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Gegensätze auf Mallorca

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDas gute Publikum hatten die alten Inselregenten für Mallorca erhofft und erwünscht, wenn man ihren Aussagen denn überhaupt Glauben schenken mochte.

Golfplatz über Golfplatz wurde auf unserer Insel gebaut, und es sollten noch einige mehr werden. Wenn ich mich recht erinnere, dürften es derzeit zwanzig an der Zahl sein.

Noch drei mehr befinden sich noch in der Fertigstellung. Dies sind dann dreiundzwanzig mal der Wasserverbrauch einer ganzen Ortschaft hier auf Mallorca.

Während Mallorca spätestens ab Juni eines jeden Jahres von Dürre gezeichnet ist, und die wenig schönen Brauntöne erst im Januar des folgenden Jahres einem satten Grün weichen, müssen die Parcours des eingangs erwähnten guten Publikums das ganze Jahr hindurch einen saftigen, frisch gewässerten Eindruck hinterlassen.

Dabei ist es auch unerheblich, dass die Golfurlaub-Hochsaison genau das Spiegelbild der allgemeinen Mallorca Hauptsaison ist. Golf gespielt wird bei uns zwar immer, aber die richtige Saison, dann wenn nahezu jedes Zimmer in den schönen Golfhotels vermietet ist, diese ist von Oktober bis April.

Und klar ist auch, auf einem Acker spielt man Golf nicht so gerne, fürs Auge ists nochmal so unschön. Von dem internationalen Wettbewerb um das zahlungskräftige Golfer-Publikum wollen wir da einmal ganz absehen.

Wenn meine Leser nun annehmen, dass der Mallorca Kolumnist beabsichtigt in seiner heutigen Postille eine Neid-Diskussion loszutreten, dann liegen Sie grundlegend falsch. Ganz im Gegenteil.

Ich war zwar nie der Auffassung, dass man die Ballermänner vertreiben solle, nicht zuletzt, weil sie einfach zu Mallorca gehören. Dies hatte aber nie zu bedeuten, dass die Golfer im Gegenzug einfach abserviert werden sollten. Genügend Platz ist nämlich bei uns für viele Zielgruppen vorhanden.

Das Wasserproblem ist sehr ernsthaft, jedoch ganz sicher lösbar. Dies kostet viel Geld, wenn man zum Beispiel an Wasseraufbereitungsanlagen denkt, aber wenn es von einer Seite überhaupt finanzierbar ist, dann von den Betreibern der Golfhotel-Anlagen hier bei uns.

Noch dazu, da diese die Kosten leicht über ihr Klientel wieder refinanzieren können. Golfen auf Mallorca ist preislich im internationalen Vergleich in jedem Fall ganz locker konkurrenzfähig. Noch dazu, hier bei uns auf Mallorca ist es nunmal auch einfach wunderschön.

Mein Eingangsgedanke war eigentlich ein völlig anderer, denn die alltägliche Wirklichkeit bei uns unterscheidet sich enorm von den Planungen einiger, wie ich zu Zeiten eines Jaume Matas gelegentlich zu sagen pflegte, wirrer Köpfe in Palma.

Während dieser mit seiner PP und einigen Schwergewichtlern aus Business und Prominenz langfristig Mallorca zu einem Exklusivimage verhelfen wollte, hat die gleiche Partei in Brüssel die EU-Osterweiterung mit vorangetrieben. Und diese Politik zeigt schon lange ihre Wirkung, denn für jeden Golftouristen kommen statistisch gesehen ein paar Osteuropäer zu uns auf die Baleareninsel.

Den Golfer hätte man gerne als Dauergast hier bei uns, dies will er jedoch nicht, und deshalb reist er nach seinem Urlaub wieder ab. Der Osteuropäer, im Gegenzug, er kommt nicht selten ohne Sack, jedoch mit Anhang, aber ohne Geld.

Oder mit sehr wenig, weshalb er wahrscheinlich schon deshalb gar nicht so einfach in der Lage wäre, seine Rückreise zu finanzieren. Hat er ja auch gar nicht einmal vor, die damit einhergehenden Probleme, steigende Kriminalitätsraten, etc., diese sind uns allen längst geläufig.

Auch wenn niemand reagiert, was solls, Sand haben wir ja auf Mallorca mehr als genug, noch einige Köpfe mehr oder weniger darin, als die Hunderte, die da sowieso schon tief drin stecken, passen dort noch locker zusätzlich hinein.

Da wird auch die jüngste Meldung nichts dran ändern, ein Lette betraf es dieses Mal. Bei der Überfahrt von Palma nach Barcelona hat der Mann zwei seiner Kinder sowie seinen Vater in den engen Kofferraum seinen Wagens eingesperrt.

Nach gut drei Stunden, kurz vor dem Ersticken, haben Sicherheitskräfte den drei Todeskandidaten ihr Leben gerettet. Weshalb der Lette dies tat, werden sie nun fragen, weswegen ich vorwurfsvoll erwidere, was glauben Sie denn weswegen.

Nicht nur das Eigentum anderer hat anscheinend nicht viel wert, selbst das Leben der eigenen Angehörigen setzt man da aufs Spiel. Und wenn Sie nun wissen möchten, wieviel drei Leben aus der eigenen Familie in den Augen dieses Letten wert waren, dann lautet die Antwort, ganze eindundertachzig Euro.

Meine ersten Grüße gehen deshalb heute einmal mehr in die Haupstädte der EU-Länder, die uns diesen Mist eingebrockt haben. Berlin ganz vorne dran, danach vor allem Paris, London, Rom, aber auch Madrid. Selbst hier haben Sie dann den vielgepriesenen Schwanz eingezogen. Wie sagt man so schön, wenn man selbst im Elfenbeinturm sitzt, kann man mit den Folgen der eigenen Entscheidungen doch schon einmal viel lockerer und entspannter umgehen.

Mein nächster Gruß hinüber nach Deutschland geht heute ein zweites Mal nach Berlin. Das Konsumklima hat sich drastisch verschlechtert. Preissteigerungen und die Finanzkrise in den Vereinigten Staaten sollen die Ursachen sein.

Die wahren Gründe und Hintermänner allerdings sitzen genau in den zuvor erwähnten Hauptstädten, Vorreiter für die Globalisierung war natürlich einmal mehr Berlin, und da CDU, SPD, FDP und die Grünen in seltener Einmütigkeit Hand in Hand. Von hoch oben aus dem Elfenbeinturm schaut sichs ja viel sicherer und vor allem bequemer auf das eigene Land.

Wie immer auch Grüße an alle anderen hier auf meiner Insel, einer Insel weiter wachsenden Gegensätze.



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