www.valentinmoser.com
Suche   

Diät

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenMan muss ja auch einmal an sich denken, werden die Abgeordneten des deutschen Bundestages in diesen Tagen wieder einmal zu sich selbst sagen, zumindest nicht wenige davon. Alle Jahre wieder, so könnte man es taufen, dieses Ritual, gerne eingeleitet vor jenem bewussten Sommerloch. In einer Zeit, in der der Bürger dann auch einmal an sich denkt, und seine Gedanken in ferne Urlaubsländer lenkt.

10.000 Euro sind zu wenig Im Monat, meinen nicht wenige Damen und Herren dieses hohen Hauses in Berlin jetzt wieder einmal und gedenken deshalb ihr gemäß Artikel 48 Abs. 3 des Grundgesetzes verbrieftes Recht in Anspruch zu nehmen. Der Artikel, der die Grundlage ihrer Besoldung ist. Sie soll angemessen sein, und sie soll ihre Unabhängigkeit sichern.

Wenn das letztere ja immer zweifelsfrei feststehen würde, wird sich so manch einer in unserem Land fragen. Dann dürfte Lobbyismus eigentlich ein Fremdwort sein. Ist es aber leider nicht. Volksvertreter sind Interessenvertreter, dies ist wohl klar. Jedoch sollten dies eigentlich ausnahmlos die Interessen eines ganzen Volkes sein, und nicht, wie nicht selten der Eindruck erweckt wird, die einiger weniger.

Zu den Abgeordnetenbezügen gibt es noch einmal weit über 10.000 Euro Mitarbeiterkosten. Das viel geäußerte Argument für die Erhöhung der Abgeordnetenbezüge sind die Büro, Reise- und Bewirtungskosten, die ein Abgeordneter hätte. Daher sind in oben genannten stattlichen Betrag auch mehr als 3700 Euro Aufwandsentschädigungen enthalten.

Nicht nur, aber vor allem die Bürger der neuen Bundesländer werden sich jetzt sagen, daß dies doch eigentlich genügen müsse, wenn sie sich ihre eigenen Bezüge einmal anschauen. Viele arbeiten weit mehr als 40 Wochenstunden für einen Lohn unter 1000 Euro.

Nicht berücksichtigt bei der immer wiederkehrenden Diskussion um die angeblich zu niedigen Abgeordnetenbezüge werden die stattlichen Pensionen der Abgeordneten, für die der normale Bürger zuweilen schon einmal 350 Jahre lang arbeiten müsste. Was ja nicht geht, aber man hat dies einfach mal ausgerechnet, weil es ja auch so schön anschaulich ist.

Dazu lassen sich die Berufspolitiker nicht selten seitens der freien Wirtschaft noch einmal ein sattes Gehalt zahlen. Dieses entspricht in der Regel ebenfalls dem Mehrfachen dessen, was die meisten in unserem Land so verdienen.

Wenn die Herren der Politik von Diäten sprechen meinen sie ausnahmslos ihren eigenen Lohn, der ja schon sehr kärglich ist, wie wir gerade erkennen mussten. Sie meinen damit nicht die alleinerziehende Mutter, deren Harzt IV-Diät gerade einmal 530 Euro im Monat beträgt. Im  Osten Deutschland jedenfalls, aber im Westen ist es auch nicht viel mehr.

Einem Kolumnisten fällt dabei jetzt nichts mehr ein. Vvielleicht nur, ja doch, man würde auch gerne einmal so ein armer Bundestagsabgeordneter sein.


Weitere Artikel in der Rubrik Politik:
© 2007 power-labels.com