www.valentinmoser.com
Suche   

Diese Banden sollen was tun

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenEine Bande von Nichtstuern sollen sie sein, die noch dazu durch eine Art von Pressezensur vor jeglicher Kritik geschützt werde.

Diese Worte fielen nicht hier auf Mallorca, nein. Und falls Sie jetzt denken, dass damit die Politiker im EU-Parlament oder im Deutschen Bundestag gemeint sein könnten, ebenfalls nein.

Zumindest das mit der Kritik, dies kann alleine schon einmal ein Kolumnist des Mallorca-Portals widerlegen, denn dieser teilt ja zuweilen ganz tüchtig aus.

Dass EU-Politiker sich des öfteren einen schönen Lenz machen, hat sich seit Jahrzehnten herumgesprochen, aber quasi als Entschädigung erhalten sie gleich einmal eine ordentliche Schippe mehr Gehalt.

Mal ganz abgesehen von reichhaltig Champagner, Kaviar und anderen Leckereien an unzählbaren Lobbyisten-Buffets, die, wie man mittlerweile leider weiss, mit dafür sorgen, dass Europas Menschen einem gnadenlosen Lohndumping-Wettbewerb mit asiatischen und anderen internationalen Märkten ausgesetzt sind.

Bundestagsabgeordnete sind zumindest dann schon einmal gar nicht faul, wenn es um einträgliche Nebenbeschäftigungen geht, die dann schonmal zu kleineren Zusatzverdiensten mit einer siebenstelligen Gesamtsumme im Jahr führen können.

Weswegen der findige CDU-Abgeordnete Friedrich Merz nun auch noch dagegen klagt, dass sein Bundestagsmandat unbedingt seine Hauptbeschäftigung sein soll. Glauben Sie nicht? Ist aber tatsächlich so.

Die Ausübung des Mandats muss nämlich im Mittelpunkt der Tätigkeit eines Abgeordneten stehen, und, ein Mandatsträger darf nur dann noch zusätzlich Geld oder andere Zuwendungen annehmen, wenn er dem Geber eine angemessene Gegenleistung gewährt.

Man mag es kaum glauben, aber so steht dies tatsächlich im Gesetz, und das gefällt dem Mann überhaupt nicht. Allerdings, wenn seine Abgeordnetenbezüge von insgesamt gut hundertfünfzigtausend Euro, mit allem Drum und dran, wenn diese ja nur maximal zehn oder zwanzig Prozent seiner Gesamteinkünfte ausmachen, dann ist diese Klage für ihn nur die logische Konsequenz.

Der Mann hat insgesamt achtzehn Nebentätigkeiten, da muss er ja klagen, während Millionen von Menschen in seinem Land froh wären, wenn sie wenigstens einen einzigen Job hätten. So ist halt mal das Leben, Frechheit siegt, oder, der Kelch geht so lange zum Brunnen, bis er dann irgendwann einmal bricht.

Jetzt bin ich doch fast vom Thema abgekommen, worauf wollte ich eigentlich hinaus, ach, jetzt habe ichs doch wieder. Also faul sind die Jungs da in Berlin wohl auch nicht, sie arbeiten vielleicht nicht gerade immer so, wie und vor allem wo es ihre Wähler gerne hätten.

Wer mag also mit der Bande von Nichtstuern gemeint sein? Vielleicht kommen Sie darauf, wenn ich ihnen den Namen desjenigen nenne, aus dessen Munde diese recht deftigen Worte stammen. Ein baskischer Senator ist es gewesen, Iñaki Anasagasti heisst der Mann, und er sitzt für die baskische Nationalpartei PNV im spanischen Oberhaus in Madrid.

Nastagasi unterhält einen Internet-Blog, was so etwas wie ein Tagebuch ist, aber dies wissen meine Leser ja längst. Wir sind ja mittlerweile fast alle kleinere oder grössere Internetprofis. Und wen mag der Mann mit seiner Aussage da wohl gemeint haben, haben Sie es jetzt?

Richtig, das spanische Königshaus, genau das meinte er. Im Zusammenhang mit der Königsohn-Karikatur, mitten in seinem wonnespendenden Geschlechtsakt mit seiner Holden, auf der Titelseite der Zeitschrift Jueves hat der Baske dies gesagt.

Sie wissen doch noch, verehrte Leser, das war die Karikatur, die dann zum grossen Leidwesen des Königshauses aufgrund des Einsatzes übereifriger, und mit nur wenig Überlegung handelnder, Staatsbeamter zu der unglückseligen Zensur dieser Zeitschriftenausgabe führte.

Was den Bekanntheitsgrad der Karikatur gleich einmal um das Millionenfache steigerte. Iñaki Anasagasti schreibt in seinem Internet-Blog, für alle Welt frei zugänglich nachlesbar, dass die Monarchie eine hinfällige Institution sei, und, viele Spanier seien dieser Monarchie längst überdrüssig.

Was sagt nun ein Mallorca-Kolumnist dazu? Dieser hält sich bei diesem Thema in alter salomonischer Tradition vornehm zurück. Wir Deutschen nämlich, wir kennen gar keinen König. Jedoch, nicht wenige in der Hauptstadt-Politik fühlen sich hierzu berufen. Was unter Umständen sogar noch schlimmer sein kann.

Aus diesem Grund grüsse ich heute einmal zuerst Senator Iñaki Anasagasti. So schlimm mit der Pressezensur kann es doch eigentlich gar nicht sein, wenn du Deine doch recht drastische Formulierung auf Deiner Website hier mitten im Königreich Spanien frei kund tun kannst.

Oder hast Du kleiner Schlawiner etwa auf eine erneute Zensur geradezu gehofft und spekuliert, damit Du und Deine Volksgruppe daraufhin ebenfalls einen Durchmarsch quer durch die weltweite Internetgemeinde starten kann, so wie es der Zeitschrift Jueves erging?

So und nicht anders scheint es nämlich zu sein. Eines hast Du dabei allerdings völlig vergessen. Das Dumme dabei ist nämlich, offenkundige Trittbrettfahrer, die finden die Surfer im Web zumeist ziemlich dämlich.

Mein heutiger Gruss nach Deutschland ist diesmal an den Sportchef des Formel 1 Rennstalls McLaren-Mercedes, an Norbert Haug gerichtet. Wo ist bloss eure Nonchalance abgeblieben, denn das wird ja alles immer abenteuerlicher, was ihr euch da leistet.

Zuerst die höchst fragwürdige Verwicklung in die allseits bekannte schmutzige Industriespionage, und jetzt noch die Unsportlichkeit beim gestrigen Qualifying von Alonso. Es scheint fast so, als ob nun auch noch der allerletzte Lack der Scheinheiligkeit bei euch verschwunden ist.

Na ja, wenn ich einmal ganz ehrlich bin, dieser Ron Dennis, der war mir, im Gegensatz zu Dir, sowieso nie so richtig koscher. Würde mich nicht wundern, wenn da bald noch viel, viel schlimmere Dinge an die Oberfläche kommen. Vielleicht solltest Du Dich noch rechtzeitig abseilen, bevor dies geschieht.

Viele Grüsse wie immer auch an alle anderen hier auf meiner Insel, auch wenn einige vielleicht etwas betrübt darüber sind, dass Alonso nun nach hinten strafversetzt wurde. Aber, wie sagt man doch so schön, wer nicht hören will, der muss dann irgendwann einmal fühlen.



Weitere Artikel in der Rubrik Politik:
© 2007 power-labels.com