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Alterspflege

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDie deutsche Politik beschert ihren Bürgern bereits seit vielen Jahren erheblich Mehrbelastungen in der Sozialversicherung, die Beiträge stiegen in den letzten zwanzig Jahren immer weiter an, gleichzeitig wurden Leistungen auf ein nie dagewesenes Niveau reduziert.

In der gesetzlichen Krankenversicherung wurden so entweder wichtige Leistungen ganz gestrichen, Beispiele gäbe es genug, genannt sei hier nur einmal die Brille und der Zahnersatz.

Anderes wiederum wurde ausgegliedert, man beschloß so mit der Pflegeversicherung einfach eine ganz neue Sozialversicherung, zusätzliche Milliarden jährlich wälzen so die Politikvertreter von CDU, SPD, FDP und den Grünen auf die Menschen in Deutschland ab.

Dass die seinerzeit erwarteten und zwischenzeitlich eingetretenen Probleme, nämlich die Überalterung der deutschen Gesellschaft, aufgrund von schweren Versäumnissen genau jener Politiker auftreten, darüber spricht man selbstverständlich nicht, was interessiert mich schon mein Geschwätz, sprich meine Familienpolitik, von gestern.

Begründet wurde die Einführung der Pflegeversicherung damit, dass zum Einen die häusliche Pflege und die Heimpflege damit erst finanzierbar werde, dass die Pflegeleistungen damit überhaupt erst möglich seien und dass mit der neuen Pflegeversicherung vor allem ein für alle Bürger notwendiger hoher Qualitätsstandard gewährleistet ist.

Wie zu oft bei Politikversprechen, so wurde auch dieses gebrochen, und zwar elementar. Worüber unsere Politiker nicht so gerne sprechen, vor allem nicht die vor Jahrzehnten einmal sozialdemokratische Handelnden aus der SPD, von den scheinsozialen Grünen einmal ganz abgesehen, ist die Tatsache, dass in Deutschland in der Regel nur derjenige menschenwürdig gepflegt wird, der zusätzlich zu staatlichen Pflegeversicherung noch reichlich zusätzliche finanzielle Mittel hat.

Wehe dem, der dies nicht hat, und dennoch in unserem Land ein Pflegefall wird, der Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen läßt ihn mit der Einweisung in ein deutsches Pflegeheim ein Horroszenario erwarten, welches dem eines nervenaufreibenden Horrorfilmes entsprechen dürfte.

Nicht nur, dass in den Pflegenheimen unseres Landes Schwerkranke in der Regel unzureichend behandelt und versorgt werden. Die Lage in des gesamten Pflegesystems in Deutschland wird selbst von ganz offizieller Seite als katastrophal bezeichnet.

Jegliche Sorgfalt, banalste Alltagshilfen können nicht gewährt werden, sei es das Waschen, Essen oder Medikamente verabreichen, von Dingen wie Betten machen erst gar nicht zu reden. Ein Schrecken ohne Ende nicht nur für die Bewohner der Pflegeheime, sondern auch für die Mitarbeiter, deren Anzahl aus Gründen der in unserem Land mit Unterstützung der eingangs genannten politischen Parteien eingeführten unermeßlichen Profitgier viel zu gering ausfällt.

Einfachste und selbstverständliche Dinge werden nicht gewährt, ob wohl die Menschen jahrelang dafür zum Aderlaß gebeten wurden, und das ganz, ganz Schlimme ist, jedwede Menschlichkeit bleibt vollends auf der Strecke.

Einem Kolumnisten bleibt heute schier die Zunge im Halse stecken, wenn er folgende Auszüge aus dem am 31. August 2007 veröffentlichten Prüfbereicht zitiert.

So wird in den Pflegeheimen jeder dritte Patient nicht häufig genug umgebettet, mit der schlimmen Folge, er liegt sich wund. Bei den Heimpflegediensten, welche für die häusliche Pflege verantwortlich sind, wird fast schon die Hälfte aller Pflegebedürftigen nicht genügend umgebettet.

Doch dies ist erst der Anfang, denn stellen Sie sich nur einmal vor, verehrte Leser, etwa ein Drittel aller Pflegebedürftigen Menschen bekommen nicht einmal genug zu essen und zu trinken. Die Betroffenen magern ab, bis dann irgendwann einmal das Allerschlimmste eintritt.

Ebenfalls unzureichend, Windeln wechseln wird sehr oft vernachlässigt, Altersverwirrte sind übrigens von der Verwahrlosung aufgrund der mangelhaften Betreuung ganz besonders schlimm betroffen.

Die besondere Chuzpe, die Unglaublichkeit an dem Bericht 2007, dies alles offenbarte bereits der Prüfbericht aus dem Jahr 2004. Schon damals offenbarte dieser eine Bilanz des grenzenlosen Grauens, alle Politikvertreter von SPD, CDU, FDP und den Grünen, all die Damen und Herren dieser etablierten Parteien haben dies also gewußt und nicht gehandelt.

Kein Wunder, sind sie doch alles hoch bezahlte und bestens versorgte Beamten, sie werden davon niemals persönlich betroffen sein, die eigene private Pflege wird einen wesentlich höheren Standard aufweisen. So ist das ganze ein weiterer Skandal deutscher Politik unserer Zeit, die Frage ist alleine nur, wann straft der Wähler diese etablierten Parteien endlich einmal gründlich ab.

Ich gehe heute noch viel, viel weiter, indem ich sage, die grundsätzliche Existenzberechtigung aller etablierten Parteien muss spätestens jetzt endgültig in Frage gestellt werden. Die politische Landschaft muß sich bei uns nun schleunigst ändern, denn für diese gilt genau das gleiche, wie für die derzeitige Pflegesituation.

Und diese ist nach Angaben des Geschäftsführers des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, Peter Pick, nicht nur katastrophal, sondern vielmehr sogar, sie ist gesundheitsgefährdend.



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