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Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDiese Entscheidung wird ihm wohl etwas Luft verschafft haben, wenn sie nicht sogar langfristig seine Haut gerettet haben dürfte, sagt sich ein Kolumnist heute morgen, in der Nachbetrachtung der Parteispitzen-Reorganisation der Sozialdemokraten durch ihren Vorsitzenden Kurt Beck.

Der Mann, dem einerseits besondere Volksnähe nachgesagt wird, der jedoch auf der anderen Seite das Pech hat, daß ihm im Vergleich zu einem immer telegen wirkenden Mann wie Gerhard Schröder eher der Ruf einer Erdverbundenheit vorauseilt, hat wieder einmal klug gehandelt. Wie scheints oft in seiner steilen politischen Karriere hat er auch diesmal wieder das Gespür dafür bewiesen, was seine Parteibasis und auch seine Wählerschaft von einem Parteivorsitzenden erwartet.

Mit der zahlenmäßigen Reduzierung der Parteispitze einerseits, wie auch mit der personellen Besetzung andererseits hat er nun die Vorrausetzung dafür geschaffen, daß seine doch arg in Mitleidenschaft geratene Partei das Tal des Tränen vielleicht soeben durchschritten hat und hoffentlich bald wieder einmal zu der Partei werden wird, die sie über den Zeitraum von mehr als 100 Jahren einmal war. Nur zu gerne würde sich gerade jetzt seine Parteibasis die sozialdemokratische Parteireputation zurückwünschen, die sie über viele Generationen, von August Bebel bis Willy Brand, doch einmal inne hatte.

Daß Kurt Beck den soeben genannten nie ebenbürdig werden kann, muß ihm dabei nicht zum Nachteil gereichen. Das richtige Gespür für kluge Personalentscheidungen kann in unserem medialen Zeitalter weit wichtiger sein, auch wenn die, die er nun auserkoren hat, ebenfalls nicht gerade stellvertretend für ein gewaltiges Charisma-Feuerwerk stehen.

Jetzt müßte er eigentlich nur dafür sorgen, daß seine Partei mit Hilfe jener Troika der Berufenen endlich einmal deutliches Profil zeigt. Den ersten Dämpfer für derartige Erwartungen gab es jedoch bereits im Anschluß an die Verkündung seiner Personalentscheidungen.

Noch vor kurzem quasi des Dolchstoßes gegen einen der ganz großen ihrer Partei, gegen Franz Müntefering beschuldigt, gab die soeben zur Stellvertreterin berufene Andrea Nahles bereits in ihrem ersten Interview zu verstehen, daß ein Kurswechsel nicht nötig sei. Die Partei sei auf einem guten Kurs und das Halten dieses Kurses sei daher jetzt auch angesagt.

So die dem linken Parteiflügel angehörende Andrea Nahles dies ernst gemeint haben sollte, worüber wenig Zweifel besteht, wird die Parteibasis schneller wieder in die Lethargie zurück verfallen, in der sie sich seit vielen Monaten befindet.

Stromlinienförmigkeit ist gerade eben nicht das erhoffte Zeichen unserer Zeit. Weder aus dem Blickfeld der sozialdemokratischen Parteibasis, noch aus der Erwartungshaltung einer großen Zahl an Wechselwählern, und schon gar nicht aus der Sicht der stetig wachsenden, frustrierten Nichtwählerschaft. Neben der dringend notwendigen Glaubwürdigkeit deutscher Politik und ihrer Vertreter, ist dies hoffentlich eine der Botschaften, die Kurt Beck seiner jungen Linken mit auf den Weg gegeben hat.


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