Hotelverband Mallorca
Es gibt also dieses Mal überhaupt keine Einigkeit bei dem Verband der Mallorca-Hoteliers. Diese Meldung scheint auf Anhieb wenig interessant, könnte aber dennoch ein untrügliches Zeichen dafür sein, daß an der bislang so stillen Fassade einer alleine vom Mallorca-Tourismus abhängigen Branche doch so langsam der Putz zu bröckeln beginnt. Es ist ein offenes Insel-Geheimnis, daß auch Verbände zu oft politischen Einflüssen ausgesetzt sind. Vielmehr noch kann man sagen, je größer und mächtiger ein Verband, desto mehr Schwergewichter sitzen in seinen Gremien oder üben in anderer Weise ihren gewiß nicht geringen Einfluß aus.
So war es auch nicht groß verwunderlich, daß die Stimmen des mallorquinischen Hotelierverbandes in den rauhen Monaten des zurückliegenden Wahlkampfes nahezu völlig verstummt schienen. Keine, aber auch wirklich überhaupt keine der für den Inseltourismus schädlichen Verlautbarungen der Regierung um Jaume Matas sowie der Inselratspräsidentin Munar veranlasste den Mallorca Hotelverband zu einer für alle auf der Insel und möglichst auch außerhalb vernehmbaren Reaktion.
Dabei wäre sie so dringend nötig gewesen, zumindest im Sinne vieler Verbandsmitglieder, die den augenscheinlichen Egotrip des Einen oder auch der Anderen im laufenden Tourismusjahr in ihren Geldbeuteln bereits jetzt schon in herber Weise zu spüren bekommen haben.
Die Hoteliers sehen es mit wachsendem Ärger, daß nach außen hin alles so schön fein glänzen muss, auch indem eine unstimmige Statistik nach der anderen präsentiert wird, sie jedoch in Wirklichkeit zu einem erheblichen Teil ums nackte Überleben kämpfen müssen.
Nicht wenige wünschen sich von ihrem Verband zum Beispiel eine wesentlich bessere Öffentlichkeitsarbeit, gerade auch mit den Insel-Medien der Länder, aus denen vor allem die zahlenden Gäste kommen.
Diese Medienarbeit findet im Grunde nicht statt und dies ist fatal. Ein Verband sollte in erster Linie auf der Seite seiner Mitglieder stehen, und mit der Politik den Umgang in Diplomatie pflegen. Leider ist es jedoch, wie nicht selten woanders auch, hier auf den Balearen und gerade bei uns auf Mallorca ganz genau umgekehrt. Der zurückliegende Wahlkampf hätte dies nicht besser untermauern können.
Mein erster Gruß geht deshalb heute auch an die Hotelbesitzer auf Mallorca. Ihr seid es, auf deren Kosten sich nicht wenige profiliert haben in den zurückliegenden Monaten. Ihr müsst von euch aus auch einmal die Initiative ergreifen. Es ist nicht so, daß ihr kein Sprachrohr hättet. Im Gegenteil, wir, die Medien, wir hören euch schon zu, jedoch, die Lage ist zu dumm, denn ihr bleibt bislang einfach nur stumm.
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