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Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDie Politik der Balearen, und vor allem hier auf der Insel Mallorca, dürfte seit einigen Wochen nicht gerade zu denjenigen zählen, denen ein besonderes Fingerspitzengefühl und auch die nötige Weitsicht im Umgang mit brennenden Themen nachgesagt wird.

Das Gegenteil ist im Grunde der Fall, dies zeigte sich schnell an den Reaktionen vieler Betroffener.

Ob es nun die seitens einiger Inselpolitiker immer wieder gestellte Frage nach Überfremdung der Balearen war, oder auch die Frage darüber, welche der bislang willfährigen Kühe man denn in Zukunft am Besten melken solle. Die Ballermänner oder doch lieber die Golfspieler.

Ob es nun die anschaulich titulierte Jagd auf Kennzeichen D war, mit der zeitgleichen Verkündung, man wolle nun das Klientel in Polen ansprechen, oder auch nur das Hervorheben eines katalanischen Selbstverständnisses in den Reden, Regelungen und auch Gesetzen.

Die Reaktionen, zunächst von drüben, vom Urlauberland Nummer eins, aus Deutschland, ließen nicht lange auf sich warten. Auch die Marketingstrategen der Urlaubskonkurrenz üben sich seit Monaten im Wetzen ihrer längst gezückten Messer. Das ehemalige Jugoslawien und die Schwarzmeerküste, deren Infrastrukturen in den Küstenregionen seit geraumer Zeit ebenfalls mit EU-Mitteln auf Vordermann gebracht werden.

Sie schauen hierüber, wer will es ihnen verdenken, auf eine Klientel, die auch ihre Zielgruppe ist. Kroatien, wo es ja ganz besonders schön sei, soll nicht nur Sonne, Strand und Meer, sondern auch eine gute Küche zu bieten haben, was man den spanischen und auch mallorquinischen Speisen nicht unbedingt nachsagen will.

Dennoch kamen sie immer zahlreich, und kommen auch jetzt noch hierher. Die Deutschen und die Engländer vor allem, aber auch die Franzosen. Die Deutschen sind sauer, dies steht schon einmal fest. Und spätestens jetzt werden es auch die Engländer sein, sinniere ich so vor mich hin, während die vor meinen Augen flimmernde Meldung nur noch ein lange andauerndes Kopfschütteln zu verursachen scheint.

Jetzt blasen sie auf die Jagd, jetzt kommt sie, die Jungs von der berühmt-berüchtigten Yellow-Press auf der britischen Insel. Und gnadenlos werden sie sein, da bin ich sicher. Die Meldung über die verzweifelte Landsfrau aller Briten, die ebenfalls jetzt zur Zielscheibe wurde. Sie wurde das Opfer einer spanisch-mallorquinisch völlig untypischen Vorgehensweise in der Nichteinhaltung kleinerer oder auch schon mal größerer Vergehen.

Sie wurde verhaftet, auf Geheiß der politischen Führung einer Gesellschaft, die Cabezas Quadradas überhaupt nicht mag. Auf einer Baleareninsel, die genau diesen Quadratkopf, den man überhaupt nicht leiden mag, in den letzten Monaten gegenüber den Inseldeutschen und, wie man jetzt hört, auch gegenüber den Engländern mit besonderem Nachdruck präsentiert hat.

Das geparkte Auto, diesmal nicht mit Kennzeichen D, sondern GB, es wurde beschlagnahmt. Die gleichsam wütende, wie auch verzweifelte Frau, sie schritt gleich selbst zur Tat, und sie beschlagnahmte ihren Wagen ganz einfach wieder zurück. Nun sitzt sie arme Frau in Haft, futsch ist ihr Wagen und ganz sicher auch viel von ihrem Lebenssaft.

In England wird mans hören, und man wird gar mächtig Rache dort schwören. Da wird man gar nicht lange nur schimpfen, sondern gleich ganz lauthals schreien. Anders als wir Deutschen, die zu lange sagen noch, was solls, haben die Engländer sehr viel mehr von ihrem nationalen Stolz.

Aber Mallorcas Politik, wie immer fern ab jeglicher Kritik. Sie steckt den Kopf ganz sicher in den Sand, und rennt auch diesmal wieder weg vor ihrem selbst gezündeten Brand.

Der Kolumnistengruß geht heute einmal hinüber ins Empire, hinüber auf die königliche Insel. So wie ich euch kenne, wirds nicht lange dauern, bis man es hört, bei euch, das mallorquinische es-war-nicht-so-gemeint Gewinsel.


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