Der Berg ruft
Mallorca zu Beginn des Hochsommers ist eine Augenweide für alle die, die das Glück haben dies zu erleben. Ich will nicht gleich von Gnade sprechen, aber etwas hat es davon schon, wenn man hineintaucht in eine Insel-Natur, deren Saft, Kraft und Lebenslust schier unübersehbar ist, und sie zu erleben gerade jetzt schon ein besonderes Vergnügen ist. Das gilt natürlich nur für den, der es noch vermag, der es noch nicht verlernt hat ein Leben auch abseits vom Flimmern der unzähligen Monitore zu begreifen, es zu fühlen, ja vielleicht sogar zu schmecken, es mit allen Sinnen in ganz besonderer Wiese zu erspüren.
Wem es gelingt sich von ihrem Einfluß gänzlich zu befreien, was nicht ja gar nicht mehr einfach ist. Denn zuweilen wird man das Gefühl nicht los, als würden diese Flimmerkisten jeden von uns, wirklich auch noch den letzten Erdenbürger so langsam aber sicher vollständig umzingeln.
Wenn man es denn aber kann, wenn man einfach einmal alles stehen und liegen lässt, alles vergisst, dann und nur dann ist man bereit für eine ganz besondere Muse auf unserer schönen Baleareninsel. Man wandert durch die Landschaften, vorbei an den saftigen Wiesen, hier und da sinds auch die Wälder, vorbei an Mensch und Tier, heinein in die Stille und Einsamkeit, wenn man denn Glück hat und auch nach ihr suchen will.
So wie ich es dieser Tage wieder einmal tat. Diesmal ging es nicht direkt zu unseren wahrlich schönen Inselstränden, sondern hinauf in die mallorquinische Bergwelt. Dorthin, wohin es nur wenige zieht. In die völlige Stille einer genauso schroffen wie schönen Natur, in der dann mit jedem Schritt nach oben immer ein klein wenig mehr vom rauhen Alltag unseres oft sorgenvollen Daseins abzufallen scheint.
Die freudige Erwartung auf dieses grandiose Gipfelerlebnis läßt jede Anstrengung auf dem Weg nach oben vergessen. Denn wer sein Ziel erreicht, der wird belohnt mit einem Blick auf unsere Insel, der so einmalig und faszinierend ist.
Die Insel Mallorca von oben, sie zieht jeden Betrachter in seinen Bann, welch ein Ausblick. Es hat etwas Göttliches, etwas Demut übermannt. Man möchte Weinen oder auch Lachen, nimmt sich Zeit zum Denken, Fühlen oder auch zum Träumen, und das letztere darf man hier oben auf keinem Fall versäumen.
Und wenn man dann einige Zeit da oben sitzt, so ganz allein, vielleicht nur noch mit der Liebsten, scheint plötzlich ganz weit weg jedweder Lebensmist. Endlos Verweilen müsste man dann, und am Besten noch sein ganzes Leben lang.
Die Insel Mallorca bringt mich in diesen Tagen wieder einmal zum Träumen, so unbeschreiblich ist dieses Glück für mich. Und auch Ihr dürft dies auf keinen Fall versäumen, denn wann bringt uns das Leben schon einmal in dieser Weise zum Träumen.
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