Merkel Moral - 2
Die Vorfälle in Afghanistan, die mit ihr einhergehende Berichterstattung und noch viel mehr der Umgang der deutschen Bundesregierung mit diesen ganzen Vorgängen, sorgt bei einer grossen Zahl von Bürgern hierzulande für grosse Irritierung. Zu offensichtlich, zu plump, ist das Bemühen der Verantwortlichen in Berlin diese schrecklichen Ereignisse fast schon wie eine relative Belanglosigkeit auschauen zu lassen.
So jedenfalls erscheint es, wenn Aussenminister Steinmeier mit aller Macht von einem tragischen Herztod spricht, wohlwissend, dass die tote deutsche Geisel Schussverletzungen aufweist. Wie muss dieses Verhalten in den Augen der Angehörigen erscheinen, frage ich mich, wenn dann, nur quasi im Nebensatz, wenn überhaupt, diese Schussverletzungen erwähnt werden.
Wie fühlen sich gerade jetzt Angehörige eines gleich wie durch die Geiselnahme in Afghanistan getöteten Vaters, Ehemannes, Sohnes oder Bruders. Im Bewusstsein, dass es die deutsche Politik war, für die ihr Angehöriger nach Afghanistan gereist ist.
Dort wurde er dann zur Zielscheibe, in der Folge einer höchst umstrittenen und fragwürdigen US-Politik. Einer Politik, die auf Drängen der Amerikaner dann zu einem Angriffskrieg durch die Nato wurde, unter der Führung der Amerikaner.
Noch dazu mit einer geradezu abenteuerlichen Begründung, wie viele Juristen und auch andere Fachleute meinen. Und dann leider Gottes mit deutscher Beteiligung, welche fatale Fehlentscheidung vor dem Hintergrund vieler Ereignisse der letzten Jahre und noch vielmehr, vor dem Hintergrund der Geschichte Afghanistans.
Und nun das. Die Versuche der deutschen Bundesregierung gegenüber der Öffentlichkeit ihres Landes alles zu vermeiden, was auch nur irgendwie nach einem Versagen ihrer Politik ausschauen könnte. Dabei ist dies nach Ansicht einer Vielzahl von Beobachtern schon lange nicht mehr von der Hand zu weisen.
Die deutsche Politik ist sicherlich genau darüber informiert, das sich unter der Aufsicht und Mitwirkung der US-Amerikaner in Afghanistan, nach Angaben vieler Zeugen, schlimmste Massaker an tausenden Taliban-Kämpfern ereignet haben. Und wenn sie es nicht ist, wäre ihr Versagen noch viel schlimmer.
Massaker und Greueltaten, die durch nichts, aber auch überhaupt nichts zu rechtfertigen waren. Das schlimmste fand vor mehr als fünf Jahren statt, es ist jedoch aufgrund der kaum zu schildernden Greueltaten in weiten Teilen der afghanischen Bevölkerung nach wie vor aktuell.
Das Massaker von Mazar, so lautet der Titel eines Dokumentarfilmes des international mehrfach ausgezeichneten irischen Regisseurs Jamie Doran. Dieser Film wurde sogar schon in Berlin gezeigt, man könnte fast sagen direkt vor den Augen der Deutschen Bundesregierung und aller Bundestagsabgeordneten.
Das brisante Material über den Mord an mehr als 3.000 Taliban-Kämpfern nach der Schlacht um die nordafghanische Stadt Mazar-i Sharif. Im Film kommen sogar Soldaten der Nordallianz zu Wort, also quasi "unsere", so bizzar dies sich auch anhört. Und diese die bezeugen, dass an den Kriegsverbrechen auch US-Militärs direkt beteiligt waren.
Augenzeugen berichten, wie Menschen mehrere Tage lang in Containern transportiert wurden. Einige erstickten, andere starben, als auf die Container geschossen wurde, um Löcher für die Luftzufuhr zu schaffen, wie man dies nannte. Auch CIA-Agenten sollen zugegen gewesen sein.
Massengräber tausender Opfer wurden von den Vereinten Nationen gefunden, dennoch gab es nie eine offizielle Untersuchung. Es ist leider alles noch viel schlimmer, man kann es in einem Kommentar nicht schildern, weil einem Kolumnisten schier die Hände beim abtippen der Zeilen zittern, so abscheulich ist es, wofür gerade auch die US-Amerikaner die Verantwortung tragen sollen.
Wer es unbedingt lesen will, hier geht es zu einer Website , auf der einige Ausschnitte des Dokumentarfilms niedergeschrieben sind. Aber, klicken Sie den Link bitte nur an, wenn Sie durch überhaupt nichts mehr zu erschüttern sind. Ich warne Sie, verehrte Leser, ausdrücklich vor dem, was hinter diesem link auf Sie zukommt.
Dennoch, Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sich auch jetzt noch vor die Kamera und verteidigt den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Wie ist dies möglich, fragen sich viele. Vielleicht haben Sie die Antwort darauf, ich habe sie jedenfalls nicht.
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