Gierig
Die fatale deutsche und europäische Politik zeigt sich vor allem daran, dass Arbeitsplätze mehr und mehr in Billiglohnländer verlegt werden, was ja nun schon seit Jahren so geschieht, und für uns alle auch kein Geheimnis mehr ist.
Diese Billiglohnländer sind unglaublich weit weg, wie wir alle wissen, und was dort geschieht, entzieht sich daher auch normalerweise unserer Kenntnis. Aus dem Blickfeld, aus dem Sinn, so oder so ähnlich drückt man dies gewöhnlich aus.
Je größer das europäische Unternehmen, desto mehr Möglichkeiten hat es in anderen Märkten nach Produktionsstandorten zu suchen. Damit dies gelingen kann, und sie ihre Waren nach der Produktionsverlagerung auch weiterhin hier bei uns in Europa verkaufen können, braucht es ein gutes Verhältnis zur hiesigen Politik.
So etwas nennt man landläufig Lobbyismus, und diesen praktiziert man am besten dort, wo die politischen Schwergewichter sitzen, in Berlin und Paris, aber auch in London, und natürlich in Brüssel am Allerbesten. Denn gerade dort ist die Politik noch am weitesten von ihren Bürgern entfernt, weit weg von jeglicher Bürgerkontrolle, ein gar wunderbares Arbeiten in den Augen derjenigen, die da Lobbyismus betreiben wollen.
Diese Politik muss bei Produktionsverlagerungen dafür Sorge tragen, dass die Ware nicht etwa noch mit massiven Zöllen oder sonstigen Aufschlägen belastet wird. Man will ja schließlich so richtig Kasse machen, und dies kann nur gelingen, wenn man hierzulande die Menschen auf die Straße setzt, woanders zu Bedingungen am besten wie in der Kolonialzeit produzieren lässt, und dann die Ware bei uns zu den gleich hohen Preisen wie zuvor auch wieder verkauft. Und zwar den Menschen, die man eben erst noch auf die Straße gesetzt hat.
Die Politik läßt dies seit Jahren willfährig geschehen, im Grunde ein Skandal sondersgleichen. Mehr und mehr Wahrheiten kommen über den gesamten Sachverhalt ans Licht.
Jeder Bürger kann sich zum Beispiel auf der Website des deutschen Bundestags darüber informieren, von welchen Unternehmen oder Institutionen sich Bundestagsabgeordnete bezahlen lassen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Aber, es kommen auch vermehrt Meldungen aus den Ländern, in welche die Arbeitsplätze von Europa aus verlagert werden. Neben Sklaverei und Kinderarbeit in China wurde nun ebenfalls bekannt, dass das britische Modehaus Topshop, welches die weithin bekannte Kate-Moss-Kollektion anbietet, ein Beispiel für den soeben beschriebenen Skandalzustand ist.
Die Kate-Moss-Kollektion wird von Arbeitern hergestellt, die ihren Mitarbeiter umgerechnet weniger als 6 Euro pro Tag zahlen. Dies geschieht in Zulieferfabriken auf Mauritius, in Asien. Die Menschen dort arbeiten sechs Tage die Woche, bis zu zwölf Stunden am Tag. Der Stundenlohn liege hier bei sage und schreibe 32 Cent.
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