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Na denn Prost!

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenMan nimmt es nicht so genau mit der Sauberkeit auf der Insel Mallorca. Nun mag dies zwar kein Geheimnis sein, denn die Insel scheint zuweilen übersät mit Müll, man redet dennoch nicht zu gerne darüber.

Ein Kolumnist spricht dieses Thema bei seinen spanischen und mallorquinischen Freunden erst gar nicht an, denn die Gefahr ist zu groß, dass das stolze Volk der iberischen Halbinsel sich dann unvermutet persönlich angegriffen fühlt. Und dies liegt jenseits meiner Absichten. Müll ist daher nicht unbedingt das Thema Nummer eins, auch wenn es nicht wenige Alemannen doch so gerne anders hätten.

Schlimm und für die Gesundheit der Touristen höchst bedenklich wird es jedoch, wenn an einer ganzen Reihe von Stränden der Insel Mallorca immer wieder einmal Fäkalien auftauchen. Nur selten gelangen derartige Ereignisse in die Medienwelt, was wenig wundert, schliesslich geht es hier auch um eine ganze Menge Tourismusgeld. Es gibt Strände, da gehe auch ich längst nicht mehr baden, nicht nur in der Region Pollenca, dessen Kanalisationssystem noch aus der Zeit lange vor dem zweiten Weltkrieg stammt.

Kenner der Materie können aus dieser Infomation haarscharf ihr Schlüsse ziehen, die anderen erst dann, wenn ihnen die Jauche direkt vor der Nase schwimmt oder sie, so wie es Tag für Tag auf Mallorca geschieht, einige Schlucke dieser mit Fäkalbakterien verseuchten Meeresbrühe geniessen dürfen.

Fürwahr ein wichtiges und vor allem sehr, sehr ernstzunehmendes Thema, nicht nur aufgrund der aktuellen Meldung über den Strand Albercuix, der jetzt nach einer in der Folge von Touristenbeschwerden vorgenommenen Wasseranalyse erst einmal für Badegäste gesperrt wurde.

Und nicht dass der Leser nun glaubt, man erneuere nun ein achtzig Jahre altes Kanalisationssystem, weit gefehlt. Man wartet auf die nächste günstige Strömung, bei der man das Messröhrchen dann noch einmal ins Meereswasser senkt.

Die Erkenntnis übrigens, dass auf Mallorca Fäkalien aus defekten Abwasserrohren ins Meerwasser gelangen, gibts seit Jahrzehnten schon. Von offizieller Seite wird dennoch bei den immer wiederkehrenden Jauchemeldungen gerne das Wörtchen vermutlich dazugeschrieben. Obwohls seit Jahren längst keine Vermutung mehr ist woher diese Jauche denn kommt.

Dort, wo der Feriengast auf unserer eigentlich doch so schönen Insel Mallorca, wie zum Beispiel auch an der Bucht von Alcudia an verschiedenen Stellen des Strandes Tag für Tag Fäkaliengeruch einatmen darf, soll er sich wahrscheinlich dann bestimmt einfach nur denken, ups, nur vermutlich riechts hier nach Jauche.

Der genannte Strand ist einer derjenigen, an dem der Kolumnist des Mallorca-Portals genausowenig in die Fluten des Mittelmeeres taucht, wie in Pollenca und auch an einigen anderen bekannten Inselstränden. Über Pollenca sagte mir einmal ein nicht ganz unbekannter Insulaner mit herrlich verschmitzen Gesicht, dort leben doch nur die Intellektuellen, und die merken das doch nicht.

Na denn Prost, kann ich heute einmal nur laut in Richtung Pollenca grüßen. Jedoch, den wirklich Schlauen im Inselnorden ist dies alles längst bewusst, den anderen vergeht dann vielleicht spätestens jetzt auch etwas die Badelust.

Herzliche Grüße gehen heute hinüber nach Deutschland. Dort gibt es seit Jahrzehnten ein überwachtes Kanalisationssystem, angeschlossen an die modernsten Kläranlagen dieser Welt, und all das wird Jahr für Jahr immer noch weiter modernisiert. Dieses Stück Deutschland würde den Baleareninseln gut zu Gesichte stehen, und war möglichst schnell, denn mit den hohen Sommertemperaturen nimmt der Gestank nicht unbedingt ab.

Darunter leidet übrigens nicht nur der Tourist, sondern auch alle hier, meine Insel-Mitbewohner, die ich ebenfalls wieder grüße,

Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,


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