Zwischentöne
Ob es nun die anstehenden Wahlen oder einfach nur die späte Einsicht ist, frage ich mich, während ich wieder einmal einen herrlichen Sonnenaufgang an der Platja de Palma beobachten darf. Der liebe Gott meint es gut mit mir und meiner Lieblingsinsel, der Insel Mallorca.Nicht nur, daß ich jenes prächtige Farbenspiel in dieser schönen Bucht bobachten darf, Tag für Tag immer wieder, fasziniert es mich, nein, auch daß jetzt endlich etwas Bewegung hinein kommt. Bewegung zum Wohle Mallorcas und seiner Nachbarinseln.
Die balearische Landesregierung startet einen Werbefeldzug, ist zu hören, fast drei Millionen Euro will man hierfür investieren. Die Vermieter, insbesondere die Hoteliers werden es gerne sehen, denke ich, und es wurde auch längst einmal Zeit für ein Zeichen, wenn es denn auch nur ein kleines, symbolisches ist.
Ein kleines Zeichen ist ganz sicher, zumindest für die beiden wichtigsten Besucherländer Deutschland und England. Der größte Batzen soll zum Festland gehen. Dort bucht man Fernsehspots, und man kann sich dann leicht ausrechnen, daß das genannte Budget doch recht schmal ausgefallen ist.
Was solls, besser als nichts, seufze ich, daber da wird man noch mal eine große Schippe nachlegen müssen, denn im Ausland scheint man hochsensibilisiert zu sein. Wenn ich dieser Tage gleichzeitig höre, daß ein Wendepunkt bei der europaweiten Verteilung von Finanzspritzen der EU erreicht ist, und damit auch die Balearen etwas weniger erhalten werden, dann vermute ich jetzt einmal, daß dies nur ein Anfang ist.
Es fängt an zu rumoren, auch in den bisher als wohlhabend geltenden Ländern der EU fragen die Bürger nach dem Sinn, und vor allem nach dem Schlüssel einer Verteilung ihrer Steuergelder. Frankreich könnt der Anfang einer völlig neuen Entwicklung sein, bei der die Menschen den europäischen Gedanken etwas mehr hinterfragen werden.
In Deutschland gibt es zwischenzeitlich die ersten kritischen Töne, noch sind es die leisen. Sie könnten jedoch zu einem Theaterdonner werden, und dann bis hierher nach Mallorca schallen. Ich werde die Entwicklung gewohnt aufmerksam verfolgen, und dann wie immer versuchen etwas mehr zwischen den Zeilen zu lesen.
Die Töne sind es. Nicht die leisen, und nicht die lauten. Die Zwischentöne, sie sind es. Sie bestimmen die Politik, und dann auch jedesmal wieder meine inzwischen, für alle meine Leser, gewohnt kritische Replik.
Heute geht mein Gruß hier an die deutschen Hoteliers und alle anderen deutschen oder auch deutschsprachigen Vermieter. Ich weiß es ist ein Kampf, immer wieder, Tag für Tag, aber vielleicht machen sie ja jetzt hier in der Politik endlich einmal wieder so richtig Dampf.
Herzliche Grüße hinüber nach Deutschland, und an alle hier auf meiner Insel, Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,
Ihr Marlon
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