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Totenstille

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenTotenstille wäre vielleicht etwas übertrieben gesagt, aber es hatte schon etwas von dem an der Platja de Palma auf Mallorca, an einem Donnerstag vor Pfingsten Ende Mai.

Als ich mich gestern Abend einmal spontan dazu entschlossen habe unsere Ballermänner aufzusuchen, diejenigen, die man hier nicht mehr so gerne sieht, da hats mich doch ganz schön erscheckt. Als wäre man auf einer Insel von Spielverderbern und Spaßbremsen, von viel Betrieb kann sowieso die Rede nicht mehr sein.

Nicht nur, daß in den gastronomischen Betrieben fast überall nur tote Hose herrschte, eine ganze Reihe von Betrieben, einhundert Meter vom Meer entfernt gelegen, waren gar nicht erst geöffnet. Oder halt schon pleite, denn selbst in der ersten Meereslinie hatte es auch nur wenig zahlende Gäste, und bereits zehn Meter weiter in die Seitengassen hinein sah man meist nur noch eine gähnende Leere.

Während ich nun, der ich nun überhaupt nichts gegen lachende und singende Ballermänner habe, quasi in der ersten Reihe sitzend mein kühles Blondes genieße, schaue ich mir die skurril anmutende Szenerie einmal über ein, zwei Stunden hinweg an.

Ein Pläuschchen hier, ein Schwätzchen da, leider gabs nur wenig Trullala. Doch plötzlich ein Geschrei, da gibts nicht etwa doch noch Feierei. Zum Dichten war mir allerdings wenig zumute, auch wenn es hier gerade etwas anders klingen mag. Denn, wo man hinschaute gab es jede Menge Frust, statt der erwarteten Mallorca-Lust.

Diese Gäste kommen schon einmal nicht mehr wieder, dies war unisono der Tenor an den Balenarios. Ich würde mir wünschen, sagte ich mir dann selbst kopfschüttelnd, den Blick auf diesen schönen Ozean gerichtet, so sehr wünschen, daß es bei der Wahl am Sonntag einmal so eine richtige Klatsche für diejenigen gibt, die von der Übermut des grandiosen letzten Urlaubsjahres gepackt wurden, und die mit ihrer Politik diese Tourisimus-Karre nun, mir nichts, Dir nichts, so einfach in den Sand gesetzt haben.

Wobei mir es nicht um Parteien geht, denn damals war die Abwahl ebenfalls folgerichtig, als diese hirnrissige Ökosteuer den Mallorca-Tourismus quasi über Nacht in seinen Grundfesten erschüttert hatte. Die Quittung gabs postwendend bei der Wahl, und ich hoffe, daß den Menschen auch heute noch etwas Verstand geblieben ist.

Verstand im Internet-Zeitalter, was gar nicht so einfach sein dürfte angesichts noch mehr und bunter flimmernder Bildschirme, wo immer man auch hinschaut. Liest man noch beobachtet man und denkt man noch, daß ist hier die Frage, aber bis zur Antwort sind es ja nur noch ganz wenige Tage.

Zwei Tage genau sind es nur noch bis zur Stimmabgabe. Wie man hört geht es bei der Wahl auch um viele, teils gut dotierte Arbeitsplätze der Regierung und des Inselrates. Das mag stimmen, aber es geht um weit, weit mehr Arbeitsplätze auf unserer schönen Insel, und mal sehen ob ihr sie denn abwählt, diese selbstgefälligen Pinsel.


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