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Die böse Qualle

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenJaume Matas wird sich in diesen Tagen anscheinend sagen, wieso soll ich überhaupt noch etwas für die Insel Mallorca tun, wenn sie mich hier sowieso nicht mehr weiterregieren lassen.

So und nicht anders interpretiere ich die gestrige Meldung seines Umweltministeriums, dass jetzt erstmal nichts mehr gegen die Quallenplage unternommen werde. Eine fehlende Anweisung aus Madrid sei dran Schuld, lässt er noch verbreiten.

Als wenn alle Bewohner der Balearen und vor allem auf Mallorca im Säuglingsalter auschließlich mit Reißnägeln gepudert worden wären, lässt Jaume Matas diese Meldung auch noch so schön genüsslich über die Presseticker laufen.

Der Mann muss verzweifelt sein, murmele ich vor mich hin, während ich überlege, was ihn denn antreiben könnte. Ist er so verbittert, befindet er sich schon jetzt wieder im Balearen-Wahlkampf, oder denkt er alle Menschen um ihn herum sind wirklich nur dumm, wenn er jetzt versucht den Regierungs-Sozialisten in Madrid die Verantwortung für die Bekämpfung der in höchstem Maße für den Tourismus schädlichen Quallenplage auf Mallorca zuzuschieben.

Die Hochsaison auf Mallorca hat längst begonnen, eine Bekämpfung der Quallen müsste, wenn sie denn überhaupt funktionieren soll, zu diesem Zeitpunkt schon längst im Gange sein. Und eines ist sonnenklar, ein quallengeplagter Urlauber kommt im nächsten Jahr nicht so schnell wieder nach Mallorca zurück, im Gegenteil.

Es wird nicht lange dauern und die Bildzeitung wird sich dieses Themas genüßlich widmen. Den Schaden haben dann wieder einmal die vielen Menschen hier auf den Balearen, deren Existenz alleine vom Tourismus abhängt.

Jaume Matas aber könnte sich mit seinem Verhalten einen Bärendienst erwiesen haben, denn neben seinen im Hafenbecken von Mallorca versunkenen hochtrabenden Sydney-Oper-Plänen wird er den Menschen der Balearen und Mallorca vor allem als derjenige in Erinnerung bleiben, der sich um ihre Belange nur dann etwas schert, wenn ihm dies in irgendweiner Weise nützlich ist.

Jaja, die Maske ist ab, sagt sich heute ein Kolumnist. Und, wie sagt man doch, in der Niederlage erkennt man den wahren Charakter eines Menschen. Das müsste doch ein Politikstratege wie Jaume Matas eigentlich von alleine wissen. Mit Anstand abtreten und den Nachfolgern möglichst in allem behilflich sein. Dies wäre der richtige Weg gewesen. Und dann kann man auch die Presse herbeizitieren, frei nach dem geflügelten Politstrategen-Wort, Mach etwas Gutes, und rede dann davon.


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