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Politik auf Eis

Die Pläne über den Bau eines neuen Opernhauses in Plma des Mallorca     kommentiert von MarlonDer liebe Gott hatte es gut gemeint mit mir, an diesem letzten Sonntag im April. Mein Sommerregen-Traum auf meiner Insel Mallorca, er wurde endlich wieder einmal wahr.

Es wird Zeit, daß der da oben so einige hier unten endlich einmal in ihre Schranken verweist, sinniere ich, als ich das Neueste der jüngsten Tage noch einmal Revue passieren lasse. Ein Opernhaus wollen sie jetzt bauen, so so, direkt an der alten Hafenmole in Palma, lese ich.

Anläßlich der Eröffnung der Internationalen Bootsmesse in Palma wurden entsprechende Pläne von den Oberen der balerarischen Politik kund getan. Nach dem Vorbild der Oper in Sydney soll sie denn gebaut werden. Ein Prestigeobjekt per Excellence wird es dann wohl sein.

Wenn da nicht einmal die erstaunte Öffentlichkeit völlig anders reagiert, als es in diesen Wochen eines mit allen Finessen gespickten Kommunalwahlkampfes die Inselregenten und ihre Wahlkampfstrategen vorraus gesehen haben. Ist dies nun eine geniale Finte dieses Inselwahlkampfes, frage ich mich, oder meinen sie es wirklich ernst.

Hatte man nicht unlängst für einundzwanzig Millionen das Theatre Principal während einer sechs Jahre andauernden Bauzeit fertig gestellt, oder irre ich mich jetzt. Nein, die Tinte der Meldungen hierüber ist kaum trocken, sehe ich gerade. Und was für ein schönes Theater Palma da hat, mit dem Charme eines großen Opernhauses des neunzehnten Jahrhunderts.

Ich bin sicher andere beneiden uns darum, und könnten sich daher vielleicht fragen wieso und warum. Und wer diese großen Pläne letztendlich bezahlt. Sie schauen mittlerweile schon mit einigem Argwohn herüber zu uns nach Mallorca, die da drüben aus Deutschland. Die Meldungen der vergangenen Wochen und Monate ergeben für die hungrige Journallie und ihre willfährige Leserschaft das Bild einer Baleareninsel, welches uns nun überhaupt nicht gefallen kann.

Und sie werden sich dann ganz schnell fragen, wer dies denn nun wieder bezahlt. Und wenn sie dann feststellen, daß sie es wieder einmal sind, die dies über den Umweg Brüssel in erheblichem Maße bezahlen werden, dann könnte der Sturm der Entrüstung nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Uns Ballermänner, der wir eure Insel mit groß gemacht haben, uns wollt ihr nicht mehr, könnten sie dann zu uns herüber rufen. Und, jetzt wollt ihr nur noch die großen, die da oben, die Golfspieler, denen ihr jetzt auch noch dieses australische Opernhaus hinstellen wollt. Und sie könnten schnell darauf kommen, daß dies auch in erheblichem Maße wiederum mit ihren Steuergeldern geschieht.

Und dann, dann sage ich euch, dann wird es heiß. Und zwar nicht nur, weil sie euch sehen wie die Esel auf Eis. Sie werden sagen, ihr wollt uns nicht mehr haben, anstatt uns zu danken. Und daher werden wir die Urlaubsluft in Zukunft gerne einmal woanders tanken.

Ein ernst gemeinter Gruß an die Vernunft an alle hier unten verbinde ich heute mit einem Stoßgebet nach oben. Du weißt wie skeptisch ich über Deine Existenz da oben bin. Aber jetzt kannst Du mich einmal überzeugen, denn laß sie hier unten endlich einmal spüren, was er denn ist, der wahre Lebenssinn.

Ein herzlicher Gruß, von einem Kolumnisten mit Sorgenfalten auf der Stirn, geht hinüber zu euch nach Deutschland, sowie an alle hier auf meiner Insel, Herzliche Grüße von der Insel Mallorca,

Ihr Marlon


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