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Abschwung

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDie neuesten Zahlen vom Bund der Steuerzahler, gerade eben veröffentlicht, sind einfach nur schockierend und entlarvend zugleich. Der jahrelange Schwindel vom Aufschwung, jetzt scheint er erstmals aufzufliegen.

Auftragsbücher voll, die Kassen voll, weniger Arbeitslose, die Wirtschaft brummt. So oder so ähnlich war es seit Jahren, aber vor allem die letzten Wochen und Monate immer mehr zu vernehmen, wenn die deutsche Bundesregierung in Berlin, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel, von ihren angeblichen politischen Erfolgen spricht. Ganz in der unsäglichen Tradition ihres Vorgängers Gerhard Schröder.

Während also seitens der Politik ein Jubelruf nach dem anderen in diese Republik hineinschallt, fragte sich der verdutzte Bürger mit jeder dieser Meldungen, was das ganze Theater denn eigentlich soll.

Tue Gutes und rede davon, so lautet ein altes Sprichwort, dies ist wohl war. Aber die deutsche Politik dreht auch hier diese alte Politiker- und Unternehmensweisheit einfach mal so um. Tue Schlechtes und verkaufe dies als gut, so oder so ähnlich müßte es wohl eher heißen.

Alleine der Bürger hat eigentlich nie die Macht und vor allem keine Gelegenheit seiner Regierung genau das Gegenteil zu beweisen. Bis jetzt jedenfalls, denn jetzt liegen endlich die ersten amtlichen und glaubwürdigen Zahlen auf dem Tisch. Und mit diesen Zahlen vom Bund der Steuerzahler kommt nun endlich die ganze Wahrheit zum Vorschein. Dies wurde auch langsam Zeit.

Der Schwindel vom Aufschwung ist deshalb ein Schwindel, weil dies nicht ein Aufschwung für die Bürger dieses Landes ist, er aber genau so dem Bürger verkauft wurde und immer noch wird. Es mag ein Aufschwung für eine ganze Reihe Unternehmens- und Aktieninhaber sein, und möglicherweise auch einer für die Politik und deren Vertreter.

Denn deren Einkommenssituation ist excellent, wie man den jüngsten Veröffentlichungen über die Nebentätigkeiten der Abgeordneten entnehmen konnte. Die Sozialversicherung und die Altersversorgung der Politiker, selbstverständlich mangelt es auch hier an nichts. Dabei beschäftigen sich diese immer wieder und nach wie vor auch mit Themen, von denen sie eigentlich lieber die Hände lassen sollten.

Verfassungsbrüchige Bürgerüberwachungen ist ein solches Thema, wo doch mehr Politikerkontrolle nötig wäre. Zur Not will man einfach diese wichtige Deutsche Verfassung ändern. Dopinggesetze für den Profisport wiederum ein anderes, obwohl dies die Profis und ihre Verbände lieber selbst regeln sollten.

Für alles und jeden spielt man sich als Wächter auf, schnürt immer mehr der Freiheit und gedanklichen Beweglichkeit, sowie Kreativität und selbstbewusstem Handeln die so notwendige Luft zum Atmen ab.

Alle Menschen hierzulande haben von einem Euro, den sie sich zum Teil mühsam erschuften, nur noch 47 Cent in der eigenen Tasche. Diese jüngsten Zahlen erschüttern die Republik, und bei vielen im Land vor allem den letzten Rest Vertrauen in die handelnden Personen unserer Politik.

Im Vergleich zum letzten Jahr müssen die Deutschen dieses Jahr sogar acht ganze Tage mehr für den Fiskus und seine Kassen arbeiten. Und schon letztes Jahr war die Belastung der Privathaushalte im internationalen Vergleich unglaublich und verantwortungslos hoch.

Die soeben getroffene Aussage vom Bund der Steuerzahler, nämlich dass sich der Staat immer mehr zu einem gefräßigen Monster entwickelt, daß dem Bürger die Luft zum Atmen nimmt, diese Aussage spricht Bände. Die nach Ansicht vieler völlig fehlgeleitete EU-Erweiterungs- sowie Globalisierungspolitik zeigt immer mehr ihre fatalen Folgen.

Dabei müsste man diese Entwicklung endlich einmal stoppen und zurückfahren. Dies macht man jedoch nicht, statt dessen beschäftigt man sich mit der Frage einer wachsenden Bürgerkontrolle, denn diese könnten ja angesichts dieser Entwicklung vielleicht einmal aufbegehren.

Und wie ginge das besser und geschickter als unter dem Deckmäntelchen des Schutzes vor Terroristen, obwohl weit und breit keine davon zu sehen sind. So oder so ähnliche Zusammenhänge sind nicht einmal so ohne weiteres von der Hand zu weisen.

Statt den Bürger weiter einzuschnüren, sollte die Politik am besten anfangen an sich selbst zu sparen, und sinnvoller Weise einmal ein Drittel dieser zu einem erklecklichen Teil mit Nebenverdiensten in sechsstelliger Höhe beschäftigten Abgeordneten schlicht und einfach wegrationalisieren. Dies wäre doch einmal eine bürgerfreundliche Entscheidung.

Denn soviele sind meines Erachtens überflüssig, wenn man beobachtet, daß man den Bürger lieber Tag für Tag mit neuen Selbstbeweihräucherungen einerseits und neuen überflüssigen Gesetzen, Regelungen und noch mehr Sparmaßnahmen andererseits zu terrorisieren scheint.

So jedenfalls sehe ich die Situation im Land. Und wenn die Bürger nicht aufpassen, wird aus derart schlimmer politischer Kultur bald ein regelrechter Flächenbrand.



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