Halali
Die Regelungswut in unserem Land scheint immer groteskere Züge anzunehmen. Wann immer ich die Schlagzeilen des Tages aufrufe, in einer Zeit in der die Informationstechnologien quasi in Live-Zeit Aktualisierungen zulassen, stoße ich auf eine dieser zahllosen Meldungen, bei denen ich die Lust verspüre mein Buch endgülig zu zuklappen. Alles einpacken, alles abzuschließen und weg zu gehen. Einfach das Weite suchen in einem Land, welches aufgrund einer schon fast irre anmutenden Regelungswut immer mehr an Lebensqualität verliert. Wenn die gleichen Gesichter aus der deutschen Politik immer wieder mit den gleichen, oder gleichartigen Ideen in immer wieder die gleichen Kameras hinein schauen, um dann einer Öffentlichkeit, die das gar nicht hören will, immer wieder den gleichen Senf zu erzählen.
Wenn Günter Beckstein heute wieder einmal ein neues Opfer seines anscheinend unbändigen Jagdtriebes präsentiert, dann schwillt nicht nur mir der Kamm. Vieler derjenigen, deren junges oder mittleren Lebensalter für Deutschland einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen darstellen könnten, packen schon seit Jahren frustiert die Koffer und suchen sich ein anderes Heimatland.
In die Flucht geschlagen von einer Lebenswelt, in der Politiker wie Günther Beckstein dafür gesorgt haben, daß sie den Menschen, die darin leben, keinerlei Freude mehr bereitet. Von einem Mann, der wie seine Partei das deutsche Heimatgefühl seit jeher für sich beansprucht. Der Mann, der öffentlich auch schon einmal bekundet, daß man Computerspiele, die er in polemischer Weise als Killerspiele bezeichnet, mit Kinderpornographie gleichsetzen müsse, und der darauf hin vor wenigen Wochen wegen Volksverhetzung, übler Nachrede sowie Beleidigung angezeigt wurde, da er mit dieser Äußerung Millionen von Spielern mit Kinderschändern und Psychopathen gleichstellen würde.
Dieser Mann, Günter Beckstein, bläst bereits jetzt wieder zu einem neuen Halali. Die Internet Flatrate-Partys haben es ihm jetzt angetan. Sie will er verbieten, All-Inklusive-Saufen nennt er sie, und dazu braucht er natürlich wieder einmal ein neue Gesetz. Der Mann aus dem Land der Bierbrauer, aus Bayern. Aus einer Partei, die das Bier saufen an zahllosen Stammtischen und Festen seit Jahrzehnten schon fast geradezu zelebriert.
Die Partei, deren Anhänger das Bier aus den größten Humpen der Welt saufen, und die dabei gerne einmal vom deutschen Heimatgefühl reden, oder auch singen. Na dann Prost Deutschland, kann ich da nur sagen, und packe meine sieben Sachen jetzt sicher endgültig auf meinen Wagen.
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