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Einskommazwei Millionen bitte

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenJaume Matas gedenkt Mallorca zu verlassen, alleine die Scherben seiner Regierungszeit, diese lässt er damit zurück. Einige davon sind bis jetzt nur bekannt, und Jaume Matas wird selbst schon ahnen, wenn nicht sogar wissen, dass noch viel mehr auf seine PP zukommen wird.

Ihr kehrt er nun den Rücken, immer mehr sehen dies hier auf der Insel als eine Flucht. Flucht vor der Verantwortung in der Stunde seiner großen Niederlage, auch wenn sie eigentlich denkbar knapp gewesen ist.

Jaume Matas wird noch Thema bleiben, nicht nur wegen seiner unsäglichen weil völlig überflüssigen Oper. Diese wird nun noch für eine ganze Ewigkeit in den Köpfen und vor allem Herzen aller Inselbewohner verbleiben.

Weit über eine Million Euro muss nun seine Partei PP für diesen hausgemachten Blödsinn, so nenne ich dies heute einmal mehr, zurückbezahlen. Einskommazwei Millionen Euro um genau zu sein. Die Opernpläne waren ganz klar Chefsache. Jaume Matas persönlich hat das Projekt offiziell im April diesen Jahres an den Architekten Santiago Calatrava vergeben.

Ein Skandal fürwahr angesichts der vielen brennenden anderen Probleme auf den Balearen und Mallorca. Jaume Matas wusste zu genau, dass er die Opernpläne vor der Wahl nicht kund machen durfte. Das spanische Wahlrecht verbot es ihm. Er versuchte es doch, wurde dann zurückgepfiffen seitens der Wahlkampfgkommision, und noch dazu stellte sich sein Opernprojekt als kompletter Bumerang heraus.

Auf einer grossherrschaftlichen Wolke sieben schwebend hatte der mit einer absoluten Mehrheit regierende Mann überhaupt nicht mehr mit dem gesunden Menschenverstand seines mallorquinischen Volkes gerechnet. Die nämlich lehnten das Operngespinnst nahezu unisono ab. Selbst seine PP-Anhängerschaft schüttelte zum Schluss nur noch den Kopf.

Das für einen Kolumnisten unfassbare an der ganzen Angelegenheit, Jaume Matas wäre beinahe sogar noch mit seiner Dreistigkeit durchgekommen. So denkbar knapp ist dies alles gewesen.

Ich erinnere mich noch zu gut an den Wahlabend. Der siebenundzwanzigste Mai ist es gewesen, genau auf den Tag fünf Wochen ist dies her. Noch bis weit nach einundzwanzig Uhr sah es so aus, als ob Jaume Matas seine absolute Mehrheit doch noch verteidigt hatte. Dann kippten das Ganze, zum Glück für Mallorca, denken sich nicht wenige.

Der grösste strategische Fehler von Jaume Matas resultiert aus seinem regentenähnlichen Persönlichkeitsprofil. Er dachte er kann alles, und das auch noch ganz alleine, und er braucht niemanden mehr. Und genau so behandelte er auch sein engsten politischen Verbündeten.

Selbst die ihm genehme Inseljournallie half ihm letztendlich nicht einmal mehr. Dabei schreckt Hofberichterstattung nicht wenige ab, vor allem wenn sie viel zu augenscheinlich ist. Und er hat sie nicht gut behandelt, diese gleichfalls selbstbewusste wie stolze Frau. Maria Antonia Munar, ihr gutes Gedächtnis wurde ihm letztendlich ebenfalls zum Verhängnis. Und deshalb dankte er dann so mir nichts Dir nichts, fast über Nacht, in jedem Fall ganz unvermmittelt ab.

Diese Oper wird nicht gebaut. Alles andere wäre nur noch ein Wunder. Die gibt es zwar immer wieder, so besang es vor vielen Jahren schon einmal Katja Ebstein. Aber an ein neues Sydneyoperwunder auf Mallorca, daran glaubt mittlerweile niemand auf der Insel mehr.

Einen ganz klein wenig hämisch wirkenden Gruss, dies gebe ich freimütig zu, geht heute an die PP auf den Balearen. Geld habt ihr genug, was sind da schon diese Einskommazwei Millionen. Zur Not holt sie euch einfach bei ihm, bei Jaume Matas. Sagt ihm einfach er könne beruhigt zahlen. Es ist schliesslich für Mallorca, und damit ganz sicher für einen guten Inselzweck. Aber wenn ihr Pech habt, dann ist der Mann heute längst schon weg.


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