www.valentinmoser.com
Suche   

Wunden lecken

Marlons Sicht aus Mallorca und seine GedankenDa könnte er doch noch einmal mit einer Schramme davon gekommen sein, denke ich mir am heutigen Morgen, während ich wie so oft schon wieder einmal diesen herrlich blauen Himmel auf meiner Insel Mallorca bewundern darf.

Es ist dies der Tag nach den Wahlen in Spanien, und damit auch der Tag nach der Wahl in den autonomen Regionen, wie den Balearen.

Jetzt werden sie zunächst einmal allerorten die Wunden lecken, vermute ich einmal. Auch Jaume Matas wird dies tun müssen, denn er hat sein großes Wahlziel, die absolute Mehrheit zu verteidigen ja nun leider verfehlt.

Auch die, die den nationalistischen Wahlkampf gepflegt haben, die Unio Mallorquina um die Inselratspräsidentin Maria Antonia Munar, mussten Einbußen hinnehmen. Alle Verluste halten sich allerdings sehr in Grenzen, was wohl auch an der wieder einmal so niedrigen Wahlbeteiligung gelegen hat, wie es die Experten vorher schon befürchtet hatten. Und diese nutzt nunmal eher der konservativen Volkspartei PP, die ihre Wählerschaft wie so oft schon einfach besser mobilisieren konnte.

Wie dem auch sei, so ungeniert weiterregieren wird er jetzt erst einmal nicht können, Jaume Matas, obwohl alles andere als eine Koalition mit der Unio Mallorquina wohl eine Überraschung wäre. Allerdings hat Maria Antonia Munar schon einmal bewiesen, daß sie auch ganz anders kann, als sie vor 8 Jahren dem sozialistischen Gegner der PP, der PSOE, ihre Stimmen für eine Regierungsmehrheit gab.

Abzuwarten bleibt auch, was aus dem Vorwurf des Wahlbetrugs wird, der wenige Tage vor der Wahl an die Öffentlichkeit gelangte. Ob da doch etwas dran ist, oder ob dies dann einfach nur schäbige Wahlpropaganda war. Wobei man das Wörtchen "nur" da wohl mit außerordentlich großen und fetten Anführungszeichen versehen müßte.

Denn der Vorwurf des Wahlbetrugs mittels Wählerstimmenkauf, dem sich Maria Antonia Munar und ihre Partei ausgesetzt sah, das ja schon ganz starker Tobak. Wenn dies dann aber reine Wahlpropaganda war, dann setzt dies der Schäbigkeit noch die Krone der Ungeheuerlichkeit auf.

Harte Bandagen im Wahlkampf sind die eine Seite, auch wenn diese zuweilen nationalistisch angehaucht waren. Diese Art von harten Bandagen sind ausdrücklich erlaubt und gehören zu einem demokratischen Wahlkampf dazu. Dafür gibt es im Gegenzug für jeden die Möglichkeit dagegen zu halten, auch seitens der Journaille, die, wie man weiss, auch in Person eines kritischen Kolumnisten gerne einmal kräftig auszuteilen vermag.

Ungerechtfertigte Vorwürfe einer Wahlmanipulation mittels Wahlbetrug jedoch, diese äußert man einfach nicht, auch nicht gegenüber einem politischen Gegner wie Maria Antonia Munar. Dies beschädigt nicht nur Maria Antonia Munar, etwas derartig Ungeheuerliches sollte eigentlich schon der politische Anstand verbieten.

Da wird Frau Munar jetzt sicherlich einmal ganz genau hinschauen, aus welcher Ecke derartige Vorwürfe gekommen sind. War es der politische Gegner, oder vielleicht doch der so vertraute und gedachte Koalitionspartner, wird sie sich fragen. Und dann wird sie vielleicht ganz andere Konsequenzen ziehen, als sich das der eine oder andere vorher hätte vorstellen können. Wie dem auch sei, wir werden es die nächsten Tage gut verfolgen können.

In jedem Fall gilt nun, die Wahlkampfschlachten sind geschlagen. Für die angehenden Koalitions-verhandlungen werden jetzt zunächst einmal ganz neue Messer gewetzt. Und dann heißt es endlich nach vorne schauen, welche politische Konstellation dann auch immer die Verantwortung für die Geschicke der Balearen übernehmen wird.

Denn danach geht es hoffentlich und endlich wieder einmal nur um die Sache. Und vor allem um das, was wir alle lieben, und dies ist auch, und vor allem, unsere immer noch schöne Insel Mallorca.


Weitere Artikel in der Rubrik Politik:
© 2007 power-labels.com