Spannkraft und Glimmstengel
Die Insel Mallorca ächzt unter der großen Sommerhitze. Wie auch auf den Balearen und in ganz Spanien entfliehen die Menschen den hohen Temperaturen, wenn es nur irgendwie geht. Sie beten bereits jetzt im Juni gen Himmel, es mögen doch endlich wieder einmal einige abkühlenden Regenschauer herniederprasseln.Wie so oft im Leben ist dies auch hier lediglich die eine Seite der Medaillie. Die Kehrseite lautet, während Insulaner und Festlandbewohner der Sonne und Hitze entfliehen, scheinen die Feriengäste alles andere als beeindruckt von der großen Hitze und der gnadenlosen Härte der meditteranen Sonne zu sein.
So sieht man auch im laufenden Jahr, wie gewohnt, Urlauber in der prallen Sonne liegen, nicht selten stundenlang und ohne dabei ihren Sonnenschutz regelmässig zu erneuern. Rötlich glänzende Leiber an allen Stränden, des Nachmittags gelegentlich einige sogar ganz besonders schlimm verbrannt.
Vielleicht werden diese Menschen sich sagen, dass ein gecremter oder geölter Sonnenschutz sowieso nicht so viel bringt, das Verhalten vieler Urlaubsgäste erinnert mich Jahr für Jahr immer wieder an das berühmt-berüchtigte russische Roulette. Damit auch wirklich alle Hautzellen am Körper verbrennen, wird dann seitens unserer Damen der Schöpfung oft noch abgeschnallt, sprich der Busen wird dann zusätzlich noch der gnadenlosen Sonne entgegengestreckt.
Abgesehen einmal von dem wenig erotischen Aspekt gebräunter sexueller Geschlechtsmerkmale, so zumindest die Auffassung eines Kolumnisten, anscheinend soll auch noch jegliche Spannkraft eben jener Körperteile aufgegeben werden. So richtig widersinnig ist der Bräunungsgedanke, wenn zusätzlich noch gierig an Glimmstengeln gezogen wird. Fürwahr eine furchteinflössende Kombination, deren Wirkung man den betreffenden Damen zumeist schon im mittleren Alter in Form faltiger, wenig straffer Haut ansieht. Dann ist es jedoch längst zu spät.
Jahrzehntelange Aufklärung über die Gefahren der UV-Strahlung scheinen ihre Wirkung genauso zu verfehlen wie die bekanntermassen hohe Hautkrebsrate auf den Balearen und Mallorca. Während in Australien eine stetig wachsende Zahl von Menschen in voller Kleidungsmontur baden gehen, schicken viele Urlauber-Familien sogar ihre Kinder auf Mallorca immer noch stundenlang ohne grossen Sonnenschutz ins kühle Nass.
Die Folgen sind verheerend, insbesondere die Spätfolgen. Viele der Sonnenstunden im Kindesalter wirken sich unter Umständen erst nach Jahrzehnten aus und erscheinen dann in Form maligner Melanome, kurz Hautkrebs genannt.
Die Eltern sind eigentlich heute allesamt darüber informiert, und doch gehen sie nach wie vor achtlos mit diesem Thema und der Gesundheit ihrer Kinder um. So schüttele ich Woche für Woche immer wieder innerlich den Kopf, wenn ich, selbst bestens vor der Sonne geschützt, die Strände der Insel ablaufe. Und ich bin mir schon heute bewusst, es wird dies auch die nächsten Jahre so sein.
Ein erster Herzlicher Gruss gilt heute allen Sonnenanbetern. Seid nicht dumm und geht vernünftig mit eurer Gesundheit um. Und sorgt euch vor allem mehr um eurer Kind, werdet hier bloss nicht urlaubsblind.
Herzliche Grüße gehen wie immer auch hinüber nach Deutschland. Dort hat man gerade wieder einmal eine Unwetternacht erlebt. Mögen alle die Gewitter und starken Regengüsse hoffentlich glimpflich überstanden haben.
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