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ungeniert



Kritiker warfen ihm bei seiner Amtsübernahme vor gut zwei Jahren vor er habe weder die Kenntnisse, gleich welcher Art, noch die notwendige ideologische Ausrichtung für seinen Job, den er allein dem mächtigen Einfluss seiner sowohl militärischen als auch wirtschaftlichen Großmacht, den Vereinigten Staaten von Amerika, zu verdanken hatte.

Als stellvertretender Verteitigungsminister und einer der wichtigsten politischen Berater von George W. Bush trieb er nicht nur maßgeblich den Irak-Krieg voran, sondern vertritt die in den USA heftig umstrittene Auffassung, daß sein Land Israel unterstützen und zur Sicherung amerikanischer Machtinteressen auf allen Kontinenten militärisch stark repräsentiert sein müsse.

Paul Wolfowitz, der Präsident der Weltbank, jüdischen Glaubens, steht in dem Ruf besonders sparsam, wenn nicht sogar geizig zu sein, nachdem er vor wenigen Wochen dabei gefilmt wurde, als er mit löchrigen Strümpfen und Flecken auf der Hose eine Moschee in der Türkei besuchte, begleitet von Regierungsvertretern, im Lichte der Öffentlichkeit.

Die Weltbank, einst gegründet für den Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg, soll die Armut in unserer Welt bekämpfen, in dem sie Entwicklungsländern finanziell hilft. Ihr Kernauftrag ist es die Zahl dieser Armen in der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2015 um die Hälfte zu reduzieren.

Erst jetzt wurde bekannt, daß Wolfowitz bereits bei seiner Amtsübernahme anfing, diesen Auftrag auf seine eigene Weise umzusetzen, in dem er seiner dort ebenfalls tätigen Geliebten Shaha Riza zunächst einmal eine Beförderung, verbunden mit einer deftigen Gehaltserhöhung verschaffte. Hinter dem Rücken der 24 Direktoren und des Verwaltungsrates, versteht sich. Nicht ohne Witz dabei: Die Begünstigte, Shaha Riza, ist eine bekannte arabische Frauenrechtlerin.

Er entblödet sich dieser Tage nicht einmal ausdrücklich festzustellen, daß persönliche Interessen keine Rolle gespielt hätten. Damit zählt auch dieser Mann zu den zahlreichen zweifelhaften Vorbilder unserer Zeit, an den Hebeln der Politik, und damit der Macht in dieser Welt.

Machtbewussten, wenn nicht gar machtgierigen Männern, und wie man sieht auch Frauen, deren simple Botschaft lautet, bedient euch einfach ungeniert, auch wenn es sich so gar nicht ziert. Und die sich wohl denken, wenn er mich dann doch erwischt, sprech ich dann auf - ach komm was solls - irgend so ein dämliches Gedicht.

Das Tagesgeschehen - kommentiert von Valentin Moser
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