Integration
Der Integrationsgipfel Im Kanzleramt ist tagesaktuelles Gespräch, da er als ein wichtiges Element für die dringend notwendige Eingliederung ausländischer Mitbürger in Deutschland anzusehen ist. Er war zwar längst überfällig, aber nun findet er endlich statt.
Noch am Vortag dieses Gipfeltreffens beschloss das Bundekabinett in Berlin einen Nationalen Integrationsplan. Man hat, wenn auch mit Jahrzehnten Verspätung, die Notwendigkeit erkannt, und beabsichtigt sogleich mit der Umsetzung zu beginnen.
Dialog heisst das Stichwort am Anfang, wie könnte es auch anders sein, möglichst alle Migrantenverbände sollen an einem gemeinsamen Tisch mit den deutschen Politikvertretern diskutieren. Es geht dabei vor allem um die bestmögliche Umsetzung des neuen Integrationsplans, denn dieser sieht neben qualitativ hochwertigeren und länger andauernden Integrationskursen für ausländische Mitbürger nun auch noch differenzierte Angebote für Analphabeten, Jugendliche oder Mütter vor.
Laut Bundesregierung ist die Entwicklung eines Konzeptes zur Sprachförderung in Kindertagesstätten geplant, und zusätzlich soll in der Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden die Ausbildung und Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund gefördert werden.
Mehr noch, mit insgesamt 150 konkreten Maßnahmen und Selbstverpflichtungen, so erklärte der Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Böhmer, solle eine verbesserte Integration der 15 Millionen Menschen aus Zuwandererfamilien in Deutschland herbeigeführt werden.
So weit so gut, werden jetzt viele sagen, die vielgescholtene Deutsche Politik tut endlich einmal Gutes. Und richtigerweise sagen dies nun die meisten in unserem Land, auch ein Kolumnist, man höre und staune, dies nach all der in der jüngsten Zeit besonders heftigen Kritik von dieser Seite.
Jedoch, das Dumme dabei ist, die Deutsche Bundesregierung hat ihre guten Vorsätze ohne den Wirt, pardon die Migrantenverbände gemacht. Einige der wichtigsten Verbände kommen nämlich erst gar nicht hin, sie haben die Einladung der Bundesregierung brüsk ausgeschlagen. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hat eine Teilnahme der türkischen Migrantenverbände am Integrationsgipfel im Kanzleramt am Donnerstag kategorisch ausgeschlossen.
Die rund zwei Millionen Türken in Deutschland sind gleich in vier Verbänden organisiert. Sie nennen sich die Türkische Gemeinde in Deutschland, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion, die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung und die Föderation Türkischer Elternvereine.
Die Türken kritisieren eine angebliche Ungleichbehandlung verschiedener Einwanderungsgruppen in dem Intergationsplan und schlagen deshalb die bundesdeutsche Integrationshand aus. Weiter noch, sie bezeichnen diesen Plan sogar als diskriminierend.
Dabei geht es natürlich wieder einmal um den unsäglichen Einfluss der muslimischen Religion, deren Bedeutung in diesen Verbänden ungleich größer ist als in unserem Land sonst üblich und vor allem statthaft.
Die Crux dabei, die Verbände sprechen nur für einen Teil der türkischen Muslime in Deutschland, nur diejenigen, die den weitreichenden Einfluss ihrer muslimischen Religion ablehnen, sind meist nicht Mitglied in eben jenen Verbänden, oder sie haben aus Angst vor Repressalien nicht den Mut ihre liberale Meinung laut zu äußern.
Nach dem juristischen Trauerspiel um den 17-jährigen deutschen Schüler - der wegen einem pubertären Techtelmechtel mit einer englischen Jugendlichen, die sich, wie dies in diesem Alter oft der Fall ist, als 15 Jahre alt ausgegeben hat obwohl sie erst 13 ist, weswegen der deutsche Schüler nun seit Monaten im türkischen Gefängnis einsitzen muss - ist der aktuelle Vorgang ein weiteres Beispiel für den Versuch der Türkei, ihre Wertvorstellungen hinein in die Europäische Union zu übertragen.
Die deutsche Verfassung ist eindeutig und klar, die Trennung von Kirche und Staat ist ein elementarer Bestandteil unseres Grundgesetzes. Die Gründe hierfür lagen und liegen auf der Hand, mehr denn je, wie man aus dem Verhalten der Türken nun wieder einmal schließen kann.
Einer Integration der Türkei in die Europäische Union ist damit endgültig ein Riegel vorschoben, vielleicht gelingt sie eine weitere Generation später, in etwas 25 bis 30 Jahren. Und vorher, dies ist die Auffassung der weitaus größten Zahl der Menschen in Europa, sollten Verhandlungen mit der Türkei über einen eventuellen EU-Beitritt auch gar nicht erst beginnen.
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