zumeist gar nicht hin.

Es handelt sich hier nämlich um einen Strand im Südwesten unserer schönen Insel. Camp de Mar lautet sein Name, vor allem genutzt von den Bewohnern und Gästen der Stadt Andratx.

Da dort unten der Anteil der Gutbetuchten auf Mallorca ganz besonders hoch ist, wie allseits bekannt, musste sich natürlich auch der Bürgermeister schleunigst auf der Bildfläche zeigen.

Xisco Femenias heisst der gute Mann. Und dieser stand dann auch ganz schnell am Strand und durfte mit grossen Augen den Jauchenfluss beobachten. Allerdings hätte er die Augen auch ruhig zulassen können, denn die Begriffsbildung wäre ihm auch mit geschlossenen Augen nicht sonderlich schwer gefallen.

Und als er dann so da an diesem Fäkalienstrand stand, sinnierte er, wie denn diese Abwasser überhaupt ins Meer gelangen konnten. Und da sollen nun Untersuchungen eingeleitet werden, wie und warum dies denn geschehen konnte.

Es hätte gerade noch gefehlt, dass man die Policía Local damit beauftragt hätte nach Inselbewohnern mit Eimern Ausschau zu halten, weil das dampfende corpus delicti nur so und nicht anders seinen Weg ins mallorquinsche Meer gefunden haben könnte.

Dabei wäre die Antwort doch eigentlich recht einfach, denn diese Jauche kommt mittels extra für diesen Zweck verlegten Rohren in das Meer. Dies wird der gute Bürgermeister ganz sicher auch nicht vergessen haben. Aber irgend etwas musste er ja schliesslich sagen.

Wie auch sonst an vielen Stränden der Insel, werden die Abwasserrohre auch im Schicki-Micky-Städtchen Andratx direkt ins Meer geleitet. Ein altes Sprichwort sagt ja sowieso, alle Menschen sind bei diesem Thema gleich, oder so. Oder so ähnlich.

Wie dem auch sei, genau so fliessen das ganze Jahr über mehr oder minder unappetittliche Dinge in unser schönes Mittelmeer. Seit Jahrzehnten schon. Die grundsätzlichen Fragestellungen einer Klärung von Abwässern auf der Insel Mallorca, dieses Thema spricht ein Mallorca-Kolumnist in seiner Kolumne in aller Regelmässigkeit immer wieder an.

Alleine, nutzen tut es nichts, denn wenn der Sommer vorbei ist, und die vielen Gäste erst einmal weg, dann reduziert sich die Inseljauche schlagartig auf einen kleinen Prozentsatz des riesigen Haufens, den dieser in einem ganz normalen mallorquinischen Urlaubsommer ausmacht.

Und dann stinkt diese Jauche schon einmal nicht so viel, weshalb das Problem dann ganz fix wieder in Vergessenheit gerät. Sind wir doch jetzt alle einmal ehrlich, wer von uns denkt denn gerne an das berühmte Wort mit Sch am Anfang und eisse am Ende. Richtig, niemand von uns, und wenn, dann nur wenn es uns zum Lachen bringt.

Genau dieses vergeht dem Touristen bei seinem Badeurlaub auf Mallorca zwar, wenn er sich plötzlich in einem Jauchemeer wiederfindet, aber zum Glück rechnen ja nicht so viele damit. Der Geruchsinn des Menschen nimmt außerdem mit zunehmenden Alter ab, was man schon lange weiss.

Und wenn das Sonne, Strand und Meer Feeling erst einmal so richtig Besitz von einem ergreift, wer ist denn da in der Lage überhaupt an Fäkalien zu denken. Ein ganz normaler Urlaubsgast doch ganz sicher nicht, auch wenn es hier und da doch mal etwas müffeln sollte.

Und ausserdem, wer bitteschön erkennt dann auch gleich auf Anhieb was das ist, wenn so einige Brocken direkt vor dem Munde herumschwimmen. Salzwasser spuckt man ja bekannterweise wieder aus, und nur ganz kleine Menge gelangt in die Mägen der Badegäste. Da sagt sich vielleicht so mancher hier, alles halb so schlimm, Hauptsache im Geldbeutel macht es Klingeling.

Ja, so sind sie nunmal diese Zeitgenossen, die ich hiermit auch heute wieder einmal grüße. Ich weiss, ihr geht im Sommer keinesfalls baden, denn ihr seid ja nicht blöd. Aber irgendwie fies ist es ja doch, oder nicht? Vielleicht sollte man doch endlich einmal alle Abwässer klären, und zwar richtig, nicht nur mit Hilfe eines banalen Siebes. Wenns denn überhaupt eines gibt.

Meine Grüße hinüber nach Deutschland sind heute einmal voller Genugtuung darüber, dass das schöne Sommerwetter pünktlich zum August endlich auch bei euch angekommen ist. Dann geniesst ihn mal recht schön, denn eines ist gewiß, der nächste Winter kommt bestimmt. Hoffentlich jedenfalls.

Viele Grüsse wie immer an alle anderen hier auf meiner Insel. Die genauso wie ich wenigstens noch für weitere sechs Wochen in gesicherter Deckung verbleiben. Wir schauen uns den Balearensommer lieber einmal mehr aus gesicherter Entfwernung an.



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