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Der giftige Peter

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenEs wird immer heisser auf Mallorca, bis zu vierzig Grad im Schatten an diesem Wochende werden ein Urlaubsvergnügen dann kaum noch zulassen können. Und als wenn dies nicht des Unbills genug wäre, sind viele Millionen Quallen an einigen der beliebtesten Stränden unterwegs.


Nun ja, werden Sie jetzt sagen, dann kann man doch woanders baden, warten Sie es ab, es kommt nämlich noch happiger, sehr viel dramatisch sogar.


Hochgiftige Fische schwimmen an einer Reihe von Stränden der Insel Mallorca herum. Diese aktuellste aller Meldungen hier auf den Balearen schockiert Insulaner wie Touristen gleichermassen, denn mit diesen Fischen hört der Badespass nun endgültig auf.


Das Petermännchen, welch süsser Name ist das doch, alleine schon dieser Eindruck ist fatal. Die meisten der bis zu einem halben Meter grosse Fische halten sich normalerweise eher im tieferen Gewässer auf, da, wo Badende eigentlich gar nicht einmal hinkommen.


Einige Arten jedoch stellen eine grosse Gefahr für alle Badegäste dar, weil diese sich nämlich ausgerechnet in Strandnähe in Sand oder Schlamm eingraben. Durch ihre giftigen Flossenstacheln und eben die Gewohnheit sich einzugraben und nur drei giftigen Stacheln herausragen zu lassen, stellen die Petermännchen jetzt auch hier auf Mallorca ein erhebliches Risiko dar, mitten in der Hochsaison.


Das Petermännchen ist momentan an einer ganzen Reihe von Stränden zu finden und sorgt da binnen Minuten dafür, dass die, die ihn kennenlernen durften, reihenweise richtiggehend geschockt und sogar umgefallen sind.


Teilweise machte sich schon so etwas wie Panik breit und wer noch bis eben geglaubt hatte die Feuerqualle sei ein biestiges Tierchen, dürfte sich nach einer Bekanntschaft mit dem Petermännchen fast schon wieder auf ein Quallenbad freuen.


Das besonders gemeine an diesen hochgiftigen Gesellen ist ihre Angriffslust, der wir Menschen völlig schutzlos ausgeliefert sind, weil man sie auch wegen ihrer dem Hintergrund angepassten Tarnfarbe einfach nicht sieht, bis sie dann aus etwa einem Meter Erntfernung blitzschnell angreifen.


Die barschartigen Petermännchen zählen zu den gefährlichsten europäischen Gifttieren, denn ihr Gift besteht aus einer Vielzahl von Proteinen und wirkt als starkes Nerven- und Herzgift. Es kann bei immungeschwächten sowie älteren Menschen und kleinen Kindern sogar tödlich sein.


Das Gift des Petermännchen wird als kritische Dosis bezeichnet, da geringste Mengen des Giftes schwerwiegende Symptome hervorrufen können. Die Folge des Giftes sind sehr starke und äusserst schmerzhafte Schwellungen, die unglaublich lange anhalten können.


Der Schmerz setzt augenblicklich ein und breitet sich dann auch auf benachbarte Körperregionen aus. Neben den genannten Schwellungen können sich flüssigkeitsgefüllte Blasen bilden, der gesamte betroffene Bereich erscheint nach einem Tag oft taub und gefühllos.


Symptome wie Brechreiz, Kreislaufkollaps oder Fieber können ebenfalls die Folge sein. Alle Gift- und Notrufzentralen warnen daher eindringlich vor den Folgen einer Petermännchen-Attacke und man soll, falls geschehen, unmittelbar einen Arzt aufsuchen, der dann versuchen wird unverzüglich Gegenmassnahmen einzuleiten. Wenn kein Arzt zu Stelle ist, kann sehr heisses Wasser, welches man auf die Wunde giesst, etwas Linderung herbeiführen.


Übrigens ist das Tierchen als Speisefisch eine Delikatesse. Wer es jedoch kauft oder angelt, sollte mit strapazierfähigen Schutzhandschuhen gewappnet sein und dann zunächst einmal alle Dornen und Stacheln des Fisches entfernen.


Mein mitfühlenden Grüße gehen heute einmal an alle Urlaubstouristen, die die Bekanntschaft mit diesem hochgiftigen Tier machen mussten. Ich wünsche euch das Allerbeste, und beste Genesung. All die anderen, seid gerade jetzt besonders vorsichtig beim Baden, haltet die Augen auf und hütet euch vor trüben Gewässern. Ich hoffe inständig, dass nicht noch Schlimmeres geschieht oder sogar schon geschehen ist, und dass die Petermännchen hoffentlich bald wieder verschwinden werden.



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